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Am liebsten Feuerwehrmann

Ex-Bundesminister Thomas de Maiziere ist Schirmherr des Großenhainer Ausbildungstages. Politiker wollte er eigentlich gar nicht werden.

Jörg Rietdorf (links) vom Kulturschloss  mit dem Schirmherrn des Großenhainer Ausbildungstages  Thomas de Maizière.
Jörg Rietdorf (links) vom Kulturschloss mit dem Schirmherrn des Großenhainer Ausbildungstages Thomas de Maizière. © Anne Hübschmann

Großenhain. Er selbst wollte als kleiner Junge gern Feuerwehrmann werden. Nicht etwa derjenige, welcher mit Wasserschlauch vorm brennenden Haus steht und das herauslodernde Feuer löscht. Nein! Thomas de Maiziere sah sich in seinen kühnsten Träumen schon als Fahrer eines blitzblanken Einsatzfahrzeuges mit Tatütata bei roter Ampel über die Kreuzung rasen. „Ich weiß nicht wieso, aber ich fand die Vorstellung wahrscheinlich heldenhaft toll“, bekennt der CDU-Politiker und lacht.

Dass er gewissermaßen aus emotionalen Gründen – während der Grundschulzeit sei er sehr verliebt in die Handarbeitslehrerin gewesen – parallel dazu Überlegungen anstellte, eine Karriere als Schneidermeister zu versuchen, ist dem 66-Jährigen ebenfalls eine kleine Anekdote wert. Abgesehen davon, dass der Rahmen, sie zum Besten zu geben, inmitten des Gesprächs über den traditionellen Großenhainer Ausbildungstag durchaus passt. Breit aufgestellt und geistig flexibel war Deutschlands späterer Innen- und Verteidigungsminister wohl offenbar schon damals.

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Ein Lebensabschnitt, dem sich Thomas de Maizière auch heute noch sehr verbunden fühlt. Junge Menschen auf dem Weg in die berufliche Zukunft zu begleiten, ihnen Hilfestellungen zu geben, liegt ihm bereits seit vielen Jahren am Herzen. Einstmals zu Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit begründet, führen er und viele Mitstreiter regelmäßig im Februar in Großenhain zusammen, was unterstützen kann, die richtige Wahl zu treffen. 

Gleich nun, ob eine klassische Ausbildung, ein Studium, der Besuch eines beruflichen Gymnasiums oder dem Ausprobieren im Rahmen eines Praktikums. Möglichkeiten, ans Ziel zu gelangen, gibt es mittlerweile ganz unterschiedliche. „Wir möchten zunächst gemeinsam mit allen Mitwirkenden die Gelegenheit bieten, sich umfassend informieren zu können“, betont Thomas de Maizière.

Das vielfältige Spektrum an betrieblichen und schulischen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region können die Schülerinnen und Schüler demnach am 1. Februar von 9.30 bis 13 Uhr im Kulturschloss und im Berufsschulzentrum „Karl Preusker“ in Großenhain erkunden. Laut  Schirmherr Thomas de Maizière hätten 57 Firmen aus dem gesamten Landkreis Meißen ihre Teilnahme zugesagt. Die Branchen seien dabei ebenso vielfältig wie die Tätigkeitsbereiche: Öffentlicher Dienst, metallverarbeitendes Gewerbe, Bauunternehmen, soziale Einrichtungen, das Bundeswehr Karrierecenter Dresden - die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.

Denn tatsächlich: Ein Blick auf die Liste der Teilnehmer zeigt - das Aufgebot an wichtigen Informationen zu Berufen und Ausbildungswegen ist groß. Einen Vormittag lang bietet sich die Gelegenheit,  bei den Fachleuten selbst Erkundigungen einzuholen, erste Kontakte zu knüpfen oder ein Praktikum zu vereinbaren. 

Zeitgleich findet am Beruflichen Schulzentrum Großenhain auf der Industriestraße der Tag der offenen Tür statt. Dort können Dachräume besichtigt werden, zudem bestehe  die Gelegenheit, mit anwesenden Lehrern ins Gespräch zu kommen.  Allerdings nicht nur mit diesen. „Viele Unternehmen bringen auch ihre Azubis mit! Das finde ich klasse, denn so können sich die Jugendlichen unterhalten und potenzielle Interessenten die Lehrlinge fragen, ob sich der Beruf wirklich so gut anfühlt, wie ursprünglich erhofft“.

 Der Großenhainer Ausbildungstag tut es für Thomas de Maizière jedenfalls immer noch. Auch wenn die Veranstaltungsreihe im Gegensatz zu früher nunmehr an einem Sonnabend einlädt. Die jungen Leute würden dennoch rechtzeitig aus den Federn krabbeln, um tatsächlich pünktlich zur Veranstaltung kommen zu können. Und hätten somit zumindest wohl schon mal eines erkannt: „Du bist der Einzige, der was aus Deinem Leben machen kann!“

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