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Reiten in der alten Milchviehanlage

Die Anlage Possendorf ist zum Reiterhof umgebaut worden. Künftig soll noch eine Pension hinzukommen - und Reiten ist jetzt wieder erlaubt.

Simona Zimmermann mit den Pferden Buck und Takko in ihrer neuen Reitanlage in Possendorf.
Simona Zimmermann mit den Pferden Buck und Takko in ihrer neuen Reitanlage in Possendorf. © Egbert Kamprath

Vor 20 Jahren wohnten in der Milchviehanlage im Bannewitzer Ortsteil Possendorf noch 616 Kühe. Jetzt sind Pferde eingezogen. Simona Zimmermann und Sven Zeiske haben das komplette Gelände 2017 gekauft: "Wir mussten damals vom Landgut Theisewitz ausziehen und unsere 14 Reitpferde mitnehmen. Binnen eines halben Jahres fanden wir dann diese Anlage, die uns die Agrargenossenschaft verkaufte", sagt die Inhaberin und Reitlehrerin der Reitanlage Possendorf gegenüber Sächsische.de.

Luftaufnahme der riesigen Reitanlage in Possendorf. Hier soll später auch eine Übernachtungs-Möglichkeit für Reiterferien entstehen.
Luftaufnahme der riesigen Reitanlage in Possendorf. Hier soll später auch eine Übernachtungs-Möglichkeit für Reiterferien entstehen. © Egbert Kamprath

Seit 2018 läuft nun der Umbau des 28.000 Quadratmeter großen Geländes und vor allem des Gebäudes, in dem früher die Kühe lebten: "Als Erstes hatten wir im Mai 2018 die große Reithalle fertig und ich konnte mit dem Unterricht beginnen", erzählt die Pferdeliebhaberin begeistert. Sie hat sich damit einen Traum erfüllt. Der Reitplatz mit den Säulen ist 36 Mal 24 Meter groß. Er wird sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen genutzt. "Unsere jüngste Reitschülerin ist vier Jahre alt und der Älteste über 70", sagt Simona Zimmermann. 

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Insgesamt werden derzeit knapp 40 Kinder und etwa 20 Erwachsene unterrichtet. Damit ist die Reitschule auch voll ausgelastet. Allerdings plant die Pferde-Chefin, nach den Sommerferien eine Kindergruppe zu gründen: "Dann können vier bis fünf Kinder gemeinsam unter Anleitung von zwei Lehrern das Reiten bei uns lernen", sagt Zimmermann.

Neben dem Reitunterricht bietet sie auch eine Pferdepension in den 28 neu errichteten Boxen an: "Jetzt im Juni wird eine Box frei, die wir gerne wieder an liebevolle Pferdehalter vermieten wollen", sagt die Reitanlagen-Inhaberin. 

Sven Zeiske im ehemaligen LPG Stall. Einen Teil des Gebäudes will er jetzt zur Fahrzeughalle umbauen.
Sven Zeiske im ehemaligen LPG Stall. Einen Teil des Gebäudes will er jetzt zur Fahrzeughalle umbauen. © Egbert Kamprath

Auch der Reiterhof war lange von den Corona-Einschränkungen betroffen. Seit dem 17. März 2020 durften keine Reitstunden in der Reithalle angeboten werden. Diese Beschränkung ist seit Montag aufgehoben und nun können kleine und große Reiter wieder ihrem Hobby nachgehen. 

In der Reitanlage wohnen jetzt neun Pferde, die Simona Zimmermann gehören und 19, die als Pensionspferde betreut werden. Draußen stehen den Tieren Koppelflächen mit einer Größe von rund 15 Hektar zur Verfügung. Neben einem Tagessommer-Camp während der Schulferien plant die Reitlehrerin für den kommenden Herbst einen Tag der offenen Tür, wenn die Corona-Beschränkungen dies zulassen.

Es gibt weitere Umbaupläne

Nachdem im Jahr 2018 die Reithalle mit neuer Trennwand und die Pferde-Boxen als Erstes aus der alten Milchviehanlage entstanden waren, folgten die Sattel-und Futterkammer. Jetzt wird in der großen Halle ein Reiterstübchen gebaut, mit sanitären Anlagen, inklusive einer Dusche. Geplant ist auch eine Übernachtungsmöglichkeit vor allem für Reiterferien: "Ob das eine Art Heuhotel oder Zeltlager oder etwas anderes wird, wissen wir noch nicht. Wir stecken da noch in der Planungsphase", sagt Simona Zimmermann.

Die riesige Stallanlage mit einer Länge von 50 Metern und einer Breite von 35 Metern wird als eine Grundstücksgemeinschaft von Sven Zeiske und Simona Zimmermann benutzt. Das bedeutet, das Gebäude wurde mittig durch eine Trennwand geteilt. Im vorderen Bereich befindet sich die Reitanlage Possendorf und im hinteren Bereich wird derzeit kräftig gebaut, sagt Sven Zeiske: "Ich arbeite als Lohnunternehmer im landwirtschaftlichen Bereich. Das heißt, ich fahre im Auftrag mit landwirtschaftlichen Maschinen, wie mit dem Mähdrescher, und bewirtschafte die Äcker der Bauern und Agrargenossenschaft." 

Für seine ganzen Maschinen benötigt er Platz und dieser soll nun im zweiten Teil innerhalb der alten Milchviehanlage mit geschaffen werden. Dort laufen derzeit die Abbrucharbeiten und danach werde der Boden geebnet. Später sollen dann ein Mähdrescher, drei Traktoren und diverse Anhänger dort vor Wind und Wetter geschützt stehen.

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