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Corona: Neustadt-Friseur stockt Gehälter auf

Christoph Steinigen aus dem Director's Cut musste seinen Laden wegen der Corona-Krise schließen. Wie er jetzt kämpft.

Christoph Steinigen führt einen Friseurladen in der Neustadt.
Christoph Steinigen führt einen Friseurladen in der Neustadt. ©  Christian Juppe

Dresden. Seit Wochen ist sein Laden zu: kein Schnitt, keine Färbung, keine Brautfrisur. Christoph Steinigen musste wie alle anderen Dresdner Friseure seinen "Director's Cut" schließen. Eine der Maßnahmen im Kampf gegen Corona. 

"Natürlich wächst mit der Länge der Schließzeit auch der finanzielle Druck", sagt Steinigen. Er falle bei den Zuschüssen für Unternehmer genau in die Lücke. Unternehmer, die bis zu zehn Mitarbeiter habe, bekommen bis zu 15.000 Euro Corona-Soforthilfe. "Ich habe 17 Mitarbeiter und bin damit raus", so der Friseurmeister. Wenn er Geld brauche, um den Umsatzausfall zu kompensieren, könne er bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) ein Darlehen beantragen. "Die Konditionen sind ok, aber damit verschiebt sich das Problem ja nur", so Steinigen.

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Seine Mitarbeiter musste er alle in Kurzarbeit schicken. Doch er stockt deren Gehalt vom Kurzarbeitergeld bis zu 100 Prozent vom normalen Lohn auf. "Meine Mitarbeiter sind mein höchstes Gut", sagt er. Wenn er wieder öffnen dürfe, plane er mit langen Arbeitstagen, er brauche dann jeden Euro. "Das Problem: die Kunden können einen Haarschnitt nicht nachholen und gehen nicht plötzlich zweimal im Monat." Als Friseurladen habe er hohe hygienische Standards. "Wir können die Sicherheitsabstände gut einhalten, besser als im Supermarkt", betont er.

Vor dem kompletten vorübergehenden Aus haben Steinigen und seine Leute noch tagelang gearbeitet mit erhöhten Schutzmaßnahmen wie Mundschutz und Desinfizierungen der Flächen und Scheren. Doch da ging bereits los, was jetzt den Friseuren das Leben schwer macht: Die Umsätze gingen zurück. "Viele Kunden haben damals schon aus Angst vor Ansteckung abgesagt", so Steinigen. Wieder andere kamen noch mal kurz vor der Schließung. "Viele wollten sich noch mal schnell schön machen lassen, noch mal einen neuen Schnitt oder eine neue Farbe", erzählt der Friseurmeister.

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Hat er Existenzangst? "Wir sind ein gesundes Unternehmen und ich muss keine Kredite aufnehmen", so Steinigen. Er hat erstmal eine Steuerstundung beantragt. Alles hängt jetzt für die Unternehmer davon ab, wie lange sich die Corona-Krise noch hinzieht. 

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Doch Christoph Steinigen hat sich etwas einfallen lassen, wie er jetzt doch ein paar Euro verdienen kann. "Wir bieten Gutscheine an, die die Leute jetzt kaufen können für einen Schnitt oder eine Färbung, wenn die Krise vorbei ist", sagt er. Auch im Online-Shop erhältlich sind Shampoos und Stylingprodukte, die die Kunden auch jetzt kaufen können. 

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