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Löbau

Corona: Erster Baumarkt-Ansturm ist vorbei

Zum Wochenanfang haben die Kunden bei Obi in Löbau noch Schlange gestanden. Nun entspannt sich die Lage.

Kunden wie Gunther Freund haben bei Obi in Löbau bekommen, was sie wollten - inzwischen auch ohne Wartezeiten.
Kunden wie Gunther Freund haben bei Obi in Löbau bekommen, was sie wollten - inzwischen auch ohne Wartezeiten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Alles was Gärtner und Handwerker brauchen, gibt es im Baumarkt. Als in Sachsen die Baumärkte wegen der Corona-Verordnung schlossen, war die Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung groß. Gerade im Frühjahr bringen viele Leute ihre Kleingartenparzelle, den Hausgarten und Balkonien auf Vordermann. Seit Montag sind die strengen Verordnungen im Freistaat etwas gelockert. Mit Mundschutz und Sicherheitsabstand darf nun auch wieder im Baumarkt eingekauft werden. 

Darauf freute sich Isolde Schulz. Da war sie nicht die einzige. "Zum Wochenanfang war hier bei Obi so viel los, dass ich kurzerhand wieder umgedreht bin", sagt die Rentnerin. Eigentlich wollte die Seniorin nur Petunien kaufen. "Die mag ich nämlich besonders gern", erzählt sie. 

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Doch die Menschenmassen am Montag, als der Obi-Markt auf der Weststraße seine Türen wieder für Privatkunden aufschloss, seien enorm gewesen und hätten sie abgeschreckt. Im dichten Gewusel nach ein paar Blumen Schlange stehen, wollte sich die Obercunnersdorferin nicht antun. Am Freitag versuchte sie ihr Glück vor dem Wochenende erneut – diesmal mit Erfolg. Die Lage hat sich vorerst sichtlich entspannt. Zwar ist gegen 10 Uhr der Parkplatz beinahe rappelvoll, es gibt kaum Lücken. 

Großteil der Leute ist vernünftig

Doch am Einlass - mit Abstandsregelung – kommt der große Mann mit den kurz geschorenen Haaren vom Sicherheitsdienst mit den Einweisungen gut hin. Seinen Namen will er nicht nennen, auch nicht, für welchen Sicherheitsdienst er arbeitet. Sein Job aktuell: Schauen, dass die Leute nach und nach den Einkaufswagen holen und aufpassen, dass es nicht zum Stau kommt. "Im Moment sind nur die Hälfte der Wagen verfügbar“, sagt er. Wegen dem Platz und damit es kein Gedränge gibt. Wer keinen Euro hat, der bekommt vom Sicherheitsmann mit behandschuhten Händen einen Chip ausgeborgt. Der Großteil der Leute sei vernünftig, sagt er. Nur manchmal müsse eingegriffen werden. So, wie am Freitag, als ein Baumarkt-Kunde partout keinen Wagen nehmen wollte. "Den Mann habe ich sofort zurückgeholt", sagt der Sicherheitsmann. Weit sei der Kunde nicht gekommen. Nur bis zur Kasse. Dann war umdrehen angesagt. Ohne Wagen kein Eintritt. Wegen des Abstands.

Gunther Freund hat seine gesuchten Winkel aus Eisen endlich bekommen. "Seitdem Obi zumachen musste, war ich nicht mehr hier", sagt er. Die Winkel braucht der Löbauer dringend für die Vogelhäuser in seinem Garten. "Die werden gerade renoviert", erzählt er schmunzelnd. Und einen Gutschein für einen Geburtstag, den will er noch mitnehmen. Ein wenig länger als in Vor-Corona-Zeiten habe es an der Kasse gedauert. Gunther Freund zeigt Verständnis für die kleine Warterei. Die Leute kauften viel: Blumenerde, Pflanzen, Schrauben, Bretter und Baumaterial. Vielleicht haben manche im Moment mehr Zeit, um Dinge, die sie schon lange machen wollten, nun in die Tat umzusetzen? Gunther Freund will jedenfalls wiederkommen, wenn er was braucht. In der Hoffnung, dass Obi nun langfristig auf bleibt. 

Kunden fuhren bis nach Brandenburg

Denn bei den sächsischen Baumärkten gab es aufgrund der Corona-Schutz-Verordnung einiges Hin- und Her. Zuerst durften nach der Schließung der Baumärkte – die es nicht in allen Bundesländern gab – Privatkunden per Internet Ware bestellen und anschließend abholen. Das sei, so schätzt eine Obi-Mitarbeiterin ein, richtig gut angenommen worden. Gewerbetreibende durften so oder so weiter einkaufen kommen. "Dann hieß es, nur noch die Firmen dürfen zu uns und die Privatleute nicht mehr", berichtet die Marktmitarbeiterin. Sie hörte auch davon, dass manche extra bis nach Forst in Brandenburg fuhren, weil da die Baumärkte weiter öffneten. Dass der Löbauer Obi-Markt seit einer Woche nun auch wieder für alle verkauft, freue sie sehr. 

Die Kundschaft gleichermaßen – wie sich vor allem am Montag und Dienstag zeigte. Wie zur Neueröffnung sei der Kundenstrom gewesen, schildert die Verkäuferin. Etwa 20 Minuten hätten die Einkaufswilligen sich im Schlangestehen gedulden müssen. Das sei trotz alledem reibungslos vonstatten gegangen. Die beiden Tage darauf wurde es schon etwas ruhiger. Und am Freitag pegelte sich die Lage übersichtlich ein. Wie das am Wochenende aussieht, dazu können die Mitarbeiter keine genauen Prognosen abgeben.

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