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Bautzen: Wie die Sportvereine jetzt neu starten

Die Trainingsplätze sind nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Doch gemeinsamen Sport gibt es nur nach strengen Regeln.

Hinweise am Tornetz: Beim Training im Sportverein ist wegen Corona jetzt vieles anders als sonst.
Hinweise am Tornetz: Beim Training im Sportverein ist wegen Corona jetzt vieles anders als sonst. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Handball ist ein dynamischer Sport mit Wucht, Härte und Kraft, mit viel Körperkontakt und verschwitzten Sportlern, die sich viel näher nicht kommen könnten. Das Abklatschen vor und nach den Spielen gehört genauso dazu wie der enge Mannschaftskreis während einer Auszeit. All das ist derzeit durch die Corona-Beschränkungen nicht möglich, aber die Handball-Kinder und -Jugendlichen vom MSV Bautzen trainieren trotzdem. Und das ist auch gut so, findet MSV-Geschäftsführer Steffen Waldmann. „Wir freuen uns darüber, dass wir wieder was machen können.“ 

Seit dem 4. Mai dürfen Außensportstätten in Sachsen unter Einhaltung von Hygiene-Regeln wieder genutzt werden. Dazu gehört etwa, dass nicht mehr als eine Person auf 20 Quadratmetern trainieren darf. Beim Handball wären das ungefähr neun Menschen pro Spielhälfte. Und der Mindestabstand zwischen den Spielern muss 1,50 Meter betragen. „Trainingseinheiten mit Mannschaftsspiel-Charakter sind nicht erlaubt. Jeglicher Körperkontakt ist zu vermeiden“, heißt es in der sächsischen Allgemeinverfügung.

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Umkleiden und Duschen bleiben zu

Für Steffen Waldmann und den MSV Bautzen ist das eine große Herausforderung. „Es erfordert ein ganz diszipliniertes Verhalten. Nach Möglichkeit sollen die Sportler ihre eigenen Geräte wie zum Beispiel Bälle mitbringen. Umkleiden und Duschen sind vorerst geschlossen. Jeder muss bereits umgezogen zum Training kommen.“ 

Jetzt sei auch die Kreativität der Trainer gefragt, um zu überlegen, welche Übungsformen überhaupt möglich sind. „Die Chance, Sport zu treiben, ist durch die Größe unseres Sportparks sehr gut. Wenn wir eine Regel allerdings nicht umsetzen können, dann kann dieser Sport nicht stattfinden. Gerade bei den Kleinsten ist das Training nur mit mehreren Betreuern möglich“, erklärt Waldmann.

Handball ohne Zweikämpfe und Körperkontakt: Eigentlich kaum vorstellbar, aber wegen der Corona-Bestimmungen zurzeit nicht anders möglich. Trotzdem sind die Handballer der B-Jugend vom MSV Bautzen froh, wieder trainieren zu können.
Handball ohne Zweikämpfe und Körperkontakt: Eigentlich kaum vorstellbar, aber wegen der Corona-Bestimmungen zurzeit nicht anders möglich. Trotzdem sind die Handballer der B-Jugend vom MSV Bautzen froh, wieder trainieren zu können. © SZ/Uwe Soeder

Die Fußballer vom SV Post Germania Bautzen sind seit dieser Woche wieder im Training, sowohl die Herren- als auch die Jugendmannschaften, sagt Schatzmeister Marcel Frenzel. „Es darf immer nur eine Mannschaft trainieren und das in kleinen Gruppen. Früher standen auch mal zwei Männerteams auf dem Platz. Das geht derzeit nicht.“ Auch kommen und gehen die Spieler in Sportkleidung und dürfen Umkleiden und Duschen nicht nutzen.

Diese Vorsicht beobachtet auch Lars Bauer, Geschäftsführer des Kreissportbundes Bautzen. „Die Vereine sind sehr diszipliniert. Wir empfehlen, jeweils die Umsetzbarkeit der Regeln vor Ort zu betrachten.“ Bauer hat aber auch Anrufe bekommen, in denen es nicht nur um Vorsicht ging. „Eltern haben uns mitgeteilt, dass ihre Kinder mitunter Angst davor haben, sich mal zu berühren. Das kann natürlich nicht das Ziel sein.“

Er vertraue da aber auf die geschulten Übungsleiter, die in der aktuellen Situation nicht nur vor solchen Herausforderungen stehen. „Für die Ehrenamtlichen in den Sportvereinen bedeutet das alles einen enormen Aufwand. Sie müssen die ganzen Informationen zu Corona aufarbeiten, weitergeben und umsetzen.“

Der Kreissportbund informiert die Vereine zweimal pro Woche zur aktuellen Lage und beantwortet die wichtigsten Fragen auf seiner Homepage. Für Bauer ist jetzt wichtig, dass überhaupt wieder Sport getrieben werden kann. „Alleine kann jeder irgendwo was machen, aber das Erlebnis in der Gruppe ist nicht zu ersetzen.“ Da gehe es um gesellschaftliche Teilhabe und Interaktion, was mindestens so wichtig sei wie die Fitness.

Das sieht Steffen Waldmann ähnlich. „Es ist auch ein soziales Training. Wir versuchen, uns einmal pro Woche zu treffen und zu bewegen. Unsere Turner machen jetzt eine Walking-Gruppe auf, um überhaupt etwas zu tun, und unsere Basketballer trainieren statt in der Halle draußen Einzelwürfe und machen Fitness-Übungen.“

Hallensportler hoffen auf Lockerungen

Schwierig ist die Lage auch für andere Sportler, die sonst in der Halle sind, etwa die Kampfkünstler vom Verein TaekwonDo Dojang Bautzen. „Wir hatten eine Option für das Training auf einer Außensportstätte geprüft, aber leider keine Genehmigung erhalten, da das Objekt nur zusammen mit einer Halle gebucht werden konnte“,  sagt Vorsitzender Matthias Tracksdorf. Gemeinsam auf einer Wiese oder anderen Freifläche zu trainieren, war ihm und seinen Mitgliedern aufgrund der Corona-Schutz-Verordnung zu heikel. Die Erwachsenen würden derzeit allein zu Hause trainieren. Bei den Kindern sei das schwierig, da sie Anleitungen bräuchten.

Matthias Tracksdorf denkt aber, diese Zeit bald überstanden zu haben. „Ich gehe davon aus, dass es ab nächster oder übernächster Woche Lockerungen für Hallensportler geben wird." Und da ist er nicht der einzige. Auch Lars Bauer ist sich sicher, dass "wir von einem überschaubaren Zeitraum sprechen und weitere Lockerungen kommen werden“.

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