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Coronavirus: Italienreise führt in die Quarantäne

Seit Jahren fährt eine Reisegruppe aus Sachsen nach Südtirol. Dieses Mal kam alles anders als gedacht. Sächsische.de sprach mit dem Reiseleiter.

Der infizierte Senior war mit einer Busreise in Südtirol unterwegs gewesen.
Der infizierte Senior war mit einer Busreise in Südtirol unterwegs gewesen. © Symbolfoto: Daniel Schäfer

Jetzt ist das  Coronavirus auch im beschaulichen Osterzgebirge angekommen. Ein Mitglied einer Reisegruppe hat sich in Italien infiziert. Sächsische.de sprach mit dem Reiseleiter, der nicht namentlich genannt werden will. 

Der Rentner war früher in der Reisebranche tätig und organisiert schon seit Jahren diese Südtirol-Reisen, für die er immer bei einem einheimischen Unternehmen einen Bus anmietet. Das führt er auch jetzt im Ruhestand weiter. Viele Stammgäste kommen immer mit, doch es stoßen auch neue Teilnehmer dazu. Die meisten kommen aus dem Osterzgebirge, aus Dippoldiswalde, Altenberg und den Nachbarorten. 

Vor einigen Jahren hat auch eine Gruppe aus der Nähe von Hannover von dieser Reise erfahren. Die Niedersachsen haben einmal teilgenommen und sind zu regelmäßigen Gästen geworden. Sie sind dann meist mit der Bahn bis München gefahren und dort in den Bus aus dem Osterzgebirge zugestiegen. Die Reisegruppe ist vom Alter her ganz gemischt.

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Dieses Jahr war die Biathlon-WM in Antholz der Höhepunkt der Reise. „Als wir dort waren, lag Südtirol noch weit außerhalb von allen Risikogebieten. Da hat keiner an so etwas gedacht“, erzählt der Reiseleiter. „Und Südtirol, die Natur, das Wetter, das ist immer ein Erlebnis. Dass es dieses Jahr nachträglich so einen bitteren Beigeschmack bekommen hat, ist natürlich schade.“

Nur abends gehen sie aus dem Haus

Die Gruppe ist schon vor zehn Tagen in die Heimat zurückgekommen. Erst jetzt am Wochenende wurde die Infektion bekannt. Ein Mitglied der Reisegruppe aus Niedersachsen ist betroffen. Die Behörden wurden informiert. Daraufhin hat das Gesundheitsamt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sofort auch alle Reiseteilnehmer aus dem Freistaat Sachsen nach Dippoldiswalde zum Test einbestellt. Inzwischen ist klar, dass auch ein Rentner aus der Region infiziert ist. 

„Für meine Frau und mich ist der Test zum Glück negativ ausgegangen", sagt der Reiseleiter. "Das heißt, keine Infektion. Wir sind jetzt aber alle in Quarantäne, auch wir beide.“

Direkte Verhaltensanweisungen dafür hat er nicht an die Hand bekommen. Aber er versucht, niemanden zu treffen. Tagsüber bleiben beide in der Wohnung, gegen Abend gehen sie mal an die frische Luft. „Wenn mir aber jemand Bekanntes begegnet, muss ich abdrehen und den Kontakt vermeiden. Ich will auch nicht darauf angesprochen werden.“

Was Lebensmittel angeht, hatten die beiden einen siebten Sinn. Sie waren am Sonnabend, noch bevor die Infektion in ihrer Reisegruppe bekannt geworden ist, im Kaufland in Dippoldiswalde einkaufen. „Da haben wir schon gesehen, dass bestimmte Regale fast leer gekauft waren. Daher haben wir lieber auch ein wenig mehr mitgenommen.“ 

So haben sie jetzt einen Vorrat an Trinkwasser und Lebensmitteln, der über die Woche reicht. Jetzt heißt es eben, in der Wohnung zu bleiben und zu hoffen. Die lange Inkubationszeit des Coronavirus zwingt zu dieser Vorsichtsmaßnahme. Sie hoffen, dass die Quarantäne am Wochenende wieder zu Ende geht. Sollte es aber neue Erkenntnisse geben, kann sie auch noch verlängert werden.

Busfahrer sitzt zu Hause fest

Das betroffene Busunternehmen hat sofort seinen Reisebus besonders gründlich gereinigt und extra desinfiziert, noch bevor das Gesundheitsamt dafür eine Anweisung gab. Jedoch fällt der Fahrer der Reisegruppe jetzt erst einmal aus. Denn er muss ebenfalls zu Hause bleiben und jeden Menschenkontakt vermeiden. Auch er wurde schon getestet, wartet noch auf eventuelle weitere Untersuchungen. Vor allem hofft er, dass diese wie bisher negativ ausfallen, er also nicht infiziert ist. 

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