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Meißen

Altenheime machen die Türen zu

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, schränken viele Einrichtungen den Besuch ein. Zutritt gibt es nur noch in Ausnahmefällen.

Käte Juttner in ihrem Zimmer im Senioren-Park carpe diem in Meißen. Besuch ist dieser Tage selten. Das Heim hat seine Türen geschlossen, dadurch sollen die Bewohner vor einer Coronainfektion geschützt werden.
Käte Juttner in ihrem Zimmer im Senioren-Park carpe diem in Meißen. Besuch ist dieser Tage selten. Das Heim hat seine Türen geschlossen, dadurch sollen die Bewohner vor einer Coronainfektion geschützt werden. © Claudia Hübschmann

Landkreis. Käte Juttner sitzt dieser Tage häufiger allein in ihrem Zimmer, Besuch ist eher selten. Denn wer in den Senioren-Park carpe diem in Meißen will, hat es schwer. Bereits vergangene Woche hat die Einrichtung neue Zugangsregelungen eingeführt. Diese orientieren sich an einem Erlass des Gesundheitsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nur noch in Ausnahmefällen wird Angehörigen Zutritt zur Einrichtung gewährt. Auch die Café-Restaurants Vier Jahreszeiten bleiben für externe Besucher voerst geschlossen. Durch die verschärften Regeln soll ein Einschleppen des Coronavirus in den Senioren-Park verhindert werden. Denn besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen sind durch das Virus gefährdet.

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Um die Gefahr einer Ansteckung möglichst gering zu halten, hat Lars Weber, Leiter des Senioren-Parks carpe diem, weitere Maßnahmen ergriffen. Bereits vergangene Woche wurden alle Veranstaltungen mit Gästen abgesagt. Auch alle Angebote, in denen sich Bewohner und Bewohnerinnen der einzelnen Wohnbereiche vermischen, sind abgesagt, "um im Fall einer Infektion das Geschehen auf einen Wohnbereich lokalisieren zu können", berichtet Lars Weber.

Mundschutz zum Mitnehmen

Der Einrichtungsleitung kommt nun auch ihr vorausschauender Blick zugute: Schon vor drei Wochen wurde das Lager mit Desinfektionsmitteln und Schutzausrüstung aufgefüllt. Außerdem bekamen die Mitarbeiter Desinfektionsmittellösung und Mundschutz mit nach Hause – zum Schutz für sich und ihre Familien.

Ähnlich wie im Senioren-Park in Meißen verfährt auch die Schönfelder Senioreneinrichtung "Haus Sonne". Aufgrund der aktuellen Lage und zum Schutz von Bewohnern und Mitarbeitern seien ab sofort sämtliche Besuche verboten, teilt die Heimleitung mit. Selbstverständlich könnten sich Angehörige aber zu jeder Zeit bei der Heimleitung oder in den einzelnen Wohnbereichen nach dem Wohl ihrer Lieben erkundigen.

Auch das Alten- und Pflegeheim "Primavita" in Altriesa weist Angehörige von Bewohnern mit einem Aushang darauf hin, dass Besuche "auf unbestimmte Zeit" nicht möglich sein werden.
Auch das Alten- und Pflegeheim "Primavita" in Altriesa weist Angehörige von Bewohnern mit einem Aushang darauf hin, dass Besuche "auf unbestimmte Zeit" nicht möglich sein werden. © Eric Weser

Ganz anders verfährt momentan noch die Seniorenresidenz Pro Civitate in Großenhain und Meißen. Beide Häuser, so Heimleiterassistent Daniel Zschau, seien wie bisher zugänglich. „Wir richten uns nach den ministeriellen Vorgaben! Und bisher wurde der Besuch von Senioreneinrichtungen noch nicht untersagt“, so Daniel Zschau. Die Angehörigen wären einerseits informiert und würden sich auch umsichtig verhalten. Anderseits seien die Bewohner für die Situation sensibilisiert worden und keineswegs panisch. Sollte innerhalb der nächsten Stunden und Tage jedoch eine andere Anweisung kommen, werde man sich natürlich danach richten.

Besucher müssen sich registrieren

Auch in Riesa bewerten die Leiter der jeweiligen Einrichtungen die Situation täglich neu. Wie strikt der Besucherverkehr bereits eingeschränkt wurde, unterscheidet sich aber von Einrichtung zu Einrichtung. Während das Alten- und Pflegeheim Primavita Besuche auf unbestimmte Zeit grundsätzlich untersagt hat, lässt der Advita Pflegedienst, der zwei Einrichtungen in Riesa betreibt, Besuche in Einzelfällen zu. Hierfür seien aber eine Rücksprache mit der Hausleitung und die Einhaltung aller notwendigen Sicherheitsmaßnahmen nötig. Um die Hygiene jederzeit sicherzustellen, habe man zudem die Bestände an Desinfektionsmitteln wie auch Schutzausrüstung vorsorglich erhöht.

Im Azurit Seniorenzentrum Elbharmonie hält man sich nach Angaben von Hausleiter Stefan Lux an die aktuellen Empfehlungen des sächsischen Sozialministeriums. Diese sehen unter anderem die deutliche Reduzierung von Besuchen, die Beendigung aller Gruppenaktivitäten und eine Erfassung aller Besucher und Mitarbeiter am Eingang vor.

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Letzteres hält auch Lars Weber, Leiter des Senioren-Parks carpe diem in Meißen, für äußerst wichtig. Denn sollte es innerhalb einer Einrichtung tatsächlich zu einer Ansteckung mit dem Coronavirus kommen, lasse sich die Infektionskette durch die Registrierung aller Besucher zurückverfolgen – was widerum hilft, schlimmstenfalls schnell Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Das kann besonders bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen Leben retten.