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Streit um einen "Palast"

Wenn Dohna diskutiert, dann meist um Geld. Diesmal geht es um den Arbeitsplatz für 13 Leute.

Früher Raiffeisen-Objekt, gehört das Kornhaus inzwischen der Stadt Dohna und soll Bauhof-Standort werden.
Früher Raiffeisen-Objekt, gehört das Kornhaus inzwischen der Stadt Dohna und soll Bauhof-Standort werden. © Daniel Schäfer

Den Bauhof nimmt keiner wahr, so lange alles funktioniert. Wenn es aber mit dem Rasenmähen, dem Winterdienst oder Reparaturen in der Stadt hapert, wird schnell geschimpft. Nach den Arbeitsbedingungen der Bauhofleute fragt kaum jemand. So war das auch lange in Dohna. 

Doch inzwischen gibt es die Chance, das zu ändern. Die Stadt Dohna hat vor nunmehr drei Jahren das Kornhaus gekauft, um dort die bisher kreuz und quer verteilten Bauhof-Standorte zu konzentrieren. Gleichzeitig wird bereits seit vergangenem Jahr auch in Sachen Bauhof enger mit der Gemeinde Müglitztal zusammengearbeitet. Nun geht es um den nächsten Schritt, den Umbau des Kornhaus-Areals.

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"Den ganzen Mist weg"

Wie immer gibt es mehrere Varianten. Am Ende sind die Kosten entscheidend. Bei der ersten Variante wäre es nur etwa eine Million Euro für Reparaturen an den bestehenden Standorten gewesen, ohne Fördergeld. Doch das ist eigentlich nicht das Ziel, weder nur Reparatur noch ohne Förderung. Und da kam die Chance mit dem Förderprogramm „Start 2020“ genau richtig.

Die jetzt diskutierten zwei Varianten unterscheiden sich im Preis. In beiden werden die tatsächlich genutzten Flächen geringer als bisher. Der Unterschied der Varianten ist der Betrag von einer Million Euro. Die teurere in zwei Abschnitte zu teilen, macht es nicht billiger. So weit war der Technische Ausschuss in Vor-Corona-Zeiten schon gewesen. Der hatte das Projekt schon von reichlich sieben auf rund vier Millionen Euro abgespeckt. Nun aber wurde noch einmal im Stadtrat diskutiert und am Ende nur knapp beschlossen.

Dabei war man sich selbst innerhalb der Freien Wähler nicht einig. Egal, ob Minimal- oder Maximalvariante, für Lars Häßlich (Freie Wähler) ist es ein "Palast für 13 Leute". Das sei Wahnsinn und werde niemals gebraucht. Den "ganzen Mist weg und eine einfache Halle" mache es auch. Vorhandene Hallen stehen zu lassen, mache das Ganze zum Millionengrab, sagte er. 

Doch so einfach ist das mit einer Leichtbauhalle nicht, war man sich schon im Technischen Ausschuss einig gewesen. Denn dann gibt es Mehrkosten wegen der Regenwasserrückhaltung. Für den "Palast" bekam Häßlich von Dietmar Neumann (CDU) Kontra. "Es handelt sich hier um Menschen, auch wenn es nur 13 sind." Abgesehen davon ist der Bauhof für die ganze Stadt und alle Ortsteile da.

Rückzug nach Auszeit

Daran knüpfte dann auch Häßlichs Fraktionschef Hans-Jörg Fischer mit einem Kompromissvorschlag an: den Hallenneubau mit dem Sanitärbereich zu genehmigen, die umliegenden Gebäude so lassen, wie sie sind. Aber auch dagegen war Häßlich. Und Fischer zog seinen Vorschlag nach einer Auszeit für alle zurück. 

Zwischenzeitlich hatte Peter Hauer (Freie Wähler) auch noch ein anderes Thema aufgemacht. Ihm sagte die Kooperation mit Müglitztal nichts. Kein Wunder, war sie auch vom vorherigen Stadtrat schon beschlossen worden. Thomas Klingner (Grüne/Fraktion mit den Linken) war damals auch nicht dabei, sieht aber, dass sich schon einige Leute einige Zeit damit beschäftigt haben und mahnte etwas Vertrauen an. Das hatten dann auch die meisten: Neun Ja-Stimmen für den Bauhof-Umbau, fünf Nein-Stimmen und drei Enthaltungen aus den Reihen der Freien Wähler.

Nicht nur der Druck des Geldes

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Dohna hat das Objekt schon 2016 gekauft. Der erste Versuch, es für den Bauhof umzubauen, scheiterte. Nun drängt die Zeit und es gibt einen zweiten Anlauf.

Das heißt, nun wird die Variante umgesetzt, in der das alte Gebäude erhalten und nur eine Funktionshalle neben der Straße Am Robisch neu gebaut wird. Der nächste Schritt ist der konkrete Förderantrag. "Start 2020" übernimmt bis zu 60 Prozent der Kosten. Unabhängig vom Geld ist Dohna in Zeitdruck. Ende des Jahres ist Schluss mit der genehmigten Übergangszeit für die bisherigen drei Bauhof-Standorte.

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