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Sachsen prüft Lockerung bei Maskenpflicht

Gesundheitsministerin Petra Köpping stellt Pläne der nächsten Schutzverordnungen vor. Es geht um große Familienfeiern, Volksfeste und die Maskenpflicht.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) stellt erste Pläne und Überlegungen der Regierung für die kommende Corona-Schutzverordnung vor.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) stellt erste Pläne und Überlegungen der Regierung für die kommende Corona-Schutzverordnung vor. © SZ

Dresden. In Sachsen könnte es noch vor den Sommerferien zu einer teilweisen Aufhebung der Regelung kommen, die das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im öffentlichen Raum vorschreibt. Das stellte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung der Staatsregierung in Aussicht.

Bei dem Treffen wurde über die Grundzüge für eine neue Corona-Verordnung beraten, die in der kommenden Woche vom Kabinett beschlossen werden soll und die absehbar vom 30. Juni bis zum 17. Juli gelten wird.

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Vorgesehen ist unter anderem, noch größere Familienfeiern als bisher zuzulassen. So sollen statt der zurzeit höchstens 50 Teilnehmer künftig bis zu 100 erlaubt sein. Köpping schränkte allerdings ein, dass viele der gegenwärtigen Vorschriften zum Einhalten von Mindestabständen und zu Kontaktbeschränkungen erneut verlängert werden. Demnach wären in der Öffentlichkeit weiterhin nur Treffen von maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen erlaubt. Auch müssten die Bürger damit rechnen, dass die Staatsregierung das Tragen einer Maske im öffentlichen Personennahverkehr bis mindestens zum 17. Juli anordnen wird.

Geprüft würde zurzeit aber auch eine entsprechende Lockerung beim Einkaufen, sagte Köpping. Ab wann konkret dort ein Verzicht auf eine Mund-Nase-Bedeckung möglich wird, hänge von den künftigen Infektionszahlen sowie vom Vorgehen in den anderen Bundesländern ab. Zuletzt hatte sich auch Ministerpräsident Michael Kretschmer für eine mögliche Lockerung bei der Maskenpflicht ausgesprochen.

Bisher sei innerhalb der Sachsen-Regierung noch keine Entscheidung gefallen, ob eine Aufhebung der Maskenpflicht beim Einkaufen schon mit der neuen Corona-Verordnung ab dem 30. Juni erfolgen kann oder doch erst mit einer weiteren geplanten Verordnung nach dem 17. Juli, die dann über den gesamten Ferienzeitraum gelten würde.

Tanzveranstaltungen weiterhin verboten

Die Ministerin informierte zudem darüber, dass im Freistaat nach dem 17. Juli wieder Volksfeste und Jahrmärkte für Besucher öffnen könnten. Voraussetzung dafür seien ebenfalls anhaltend niedrige Infektionszahlen sowie konkrete Hygiene- und Sicherheitskonzepte für die einzelnen Veranstaltungen. Verboten bleiben dagegen auch in Zukunft Tanzveranstaltungen, Diskotheken, Dampfsaunen sowie Sportveranstaltungen mit Publikum.

Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen sagte die Ministerin: „Sachsen befindet sich auf einem guten Weg.“ So habe sich die Zahl der Infizierten zuletzt nicht mehr wesentlich erhöht. Von Montag zu Dienstag kam lediglich ein neuer Fall hinzu. Damit erkrankten bisher 5.344 Menschen im Land an dem Virus. 5.070 davon gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der nach einer Covid-19-Erkrankung Gestorbenen liegt in Sachsen gegenwärtig bei 219.

In Bezug auf die an diesem Dienstag gestartete deutsche Version einer Corona-Warn-App sagte die sächsische Gesundheitsministerin: "Ich halte die App für ein geeignetes Hilfsmittel, um Kontakte gezielt zu verfolgen." Köpping sehe in der Technologie ein Instrument, das den Übergang zur Normalität, der mit einer Verbreiterung des Bewegungsradius der Menschen einhergehe, begleiten könne. Die SPD-Politikerin wolle die App installieren und wirbt darum, es ihr gleich zu tun. Eine Umfrage von Sächsische.de zeigte zuletzt, dass die Sachsen die Nutzung der Corona-App jedoch mehrheitlich eher ablehnten

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