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Zittaus Öffnungszeiten-Wirrwarr

Seit sieben Wochen dürfen die Geschäfte in Zittau wieder Waren verkaufen. Wie vor der Corona-Krise ist die Situation aber nicht.

Im SZ-Treffpunkt auf der Zittauer Neustadt kann man jetzt wieder einkaufen oder Tickets und Reisen buchen. Erhältlich sind hier auch die SZ-eigenen Mundschutzmasken.
Im SZ-Treffpunkt auf der Zittauer Neustadt kann man jetzt wieder einkaufen oder Tickets und Reisen buchen. Erhältlich sind hier auch die SZ-eigenen Mundschutzmasken. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Seit Anfang Juni können im SZ-Treffpunkt auf der Zittauer Neustadt wieder Bücher und Accessoires gekauft, Tickets erworben oder Annoncen persönlich aufgegeben werden. Die Corona-bedingte Schließung ist damit nach gut zweieinhalb Monaten beendet - nun öffnet sich wieder jeden Tag die große hölzerne Eingangstür zum Laden. 

In anderen Geschäften der Zittauer Innenstadt ist das bereits seit 20. April der Fall. Fast alle Händler hatten die von der sächsischen Landesregierung beschlossenen Lockerungen im Einzelhandel sofort umgesetzt. Und dennoch: Wie vor der Corona-Krise ist die Situation noch nicht. Eine ganze Reihe Händler hat die Öffnungszeiten verkürzt. Bis heute. Das Kaufinteresse sei noch gering, heißt es in vielen Geschäften auf Nachfrage. Zwar sei die Nachfrage in den vergangenen Wochen wieder etwas gestiegen, aber das Vor-Corona-Niveau sei teilweise noch nicht erreicht.

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Die Folge: Viele Geschäftsinhaber halten an den verkürzten Öffnungszeiten nach wie vor fest. Auch in der Bonita-Filiale am Zittauer Markt ist die Einkaufszeit zwei Stunden kürzer als früher. Immerhin wurde sie in der Zwischenzeit schon verlängert. In den ersten Wochen schlossen sich die Türen bei Bonita bereits um 14 Uhr, jetzt können die Kunden hier zumindest bis 16 Uhr einkaufen. "Wir sind froh, dass wir schon soweit sind", meint eine Verkäuferin. Wann Bonita zu den alten Öffnungszeiten zurückkehrt, ist in der Zittauer Filiale nicht bekannt. Diese Entscheidung wird andernorts getroffen.

Thalia kehrt zu alten Öffnungszeiten zurück

In der Thalia-Buchhandlung - ebenfalls eine große Kette - kann man vor Ort in Zittau über die Öffnungszeiten der Filiale entscheiden. Und entschieden hat man sich, seit Anfang Juni wieder bis 18 Uhr zu öffnen. Zuvor wurde die Buchhandlung am Rathausplatz eine Stunde früher zu gemacht. "Wir testen, inwieweit die Rückkehr zu den alten Öffnungszeiten für ein Umsatzplus sorgt", erklärt Filialleiterin Anka Schuster. Sie erwartet schon, dass dadurch mehr Kunden reinschauen und auch mehr gekauft wird. Es sei wieder ein Stück Normalität, meint sie.

Normalität - in Bezug auf die Öffnungszeiten - herrscht im Schuhhaus Böhmer auf der Frauenstraße seit dem 20. April. Hier wurden die Öffnungszeiten nicht gekürzt. Das trifft auch auf andere Geschäfte in der Zittauer Innenstadt zu. Ein Großteil der Läden schließt aber früher als vor der Corona-Krise. Das gilt nicht nur für Geschäfte, die während des Corona-Lockdowns geschlossen waren und seit dem 20. April langsam ihren Betrieb hochfahren, sondern auch für Läden, die durchweg geöffnet waren. So wie das Teehaus am Johannisturm, das derzeit ebenfalls schon um 17 Uhr schließt.

Öffnungszeiten werden regelmäßig überprüft

Die Parfümerie schräg gegenüber öffnet auch nur bis 17 Uhr. Wann man zu den normalen Öffnungszeiten zurückkehrt, sei noch nicht absehbar, sagt die Mitarbeiterin. Spätestens zu Weihnachten werden die Kunden aber wieder bis 18 Uhr einkaufen können, ist sie sicher. Auch andere Einzelhändler wollen keinen konkreten Termin für eine Rückkehr zu den alten Öffnungszeiten nennen. "Sie werden regelmäßig überprüft", erklärt ein Geschäftsinhaber, der nicht namentlich genannt werden will. Er ist froh, dass der Zittauer Einzelhandel "so ordentlich durch den Sturm gekommen" sei. Bisher sind keine Geschäftsschließungen bekannt. Zwar sah es anfangs danach aus, dass die "Colloseum"-Filiale auf der Bautzner Straße ein Opfer der Corona-Krise werden könnte, mittlerweile ist das Geschäft aber wieder geöffnet - ganz ohne verkürzte Öffnungszeiten.

Auch der Modeexpress Nr. 1 auf der Inneren Weberstraße ist seit voriger Woche wieder zu den Vor-Corona-Öffnungszeiten zurückgekehrt. Zuvor seien Kunden immer mal wieder kurz vor Schluss gekommen, berichtet Inhaberin Ines Titscher-Lange. Deshalb habe man sich nun entschieden, wieder bis 18 Uhr zu öffnen. Sie hofft, dass in der Urlaubszeit auch mehr Kunden kommen. Dass sich die jüngsten Lockerungen für die Reise- und Hotelbranche auch auf die Zahl der Kunden auswirkt, ist in der Thalia-Buchhandlung schon zu spüren, wie Filialleiterin Anka Schuster erklärt.

Weitere Händler wollen Öffnungszeiten wieder verlängern

Dem Beispiel von Thalia und Modeexpress Nr. 1 wollen in den kommenden Wochen weitere Einzelhändler folgen. So wollen die Betreiber der "Aurelie" auf der Bautzner Straße ihren Laden voraussichtlich ab Juli wieder länger öffnen. Momentan können die Kunden hier wochentags bis 16 Uhr und freitags bis 17 Uhr einkaufen. Auch der vietnamesische Laden auf der Reichenberger Straße will eventuell ab Anfang Juli zu den früheren Öffnungszeiten zurückkehren, wie Thun-Thao Nguyen ankündigt.

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Der SZ-Treffpunkt auf der Zittauer Neustadt ist zwar auch nur bis 17 Uhr geöffnet, das war aber schon vor der Corona-Krise der Fall. Dass der Laden erst seit voriger Woche wieder offen ist, begründet Geschäftsführerin Peggy Lange damit, dass Tickets und Reisen, die wichtigsten Produkte, aufgrund von Unsicherheiten in den beiden Branchen und fehlenden Corona-Lockerungen, bis vor kurzem kaum verkauft werden konnten. Telefonisch und per Mail erreichbar sei der SZ-Treffpunkt aber die gesamte Zeit gewesen, betont sie. So konnten sich Kunden bei Fragen zu bereits gekauften Tickets oder gebuchten Reisen auch immer an den SZ-Treffpunkt wenden. Nun sei man aber froh, wieder persönlich für die Kunden da sein zu können.

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