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Augustusburg: Fast jeder dritte Test positiv

Bei 24 Schülern und Erwachsenen am dortigen Gymnasium ist das Coronavirus bereits nachgewiesen worden. Am Freitag gibt es weitere Tests.

Ein Team des Deutschen Roten Kreuzes ist am Donnerstag am Gymnasium in Augustusburg, um Schüler, Lehrer und alle anderen Mitarbeiter auf das Coronavirus zu testen.
Ein Team des Deutschen Roten Kreuzes ist am Donnerstag am Gymnasium in Augustusburg, um Schüler, Lehrer und alle anderen Mitarbeiter auf das Coronavirus zu testen. © haertelpress

Augustusburg. Der Corona-Ausbruch am Regenbogen-Gymnasium in Augustusburg sorgt weiter für Unruhe in der Stadt und der Umgebung. Nachdem eine Lehrerin sowie zwölf weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, gab es nach Angaben von Bürgermeister Dirk Neubauer am Donnerstag acht weitere positive Testergebnisse. Darüber informierte Neubauer in seiner aktuellen Videobotschaft. 

Mit insgesamt 75 Schülern aus drei Klassen der Jahrgänge 5, 7 und 9 stand die Lehrerin in Kontakt. Die Schüler sowie einige Lehrer der Schule seien bereits in den vergangenen Tagen getestet worden, so Caroline Lindner, Sprecherin der Schule. 

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Wie das Landratsamt bekannt gab, sind von den Tests dieser Schüler 21 positiv ausgefallen. Hinzukommen zwei weitere Nachweise bei Erwachsenen sowie der positive Test der Lehrerin. Insgesamt gibt es damit in Zusammenhang mit dem Gymnasium Augustusburg bis Donnerstagnachmittag 24 Nachweise des Virus. Eine der betroffenen Personen lebe nicht im Landkreis, so Kreissprecher André Kaiser weiter. 

Wie Neubauer in seiner Ansprache informierte, werden derzeit durch das Gesundheitsamt umfangreich die Kontaktpersonen ermittelt. Mehrere hundert Angehörige von bereits positiv getesteten Schülern sind für Freitag zwischen 8 und 16 Uhr zum Test ins Gymnasium eingeladen. Weitere Ergebnisse sollen am Freitag vorliegen. 

Fest steht inzwischen offenbar auch, wo sich die Lehrerin mit dem Virus angesteckt hat. „Der sogenannte Ursprung der Erkrankungswelle konnte mittlerweile nachvollzogen werden, was im Hinblick auf das Infektionsgeschehen wichtig ist", informierte Amtsärztin Jordan. Weitere Details nannte sie allerdings nicht. 

Landratsamt im Krisenmodus

Das Gesundheitsamt des Landratsamtes befinde sich derzeit im Krisenmodus, äußerte sich Amtsärztin Dr. Annelie Jordan. "Zwölf Teams sind in die Kontaktermittlung eingebunden." Parallel dazu würden Quarantänebescheide für die Betroffenen erlassen. Bisher seien dies im Fall Augustusburg 91 Bescheide gewesen. Insgesamt ist für 1.056 Mittelsachsen seit Beginn der Pandemie eine solche Maßnahme erlassen worden. 935 Personen konnten die Quarantäne aber bereits wieder verlassen. 

Am Landratsamt trat am Donnerstag zudem der Krisenstab unter Leitung von Landrat Matthias Damm (CDU) zusammen. Am Freitag soll es ein weiteres Treffen geben. Viele Mittelsachsen würden zudem derzeit die Corona-Hotline des Landratsamtes anrufen. „Dabei handelt es sich um Eltern beziehungsweise Familienmitglieder von Schülern und Mitarbeitern im Umfeld der Schule“, heißt es von den Mitarbeitern der Hotline. Diese ist am Donnerstag noch bis 18 Uhr geschaltet. Am Freitag ist das Team wieder von 9 bis 16 Uhr zu erreichen. 

Tests für Geschwisterkinder

Auf Anordnung des Landkreises wurden am Donnerstag das gesamte Personal sowie alle übrigen Schüler einem Test unterzogen. Dazu war ein Team des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort. Die Tests der insgesamt 80 Personen erfolgten unter Hygieneauflagen in Augustusburg. Insgesamt besuchen 205 Schüler die Einrichtung, um die 20 Lehrer unterrichtet am Gymnasium. Hinzukommt weiteres Personal. 

Der Stadtverwaltung sei es gelungen, die Eltern zu überzeugen, dass auch Geschwisterkinder von Schülern des Gymnasiums solange zu Hause bleiben, bis auch die Geschwisterkinder getestet worden sind, erklärte der Bürgermeister am Donnerstagvormittag. So soll vermieden werden, dass das Virus auch in Kitas und Grundschulen übertragen wird. Bisher sei, laut Landratsamt, auch noch keine weitere Bildungseinrichtung betroffen. "Entsprechende vorgenommen Tests bei Kontaktpersonen waren bisher im Landkreis negativ", äußerte sich André Kaiser. 

Testen lassen können sich die Geschwister in zwei Praxen in Erdmannsdorf und Augustusburg. Die Kosten dafür will zunächst die Stadt tragen, sagt Neubauer. Denn es sei völlig unklar, wer sonst für die Kosten aufkommt. 

Sportstätten werden geschlossen

Als erste Konsequenz für das öffentliche Leben in Augustusburg hat Neubauer die Sportstätten und Turnhallen bis auf Widerruf wieder schließen lassen.  Auch der für das Wochenende geplante Kunstmarkt sei im Einvernehmen mit dem Verein abgesagt worden. 

Neubauer selbst war am Donnerstagvormittag zum Krisenstab ins Innenministerium geladen worden, um über die Situation in der Stadt zu berichten. Angesprochen habe er dort unter anderem das Problem mit den Geschwisterkindern. Denn es fehle eine rechtliche Grundlage dafür, dass die Eltern die Geschwister zu Hause lassen sollen. "Unter Umständen haben die Eltern da ein Problem mit dem Arbeitgeber", schildert Neubauer. Zum Glück hätte dies im aktuellen Fall aber gut funktioniert. 

Noch keine neuen Allgemeinverfügungen

Wie viele Augustusburger und Betroffene aus anderen Regionen es gibt, ist aktuell noch nicht bekannt. Ein Großteil der Schüler, die das Gymnasium besuchen, komme aber nicht aus der Stadt, sondern aus Chemnitz sowie den umliegenden Gemeinden. „Wir sind mit den Kommunen in der Umgebung im Gespräch“, erklärt Landrat Matthias Damm. „Unser Ziel ist es, mit den umfangreichen Untersuchungen die Ausbreitung mit allen Mitteln zu verhindern.“ Derzeit werden auf Grund der aktuelle Zahlen keine Allgemeinverfügungen in Verbindung mit dem Infektionsschutzgesetz erlassen. „Aber wir setzen uns damit fortlaufend auseinander.“

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Das Gymnasium, das bereits am Dienstag freiwillig von der Schulleitung geschlossen worden ist, bleibt dies auch bis auf weiteres. Am Mittwoch wurde durch das Gesundheitsamt die Schließung der Einrichtung auch behördlich angeordnet. Die Schüler lernen nun wieder zu Hause. Am Montag hatte die betroffene Lehrerin die Schulleitung über das Testergebnis informiert. Daraufhin seien alle Schüler, die an diesem Tag vor Ort waren, nach Hause geschickt worden, sagt Caroline Lindner. 

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