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Urlaub: Hier entspannten Sachsens Minister

Sommer, Sonne, Corona: Viele Sachsen mussten ihre ursprünglichen Ferienpläne aufgeben. Aber wohin zog es unsere Top-Politiker?

Ist mit der Funktionsweise der sozialen Medien bestens vertraut: Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) tritt für ein Instagram-Selfie auf die Urlaubsbremse.
Ist mit der Funktionsweise der sozialen Medien bestens vertraut: Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) tritt für ein Instagram-Selfie auf die Urlaubsbremse. © Instagram/@martin_dulig

Stornierte Strandurlaube, Reisewarnungen, geschlossene Hotels: Diese Sommerferien, sie liefen für viele Menschen in Sachsen ganz anders als geplant. Statt Pauschalurlaub auf Mallorca wurde plötzlich der gemietete Wohnwagen gepackt. Regionen in Deutschland, die gefühlt noch nie ein Tourist betreten hat, mussten Tagesausflügler abweisen. 

Mindestens genauso viel spontanes Management musste die sächsische Staatsregierung aufbringen, um steigenden Infektionszahlen entgegenzuwirken. Das politische Sommerloch, es füllte sich mit Testcentern an Flughäfen, Masken-Bußgeld und Unterrichtskonzepten. 

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Da braucht auch der fleißigste Minister irgendwann Erholung. Klar: So richtig im Urlaub sind Politiker selten - und nicht wenige nutzen schöne Strandfotos, um sich der Öffentlichkeit auch mal ohne Anzug und bürgernah zu präsentieren. Sächsische.de wollte trotzdem wissen: Wo haben die Spitzenpolitiker des Freistaats diesen Corona-geplagten Sommer verbracht?

Frische Fische für den Innenminister

Die Fraktion Heimurlaub ist 2020 - wenig überraschend - relativ groß. Zu ihr gehört auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der einen Teil der Sommerferien auf dem Sattel verbracht hat. Das sei laut dem 46-Jährigen auch so geplant gewesen. "Ich war mit meiner Frau – und diesmal mit drei meiner sechs Kinder –  auf Fahrrad-Urlaub. Wir radelten die Elbe entlang, bis nach Hamburg.“ 

Dort machte der Minister unter anderem einen Abstecher zum linken Zentrum "Rote Flora", wo Dulig antikapitalistische Graffiti fotografierte, und besuchte das Miniaturwunderland.  Auf dem Rückweg ging es dann an die Ostsee. Auf Instagram können die Fans unter anderem bestaunen, wie Dulig seine Beine in den Darßer Sand gräbt, an einem Fischstand wartet und den Sonnenuntergang am Hafen von Stralsund genießt.

An der Ostsee hatte auch Innenminister Roland Wöller (CDU) die Gelegenheit, sich im Kreis der Familie von dem politischen Druck nach Fahrrad-Gate und Verfassungsschutzaffäre zu erholen. 

"Bei Fischbrötchen am Strand und mit guten Büchern konnte er Kraft für die anstehenden Aufgaben tanken", heißt es dazu aus dem Innenministerium. Ob er beim Anstehen für Räucherlachs zufällig seinen Kollegen Dulig getroffen hat, ist nicht bekannt.

Der Ministerpräsident sitzt fest im Sattel

Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) entschied sich ebenfalls für einen innerdeutschen Urlaub an der Ostsee - mit dem Zelt im Gepäck. Danach sei er weiter in den Südharz gereist, informiert das Umweltministerium. 

Die sächsische Politiker-Dichte in Mecklenburg-Vorpommern erhöhte auch Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). Doch der Familienurlaub verlief nicht ganz ohne Zwischenfälle. "Wir hatten es mit mysteriösen Diebstählen zu tun", erzählt Gemkow. 

"Nach einem Strandbesuch hatten wir unsere Schuhe vor der Unterkunft abgestellt. Es kam auch vor, dass am nächsten Morgen Schuhe fehlten, die wir später aber in den Dünen wiederfanden. Irgendwann war klar: Ein junger Fuchs hatte die Schuhe verschleppt." Trotzdem bereut Gemkow nichts: "Zeit mit der Familie ist genau das Richtige, um den Arbeitsalltag hinter sich zu lassen."

Auf Ruhe und Küstenromantik setzte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). Gemeinsam mit ihrem Partner verbrachte Klepsch eine Woche auf der ostfriesischen Nordseeinsel Juist, verrät Pressesprecher Jörg Förster. "Zwischen dem Getrappel der Pferdekutschen und dem Lachen der Möwen genoss sie die Ruhe bei einem interessanten Buch."

Auch Kultusminister Christian Piwarz (CDU) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) blieben dieses Jahr im eigenen Land. Piwarz befindet sich derzeit noch im Urlaub. wie sein Ministerium mitteilt. Kretschmer ist bereits wieder voll beruflich eingeplant. 

Zuvor musste der höchste Mann im Freistaat jedoch in Nordrhein-Westfalen die Zügel in die Hand nehmen. "Gemeinsam mit seiner Ehefrau Annett Hofmann und den gemeinsamen Kindern ging es dieses Jahr zum Wandern und Reiten ins Münsterland", so die Staatskanzlei auf Nachfrage. 

Köpping schweigt zu Urlaubsland

Doch nicht alle Minister ließen die Verlockungen eines Auslandsurlaubs kalt. Justizministerin Katja Meier (Grüne) hat es laut ihrem Instagram-Profil unter anderem die österreichische Kulinarik angetan. 

Auf einem ihrer Bilder genießt die 40-Jährige einen Kaiserschmarrn direkt aus der Pfanne - mit direktem Ausblick auf einen malerischen Bergsee im Salzburger Land. "Wein gibt's auch", schreibt sie unter einem anderen Foto. Auf Sächsische.de-Anfrage gibt Meier an, neben Österreich auch in Slowenien gewesen zu sein. In beiden Ländern sei sehr auf die Corona-Hygienemaßnahmen geachtet worden. 

Finanzminister Hartmut Vorjohann hingegen bevorzugte einen Urlaub voller "Hygge", das ist dänisch für Gemütlichkeit. Und dabei hatte der gebürtige Ostwestfale offenbar Petrus Segen: "Finanzminister Hartmut Vorjohann war im Sommer mit seiner Familie in Dänemark und hat sich in einem Ferienhaus mit weitläufigem Strand erholt. Besonders genossen hat er die Ruhe bei langen Strandspaziergängen und den frischen Fisch sowie das für Dänemark nicht alltägliche sonnige Wetter", so eine Sprecherin. 

Auf Glück musste sich Thomas Schmidt (CDU), Staatsminister für Regionalentwicklung, beim Wetter nicht verlassen. Er verbrachte einige Tage seines Sommerurlaubs im spanischen Andalusien, wie Pressesprecherin Bianca Schulz verrät. Den Rest des Urlaubs habe sich Schmidt zuhause Dingen gewidmet, für die sonst nur wenig Zeit bleibe, darunter die Pflege des Bauernhofs seiner Eltern.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) will sich hingegen auf Anfrage nicht näher zu ihrem Urlaubsland äußern. In einer Antwort des Sozialministeriums heißt es: "Staatsministerin Petra Köpping hat ihren Urlaub außerhalb Deutschlands, im europäischen Ausland verbracht." Zusammen mit ihrer Familie habe sich die 62-Jährige in einem abgelegenen Ferienhaus erholt. Es sei aber explizit kein Risikogebiet gewesen. 

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