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Willkommen in der Buchhaltestelle

Lesen statt Warten: Nentmannsdorf hat seine besondere Bücherei eingeweiht und schon die nächsten Ideen.

Mit Liebe und handgemacht wie alles an der Buchhaltestelle: das Schild. Und ein zweites soll noch folgen.
Mit Liebe und handgemacht wie alles an der Buchhaltestelle: das Schild. Und ein zweites soll noch folgen. © Karl-Ludwig Oberthuer

Ein Bücherpaket für eine Bratwurst: Das war der Nentmannsdorfer Deal am Sonntagnachmittag. Gefühlt das halbe Dorf kam, um die Buchhaltestelle einzuweihen und die meisten brachten Bücher mit. Nicht wegen der Bratwurst, sondern der Bücher wegen und ihrer besonderen Haltestelle. Die hat zur Einweihung auch noch ein entsprechendes Schild erhalten. Auf die andere Seite der Tür soll noch ein Schild mit einem Bücherwurm, sagt Romy Schrön. 

Sie ist die Nentmannsdorfer Bücherfee, die gemeinsam mit Rica Handrick die Idee hatte und sie nun betreut. Der Kofferraum ihres Autos füllt sich. Sie nimmt alle Bücher mit nach Hause, um sie zu sortieren. Kaputte und nicht jugendfreie werden ausrangiert. Und die Weihnachtsbücher kommen in eine extra Kiste, bis ihre Zeit gekommen ist. Romy Schrön ist in ihrem Element. „Nichts wie rein“, sagt sie zur Eröffnung und weist darauf hin, dass sich nicht zu viele gleichzeitig in der Haltestelle aufhalten. Die ist ab sofort sieben Tage die Woche rund um die Uhr offen.

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Eine Kiste gegen ein Buch

„Schön habt ihr's gemacht“, sagt eine Frau. Eine Mutter mit ihren Kindern steht vor dem Regal mit den Kinderbüchern. „Da müssen wir nicht mehr nach Pirna in die Bibliothek gehen“, sagt die Mutter. Einige Kinder haben den kleinen gelben Tisch mit den zwei Stühlchen gleich in Beschlag genommen. Romy Schrön freut sich. Rica Handrick weist auf das Gästebuch hin. In das können die Buchhaltestellen-Besucher schreiben, welche Tipps und Hinweise sie haben. „Und natürlich auch, was ihnen gefällt.“ Die nächste Idee der beiden Frauen: Lesungen. Ihr Wunsch: Dass alle auf Ordnung und Sauberkeit in der guten Bücherstube achten.

Sven Angermann hat nicht nur eine ganze Kiste Bücher aus Burkhardswalde mitgebracht, sondern auch gleich ein Buch mitgenommen. „Der Wanderchirurg“, ein dicker historischer Roman stach ihm ins Auge. Das Buch unter dem einen Arm, die Bratwurst in der anderen Hand, sagt er: „Ich bringe bestimmt noch mehr Bücher.“

Eine Bücherstation hier: Genial.

Betreut selbst eine Bücherei und hat auch die zuhause ausgeräumt: Manuela Zmmermann.
Betreut selbst eine Bücherei und hat auch die zuhause ausgeräumt: Manuela Zmmermann. © Karl-Ludwig Oberthuer

Manuela Zimmermann betreut selbst eine Bücherei, die im Heidenauer Sonnenhof. Dort kommen immer wieder neue Bücher dazu. Nun war die Gelegenheit perfekt, dort etwas auf- und damit die Nentmannsdorfer Buchhaltestelle einzuräumen. Dazu kamen etliche private Kinderbücher der Enkel. Ihre eigenen Kinderbücher behält sie noch. "Die gebe ich nicht weg", sagt die Nentmannsdorferin. "Ich habe solche Bücherstationen schon oft gesehen, vor allem in kleineren Orten. Dass es so was nun auch in Nentmannsdorf gibt, ist genial."

Zwei Taschen voll für Kinder

Fünf Bücher von zwei Taschen voll: Bernd Irnsberger hat sie aus Pirna nach Nentmannsdorf gebracht.
Fünf Bücher von zwei Taschen voll: Bernd Irnsberger hat sie aus Pirna nach Nentmannsdorf gebracht. © Karl-Ludwig Oberthuer

Schon die zweite Tasche voller Bücher bringt Bernd Irnsberger aus Pirna. Spiele und Bücher für Kinder, Jugend-Lexika und Ratgeber-Bücher sind dabei. Beim Vorrichten fielen ihm die Bücher in die Hand, die er eigentlich schon lange hatte ausrangieren wollen. Was er mit ihnen gemacht hätte, wenn es die Nentmannsdorfer Buchhaltestelle nicht gäbe? "Gute Frage", sagt er und zuckt mit den  Schultern. Er ist froh, nicht vor die Frage gestellt zu sein. In Nentmannsdorf findet er seine Bücher gut aufgehoben. Das war ihn den Weg von Pirna-Jessen wert. 

Nachschub in beide Richtungen

Tauscht ihr Lesefutter ein gegen neues: Mona Hockarth aus Nentmannsdorf.
Tauscht ihr Lesefutter ein gegen neues: Mona Hockarth aus Nentmannsdorf. © Karl-Ludwig Oberthuer

Bei Mona Hockarth sind die Bücher wie der süße Brei. Sie werden immer mehr. Eigentlich wollte sie sie der Bibliothek im Heidenauer Sonnenhof geben, doch die platzt schon aus allen Nähten. Da kam die Buchhaltestelle in ihrem Heimatdorf gerade recht. Alle Bücher, die sie hierher gebracht hat, hat sie auch gelesen. Manche bis zu dreimal. Die Nordlichter-Krimis zum Beispiel. Und ihre erste Lieferung wird nicht die letzte sein. Da sie immer Nachschub kauft, ist auch der für die Buchhaltestelle gesichert. In der hat sie sich nun auch erst einmal eingedeckt. 

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