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Bogenbrücke an der Malter wird ausgebaut

108 Jahre alt ist die Brücke über einen Seitenarm der Talsperre in Paulsdorf. Sie wird saniert. So rückt der lange geplante Malter-Radweg einen Schritt näher.

Die Brücke ist als Baudenkmal eingestuft. Aber sie hat auch eine wichtige Funktion für den Verkehr entlang der Talsperre Malter.
Die Brücke ist als Baudenkmal eingestuft. Aber sie hat auch eine wichtige Funktion für den Verkehr entlang der Talsperre Malter. © Karl-Ludwig Oberthür

Ein Radweg um die Talsperre Malter ist ein alter Wunschtraum, der schon im letzten Jahrtausend diskutiert wurde. Ganz langsam nähert sich das Landratsamt nun diesem Ziel. Der nächste große Schritt dafür steht jetzt bevor: Die Brücke über den Lämmergrund in Paulsdorf soll nächstes Jahr saniert werden und daneben eine zweite drei Meter breite Brücke für den Fuß- und Radweg erhalten. Diese wird auf der Seite zur Talsperre hin gebaut, informierte Heiko Weigel, Beigeordneter im Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Er ist dafür zuständig, weil die Straße rings um die Talsperre Malter eine Kreisstraße ist.

Die Bauskizze zeigt, wie die Fachwerkkonstruktion für den Radweg an die Brücke in Paulsdorf angebaut werden soll. 
Die Bauskizze zeigt, wie die Fachwerkkonstruktion für den Radweg an die Brücke in Paulsdorf angebaut werden soll.  © Quelle: Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebir
108 Jahre alt ist die Brücke und vor 28 Jahren zuletzt saniert worden. Die Schäden sind nicht zu übersehen. 
108 Jahre alt ist die Brücke und vor 28 Jahren zuletzt saniert worden. Die Schäden sind nicht zu übersehen.  © Karl-Ludwig Oberthür
Die Brücke ist zu schmal, um neben dem Autoverkehr auch noch einen Radweg unterzubringen.. Dafür ist eine Brücke neben der Brücke geplant. 
Die Brücke ist zu schmal, um neben dem Autoverkehr auch noch einen Radweg unterzubringen.. Dafür ist eine Brücke neben der Brücke geplant.  © Karl-Ludwig Oberthür

Im Juli 2020 ist die Entscheidung gefallen, dass der Freistaat Sachsen das Vorhaben mit rund 920.000 Euro fördert, das sind 90 Prozent der Kosten. Jetzt treibt das Landratsamt die Planung weiter voran, sodass im November die Arbeiten ausgeschrieben werden können. Für Baufirmen hat das den Vorteil, dass sie sich um einen Auftrag bewerben können, um ins Frühjahr zu starten. In der Regel machen sie dafür bessere Preise. Losgehen soll es im Februar 2021 mit den ersten Baumfällarbeiten. Insgesamt soll dann im November 2021 die neue Brücke fertig sein.

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Eine Brücke neben der Brücke

An der Brücke selbst soll sich wenig ändern. Sie wurde 1912 errichtet im Zug des Talsperrenbaus und steht so wie die Staumauer und die anderen Brücken unter Denkmalsschutz. Nur reicht die Breite der jetzigen Brücke nicht, um dort noch einen Radweg unterzubringen. Deswegen fiel die Entscheidung, eine Brücke neben der Brücke zu bauen. Eine Aluminiumkonstruktion wird auf die Talsperrenseite gesetzt, die Platz bietet für einen drei Meter Fuß- und Radweg. Dafür sollen zwei Pfeiler neu gebaut werden, auf denen das Aluminiumfachwerk liegen wird.

Danach wird die bestehende Brücke instandgesetzt. Deren Breite bleibt unverändert. Die Bauarbeiten laufen analog der Instandsetzung der Brücke über den Bormanns Grund in Malter. Die ist ebenfalls vor über hundert Jahren im Zuge des Talsperrenbaus in der gleichen Bauweise errichtet worden und vor drei Jahren saniert worden.

Die Abdichtung muss erneuert werden, damit keine Feuchtigkeit mehr in die Brückenkonstruktion eindringen kann. Das würde auf Dauer die Standfestigkeit in Gefahr bringen. Was auf den Bögen aufliegt wird erneuert. Die Bögen bleiben erhalten. Hier werden nur Schäden am Mauerwerk und der Verkleidung ausgebessert. Zuletzt ist die Brücke über den Lämmergrund 1992 saniert worden, informierte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr.

Während der gesamten Bauzeit müssen sich die Autofahrer durch Paulsdorf auf eine Baustellenampel einstellen. Die Fachwerkkonstruktion für die Fuß- und Radwegbrücke wird im Werk fertiggestellt und angeliefert. Ein großer Kran wird sie dann an Ort und Stelle heben. Für diese Arbeiten muss die Straße voll gesperrt werden, voraussichtlich an zwei oder drei Wochenenden. An diesen Tagen ist dann eine Umleitung über Malter vorgesehen.

Zwei Schritte fehlen dann immer noch

Damit ist dann ein weiterer Schritt auch in Richtung Radwegbau getan. Zwei weitere stehen aber noch aus. Die Brücke zwischen Dippoldiswalde und Paulsdorf über den Tännichtgrund muss auch noch instand gesetzt werden. Für die Tännichtgrundbrücke ist die Situation vergleichbar dem Lämmergrund. Auch dort muss der Radweg vorbeigeführt werden und dafür mehr Platz geschaffen werden.

Für den Damm über den Seifenbach, der zwischen dem Haus „Seeblick“ und dem Kindergarten „Wasserflöhe“ in Paulsdorf liegt, gibt es Überlegungen, keine eigene Fahrradspur zu schaffen. „Hier erscheint aufgrund der ohnehin wegen des Badebetriebs reduzierten Geschwindigkeit die Führung des Radverkehrs im Mischverkehr denkbar“, teilt Heiko Weigel mit. Selbst wenn hier eine einfache Lösung möglich wird, muss der sogenannte Seifendamm in Ordnung sein, ehe hier ein Radweg drübergelegt werden kann.

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Eine Vorplanung für den Radweg von Dippoldiswalde über die Vorsperre und durch Paulsdorf bis zum Abzweig nach Seifersdorf liegt vor. Die müsste weitergeführt werden, damit man wirklich bauen kann. „Im Doppelhaushalt 2021/2022 des Landkreises wird der Bedarf angemeldet“, kündigt Weigel an. Im Wesentlichen muss der Landkreis die Finanzierung tragen. Innerhalb der Ortsdurchfahrt Paulsdorf ist die Stadt Dippoldiswalde ebenfalls mit verantwortlich. Heiko Weigel hat vor der Bürgermeisterwahl 2019 in Dippoldiswalde versprochen, dass der Radweg vor Ende der ersten Amtsperiode von Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) gebaut wird. Bis zum Jahr 2026 hat er also noch Zeit.

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