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Bank-Ideen für Riesas Stadtpark

Eine Anwohnerin möchte, dass es künftig mobile Sitzmöglichkeiten in der Anlage gibt – und noch mehr. Aber nicht nur Corona erschwert eine Umsetzung.

Susanne Braune auf einer der Bänke im Riesaer Stadtpark: Die 36-Jährige würde gern für weitere Sitzgelegenheiten im Park sorgen.
Susanne Braune auf einer der Bänke im Riesaer Stadtpark: Die 36-Jährige würde gern für weitere Sitzgelegenheiten im Park sorgen. © Sebastian Schultz

Riesa. Fürs Foto hat sich Susanne Braune die erste Bank am Hauptweg im Stadtpark  ausgesucht. An diesem späten Maivormittag ist es die einzige der dortigen fünf Sitzgelegenheiten, die nicht im Schatten der großen Bäume liegt. Geht es nach Susanne Braune, soll es künftig einfacher sein, sich einen sonnigen Sitzplatz im Park zu suchen: Per "Wanderbank", die einfach dorthin getragen werden kann, wo es den Parkbesuchern gefällt.

Die Idee sei ihr im Dezember vorigen Jahres gekommen, erzählt die 36-jährige Riesaerin. Da habe eine Bank auf der Freifläche im Park gestanden. Wenig später sei sie nicht mehr da gewesen. Als sie sich daraufhin in den sozialen Netzwerken dazu umgehört habe, sei die Antwort gekommen, dass die Bänke  frei beweglich und auch dazu gedacht seien, transportiert zu werden. "Das fand ich gut." Über eine eigens dafür gestartete Facebook-Seite rief Susanne Braune auf, die Sitzmöbel wandern zu lassen und Fotos davon zu teilen.

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Dämpfer für Mitmach-Aktion

Zwischenzeitlich habe sich die Anfangsidee weiterentwickelt, so die Riesaerin mit Meißner Wurzeln. "Es ging dann auch darum, ein paar mehr Bänke für den Stadtpark aufzutreiben." Zwar stünden schon einige. "Aber der Park könnte durchaus noch ein paar mehr vertragen." Über verschiedene Sponsoren habe sie mehrere gebrauchte Bänke bekommen, erzählt Susanne Braune. Insgesamt acht – und eine davon sei sogar nagelneu.

Für Anfang April hatte Susanne Braune schon Pläne geschmiedet, diese Bänke  gemeinsam mit anderen Bürgern bei einem "Kreativtag" im Park aufzupeppen. Es sollte eine Mitmach-Aktion werden, eine Art Familientag, mit Werkelei an den Bänken – aber auch mit Möglichkeiten für Spiele und Spaß von Slacklining bis Federball. Eine Riesaer Druckerei hatte schon Werbeflyer gesponsert, mit denen die Werbetrommel für den Termin gerührt wurde, sagt Susanne Braune. Wegen der Corona-Beschränkungen wurde aus der Veranstaltung aber vorerst nichts. 

Genehmigung schwer zu bekommen

Doch nicht nur Corona erschwert die Umsetzung von Susanne Braunes Ideen. Von Stadträten auf die Wanderbänke für den Stadtpark angesprochen, sagte Oberbürgermeister Marco Müller (CDU) im vergangenen Bauausschuss, dass er den Vorschlag kenne und grundsätzlich gut finde – er aber damit rechne, dass es bei wildem Aufstellen von Bänken Probleme geben könnte. Müller verwies unter anderem auf die Verkehrssicherungspflicht der Kommune. Die sei auch der Grund gewesen, warum die anfangs unbefestigten neuen Bänke am Mittelweg im Boden verankert worden seien.

Außerdem müsse man insbesondere im Stadtpark übergeordnete Behörden fragen, wo überhaupt Bänke aufgestellt werden dürfen, so der OB. Schon für die neu aufgestellten Bänke am Mittelweg sei die Genehmigung  nicht ganz einfach zu bekommen gewesen. Die Sitzmöbel waren im Jubiläumsjahr 2019 nach einer von Stadträten initiierten  Sponsoring-Aktion dort aufgestellt worden.

Ein Knackpunkt ist, dass der Park im Überschwemmungsgebiet liegt, in dem das Bauen grundsätzlich erschwert ist. Aber auch Denkmal- oder Naturschutzaspekte spielten in der Vergangenheit im Stadtpark eine Rolle.

Kritiker mobiler Sitzbänke wenden zudem ein, dass diese an jede Stelle getragen werden könnten – und damit auch dorthin, wo sie nun gar nicht hingehören. In Büschen,  quer auf den Wegen – oder gar in der Jahna. Außerdem müssten Parkbesucher die Bänke erst suchen.

Schön – aber ausbaufähig

Trotz alledem: Susanne Braune hat ihre Idee der Wanderbank für den Stadtpark nicht abgeschrieben.  Sie wolle sich weiter dafür einsetzen, sagt sie. Denn der Park an sich sei schon sehr schön – es fehle aber noch an zusätzlichen Besuchermagneten, die Lust darauf machen, dorthin zu gehen. 

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Sollte es mit der mobilen Sitzgelegenheit nichts werden, habe sie noch weitere Ideen. "Aber das ist alles noch nicht fix." Im Vordergrund stehe jetzt erst einmal, den ausgefallenen Kreativtag vom April nachzuholen und die gesponserten Bänke aufzuarbeiten, so die Riesaerin. Was sich dann ergebe, müsse man sehen. "Das ist der Vorteil bei kreativen Menschen: Wenn ein Weg nicht geht, geht man woanders lang."

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