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Balanceakt über dem Polenztal

Slackliner laufen 360 Meter auf einem Seil in 110 Metern Höhe. Das ist deutscher Rekord, doch es geht noch um etwas anderes.

Ruben Langer mit der Weißkopfadlerdame Hera. Sie hatte die Angelschnur als ersten Faden vom Burggarten zur Hocksteinaussicht geflogen.
Ruben Langer mit der Weißkopfadlerdame Hera. Sie hatte die Angelschnur als ersten Faden vom Burggarten zur Hocksteinaussicht geflogen. © Thomas Türpe

Am Sonnabend sollte es auch noch einen weitere, geplante Überraschung geben. Der Moritzburger Falkner Hans-Peter Schaaf war mit seinen beiden Weißkopfadlern mit dabei. Adlerdame Hera, die am Dienstag die Angelschnur als ersten Faden vom Burggarten zur Hocksteinaussicht geflogen hatte, kam wieder eine besondere Aufgabe zu. Nun sollte Hera auf dem Arm von Ruben Langer landen, während dieser über die Slackline balanciert. Doch irgendwie hatte Hera wohl nicht die richtige Thermik erwischt. Sie flog einen Bogen und entschwand den Blicken. Auch das Küken mit dem Ruben Langer Hera anlocken sollte, half da nichts. Hoffentlich haben sich wenigstens Falkner und Adler wiedergefunden.

Möglicherweise wird die Aktion Überquerung des Polenztales auch noch einmal wiederholt. Allerdings braucht es dann dafür einige Sponsoren.

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Gespannte Blicke auf die Slackline. Wer hier drüber läuft, schafft einen neuen deutschen Rekord.
Gespannte Blicke auf die Slackline. Wer hier drüber läuft, schafft einen neuen deutschen Rekord. © Thomas Türpe

Es ist eine Verbindung der besonderen Art. Mit einem Balancierseil, auch Slackline genannt, war am Wochenende der Hohnsteiner Burggarten mit der Hocksteinaussicht verbunden. Das Seil ist 360 Meter lang und überspannt das Polenztal. Bis zu 110 Meter geht es in die Tiefe, wenn man runterfällt. Für Außenstehende scheint es ohnehin schier unmöglich, die Distanz auf der schmalen Slackline zu überwinden. Gesichert mit Karabinern, stehen jedoch die Profis Ruben Langer, Sören Arlt und Kai Gilbrich sowie andere Wagemutige vom Konnektonauten Slacklineteam Slackline Dresden bereit.

Sie wollen es wissen. Für die Zuschauer und Teilnehmer des deutsch-tschechischen Elbsandsteinbouldercups, der dieses Jahr von Bad Schandau nach Hohnstein wechselte, ist der Versuch ein besonderer Höhepunkt. Und – die Überquerung des Polenztales auf einer Slackline gelingt in der Tat. So manchem Zuschauer mag beim Anblick schon schwummrig geworden sein, wie Yvonne Meyer. Sie war Teilnehmerin des Bouldercups und nutzte eine Pause, um den jungen Männern zuzuschauen. „Das ist nur etwas für Profis. Mir würde schon beim Blick ins Tal hinunter schlecht. Ich finde das aber eine richtig gute Idee“ sagt die junge Frau. Für die Slackliner ist es eine besondere sportliche Herausforderung. „Wir haben damit einen neuen deutschen Rekord geschafft“, sagt Ruben Langer. Und Sören Arlt spricht aus, was seine Truppe nach Hohnstein gezogen hat. Es sei eine wunderschöne Aussicht, wenn man über die Line laufe. Die Aktion verbinde Anstrengung und Genuss. Und diese Mischung an Gefühlen reize eben die Slackliner.

Kai Gilbrich aus Dresden bereitet sich vor. Gut gesichert, wollen sich die Slackliner auf die 360 Meter lange Strecke begeben.
Kai Gilbrich aus Dresden bereitet sich vor. Gut gesichert, wollen sich die Slackliner auf die 360 Meter lange Strecke begeben. © Thomas Türpe

Für den Initiator und Organisator, den Kletterer und Fotografen Thomas Türpe, hat das Ganze eine symbolische Bedeutung. Als Mitglied der Bürgerinitiative zur Rettung der Burg Hohnstein ist er ein glühender Verfechter einer Hängebrücke an eben dieser Stelle. „Sie könnte ein künftiger Besuchermagnet für die Burg und die Stadt sein“, sagt er. Thomas Türpe sieht die Highline darüber hinaus auch als Symbol für den Beginn einer touristischen Entwicklung in und um die Stadt Hohnstein. Schon bald könne aus der in einer Sage beschriebenen Lederbrücke eine Fußgängerbrücke über das Polenztal werden; eine Möglichkeit, Burg und Stadt dauerhaft zu erhalten und zu fördern. Allerdings gab es bereits bei der Vorbereitung der Aktion am Donnerstag noch eine Schrecksekunde. Eine Angelschnur hatte sich in den Bäumen verfangen – sie war dazu gedacht, das eigentliche Balancierseil über das Tal zu ziehen. Zum Glück stand Hohnsteins Bergsportlegende Bernd Arnold mit seiner Technik parat und so konnte das Seil gelöst und die eigentliche Slackline aufgezogen werden.

Anstrengend, aber wunderschöne Aussicht: Diese Mischung an Gefühlen reizt die Slackliner.
Anstrengend, aber wunderschöne Aussicht: Diese Mischung an Gefühlen reizt die Slackliner. © Thomas Türpe

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