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Trauung auf vier Rädern

Standesamt und Kirche? Macht doch jeder. In Arnsdorf kann man sich jetzt in besonderer Umgebung trauen lassen.

In dem schicken Ikarus-Bus können Paare heiraten. Susann Thomas stellt das rollende Standesamt für Arnsdorf zur Verfügung.
In dem schicken Ikarus-Bus können Paare heiraten. Susann Thomas stellt das rollende Standesamt für Arnsdorf zur Verfügung. © René Meinig

Arnsdorf. Für Brautpaare ist der eigene Hochzeitstag etwas ganz Besonderes. Wem die Zeremonie allein nicht reicht, der sucht sich noch einen ausgefallenen Ort für die Trauung aus. So ist das Hermsdorfer Schloss in Ottendorf-Okrilla bei Heiratswilligen ob der barocken Kulisse beliebt. In Radeberg kann man sich ebenfalls in einem historischen Gebäude, auf Schloss Klippenstein, das Ja-Wort geben. Und in der Gemeinde Arnsdorf? 

Hier ist man auf eine ausgefallene Idee gekommen. Den Bund fürs Leben kann man nun in einem Oldtimerbus schließen. In einem historischen Ikarusbus können Paare samt feiernder Entourage sehenswerte Standorte auf dem Gemeindegebiet ansteuern und sich dort von der örtlichen Standesbeamtin Britta Philipp trauen lassen. „Man muss den Leuten doch mal was anderes anbieten“, findet die Standesbeamtin. 

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Klingt ja auch recht unkonventionell: Hochzeitspaar und Gäste werden mit dem Oldtimerbus zum Arnsdorfer Standesamt chauffiert, wo Britta Philipp zusteigt, von dort geht es hinaus zur ausgesuchten Location auf dem Gemeindegebiet. Was sich irgendwie auch ein wenig nach Klassenfahrt anfühlt, nur alles etwas schicker. 

Hochzeit auf einer Waldlichtung

Auf die Idee war Britta Philipp vor einem Jahr gekommen, als sie erfuhr, dass das Standesamt Kreischa Trauungen in historischen Bussen durchführt. Etwas, was da bei den Heiratswilligen richtig gut ankommt. Gestellt werden diese historischen Busse vom Dresdner Unternehmen „Automobile Landpartien“. Ein alter Bus als rollendes Standesamt. Das gefiel der Arnsdorfer Standesbeamtin auf Anhieb. Sicher, man kann sich ja heutzutage an vielen ungewöhnlichen Orten das Ja-Wort geben. In der Luft, im Wasser oder unter der Erde. Aber so ein Bus aus Vorwendezeiten, das hatte für Britta Philipp einen ganz eigenwilligen Heiratskick.

"Ich dachte mir, das wäre was für uns“, so Britta Philipp. Warum auf klassische Art (Standesamt) oder romantische Weise (Schloss) heiraten, wenn es auch exklusiv beziehungsweise ungewöhnlich geht. Ihr Vorschlag kam Anfang des Jahres beim Gemeinderat gut an. So gut, dass man in einer Beschlussvorlage gleich attraktive Standorte für diese Eheschließungen im rollenden Trauzimmer festlegte. So kann man mit dem Oldiebus „Walthers Teiche“ in Kleinwolmsdorf ansteuern. Die eine prima Kulisse für so eine mobile Hochzeitsgesellschaft sind. Wer es besonders naturnah mag, kann das ungewöhnliche Hochzeitsfeeling in der Weihnachtsbaumkultur Fischbach, einer Waldlichtung im Sachsenforst, erleben. 

Platz für bis zu 38 Personen

Mit dem rollenden Trauzimmer wolle man Image und Attraktivität der Gemeinde fördern, beschreibt es die Standesbeamtin. Die bei dieser Gelegenheit darauf hinweist, dass man sich natürlich weiterhin im Arnsdorfer Standesamt trauen lassen kann. Oder im sanierten Fischbacher Dorfgemeinschaftshaus, das weit über 100 Plätze bietet. Fest steht jedenfalls, dass so eine Trauung im Oldtimerbus – man kann zwischen zwei Ikarusmodellen wählen (der kleinere Bus bietet 25, der größere 38 Personen Platz) - auf jeden Fall für Brautpaar und Hochzeitsgesellschaft exklusive und unvergessliche Momente haben dürfte. Susann Thomas, Inhaberin der „Automobile Landpartien GmbH“, bietet diesen ungewöhnlichen Trauungsservice seit einigen Jahren an. „Für Arnsdorf ist so ein Hochzeitsbus ein Alleinstellungsmerkmal“, steht für sie fest. Findet auch Britta Philipp. Die Standesbeamtin ist gespannt, wie die Resonanz auf dieses neue Trauungsangebot der Gemeinde ausfallen wird. 

Ob es mehr Trauungen geben wird? Denn bisher war die Zahl der Eheschließungen im Arnsdorfer Standesamt recht überschaubar, wie es Britta Philipp beschreibt. Gut möglich also, dass das rollende Standesamt künftig so manchen Heiratswilligen in der Region neugierig macht. Britta Philipp fände das sicher gut. Auch, weil man dienstlich auf diese Weise ein wenig im Ort herum kommt. 

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