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Raserei in Geising

Die Ergebnisse einer Geschwindigkeitsmessung überraschten nicht nur die Stadträte. Das Rathaus hat jetzt mehrere Optionen.

Auf der Löwenhainer Straße in Geising sind viele Autos sehr schnell unterwegs.
Auf der Löwenhainer Straße in Geising sind viele Autos sehr schnell unterwegs. © Karl-Ludwig Oberthuer

Auf den ersten Blick sieht die Löwenhainer Straße in Geising nicht wie eine Rennstrecke aus. Doch das ist sie offenbar. Das ergaben Geschwindigkeitsmessungen, über die in der  jüngsten Altenberger Stadtratssitzung informiert wurde. 

Die Zahlen, die Madeleine Brix vom Ordnungsamt der Stadt vortrug, überraschten sowohl Stadträte als auch Besucher der Ratssitzung. Demnach sind auf der Straße, die Geising über Löwenhain und Liebenau mit der Autobahn A 17 verbindet, täglich rund 1.200 Fahrzeuge unterwegs. Im Schnitt fahren etwas mehr als 600 in Richtung Geising, etwas weniger in Richtung Löwenhain. An das vorgeschriebene Tempolimit von 50 Kilometer pro Stunde haben sich im Messzeitraum 12. bis 20. Mai gerade mal 15 Prozent der Auto- und Lkw-Fahrer gehalten, 85 Prozent waren mit deutlich höheren Tempo, im Schnitt 70 km/h, unterwegs, wobei in Richtung Löwenhain tendenziell schneller gefahren wird. Erfasst wurden auch die "Schnellsten". Demnach passierte ein Fahrzeug die Messstelle in Richtung Geising mit 108 km/h. Noch schneller war ein Fahrzeug in Richtung Löwenhain. Dessen Fahrer brachte es auf 123 km/h.

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Auffällig war, dass die Raser nicht nachts unterwegs waren, sondern in den Morgen- und Nachmittagsstunden, erklärte Madeleine Brix. Die Schnellfahrer wurden vor allem in den Zeiten 6 bis 7 Uhr und 15 bis 17 Uhr erfasst.

Vermutungen der Geisinger bestätigt

Madeleine Brix glaubt, dass der Anteil der Schnellfahrer tatsächlich noch höher liegen würde. Denn in Geising und den benachbarten Orten hat es sich schnell herumgesprochen, dass Messungen erfolgen. Nachdem das Thema im Stadtrat  besprochen wurde und der Messkasten hing, seien täglich mehrere Fahrzeuge mit  weniger als 10 km/h an der Messstelle vorbeigefahren, um die  Anlage zu begutachten. "Ohne diese Verkehrsteilnehmer wäre der Geschwindigkeitsdurchschnitt vermutlich noch höher", meint die junge Frau aus dem Ordnungsamt.

Die Untersuchung bestätigte die Vermutungen des Geisinger Ortschaftsrates. Das Gremium machte sich Sorgen um die Sicherheit der Schulkinder, die auf der Löwenhainer Straße unterwegs sind und forderte Anfang des Jahres ein Tempolimit von 30 km/h für diesen Streckenabschnitt. Die Chancen dafür stehen schlecht, erklärte Madeleine Brix nach einem Gespräch mit den zuständigen Mitarbeitern im Landratsamt Pirna. Stattdessen bot das Landratsamt an, die Einhaltung des Tempolimits zu kontrollieren. Erste Kontrollen fanden bereits statt, sagte sie. Weitere sollen folgen. Dabei hoffe man auch auf die Polizei. 

Ortsvorsteher Nitschke: Es muss etwas passieren

Um das Tempolimit dauerhaft durchzusetzen, plädiert Madeleine Brix für das Aufstellen eines stationären, drehbaren Blitzers, wie es ihn schon in Lauenstein gibt. Daran müsste sich die Stadt aber möglicherweise finanziell beteiligen. Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) unterstützt das. Das sei sinnvoller als Tafeln, die die Geschwindigkeiten anzeigen und mit verschiedener Smiley-Mimik kommentieren.

Geisings Ortsvorsteher Silvio Nitschke (Wählervereinigung) fühlte sich durch die Messung in seiner Meinung bestätigt, dass an der Löwenhainer Straße etwas passieren muss. Die Zahl der Fahrzeuge, die täglich auf der Löwenhainer Straße fahren, dürfte indes inzwischen noch größer geworden sein. Denn die Erhebung der Zahlen fand zum Teil an Tagen statt, an deren die Grenze zu Tschechien noch geschlossen waren, so der Ortschef. 

Nitschke hält immer noch die Einrichtung einer Tempo 30 Zone und stationäre Kontrollen für die beste Wahl, könnte aber auch mit einem Blitzer gut leben. "Es muss etwas passieren", sagt der Geisinger. Denn an diesem Straßenabschnitt befinden sich auch der einzige innerörtliche Spielplatz und zwei Bushaltestellen, die vor allem von älteren Bürgern und Kindern genutzt werden. 

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