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Bautzen: Sexualstraftäter muss ins Gefängnis

Bereits vor einigen Jahren wurde der 57-Jährige wegen Vergewaltigung verurteilt. Jetzt hatte er es auf eine 14-Jährige abgesehen.

Wolfgang R. aus Bautzen musste sich am Dienstag  vor Gericht verantworten. Er ist dort kein Unbekannter. Schon vor zehn Jahren wurde er unter anderem wegen einer Vergewaltigung verurteilt.
Wolfgang R. aus Bautzen musste sich am Dienstag vor Gericht verantworten. Er ist dort kein Unbekannter. Schon vor zehn Jahren wurde er unter anderem wegen einer Vergewaltigung verurteilt. © Steffen Unger

Bautzen. Es ist der Alptraum wohl vieler Eltern: Die Teenager-Tochter lernt einen Mann beim Chatten kennen, sie treffen sich – und der Mann belästigt das Kind sexuell. Ungefähr so soll es einer damals 14-Jährigen ergangen sein. Wolfgang R. aus Bautzen soll vor zwei Jahren insgesamt 19 Textnachrichten mit dem Mädchen ausgetauscht haben.

Als die beiden sich das erste Mal trafen, so der Vorwurf, soll der 57-Jährige das Mädchen in seiner Wohnung auf dem Sofa zu sich herangezogen haben. Dann soll er sie geküsst haben, sie auf seinen Schoß gezogen und ihr an den Po gefasst und die Oberschenkel gestreichelt haben. Das Mädchen soll versucht haben, sich wegzudrücken – aber der Angeklagte soll weitergemacht haben. Erst kurz darauf soll es dem Mädchen gelungen sein, sich loszureißen.

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Schon im Dezember musste sich der Mann deshalb vor dem Bautzener Amtsgericht verantworten, ist dort zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Vor dem Amtsgericht sagte Wolfgang R. nichts zu dem Vorfall auf dem Sofa. Das Gericht schätzte jedoch die Erzählungen des Mädchens als glaubhaft ein. Die Textnachrichten leugnet Wolfgang R. nicht. Dennoch: Sein Urteil wollte er nicht hinnehmen, legte Rechtsmittel ein. Der Fall ging in Berufung. Am Dienstag dieser Woche musste sich der 57-Jährige deshalb im Landgericht in Bautzen blicken lassen.

Er durfte keinen Kontakt zu Minderjährigen haben

Besonders prekär an der Sache: Vor Gericht ist Wolfgang R. aus Bautzen kein Unbekannter. Wegen anderer Sexualstraftaten saß er in der Zwischenzeit für sechs Jahre im Gefängnis. So hat er vor etwa zehn Jahren eine 19-Jährige nahe des Abgott-Felsens in Bautzen vergewaltigt. Dann zwang er sie, ein Textstück zu unterschreiben, dass der Geschlechtsverkehr freiwillig gewesen sein. Und auch damals hatte der Mann eine Minderjährige im Fokus. So hat Wolfgang R. eine damals ebenfalls 14-Jährige in seiner Wohnung in Bautzen missbraucht.

Noch bis 2021 hat der Mann aber bestimmte Weisungen während der laufenden Führungsaufsicht zu befolgen, darf überhaupt keinen Kontakt zu Minderjährigen haben. Deshalb musste er sich vor Gericht auch wegen der 19 Textnachrichten verantworten: ein Verstoß gegen diese Weisungen.

Nach der Tat: Einschüchterung per SMS

Das Schema, das der Mann dabei vor zehn Jahren an den Tag legte, ähnelt dem der Tat von 2018, um die es nun vor Gericht ging. Ein Grund, weshalb das Gericht die Aussagen des Mädchens auch als glaubhaft bewertete. Denn damals schüchterte er die Mädchen nach der Tat per SMS ein. So behauptete er, er kenne Leute, die Handgranaten besorgen könnten.

Und auch dieses Mal hat er per SMS Druck auf die 14-Jährige ausgeübt. So soll er – obwohl das Mädchen ihn gebeten haben soll, sie in Ruhe zu lassen – sie angerufen haben. Bei dem Telefonat soll er ihr gedroht haben, dem Jugendamt und ihren Eltern von angeblichem Alkoholmissbrauch zu erzählen, wenn sie jemandem von der Tat erzähle. Er fuhr aber auch noch schwerere Geschütze auf: Er kenne Leute aus dem Knast, die wegen Mord einsaßen, drohte er der Jugendlichen. Die würde er bei ihr vorbeischicken.

Ein Jahr und sechs Monate für den sexuellen Übergriff und 19 Verstöße gegen die Weisungen der Führungsaufsicht, so urteilte das Amtsgericht. „Eine niedrige Gesamtstrafe“, ordnet der Vorsitzende Richter Friedrich-Leopold Graf zu Stolberg am Dienstag ein und stellt gegenüber Wolfgang R. klar: „Selbst, wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass der Übergriff nicht nachweisbar ist, erfolgt kein Freispruch.“ Der Richter legt dem Angeklagten nahe, die Berufung zurückzuziehen – was dieser dann auch tut. Die Haftstrafe vom Amtsgericht ist damit rechtskräftig – Wolfgang R. muss wieder hinter Gitter.

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