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Dach der Friedenskirche wird saniert

Die Bundestagsabgeordneten Susann Rüthrich (SPD) und Thomas de Maizière (CDU) haben sich für viel Geld eingesetzt.

Blick aus der Dachluke der Friedenskirche. Das steile Dach sieht eigentlich noch ordentlich aus. Richtig problematisch ist das von unten nicht einsehbare Seitendach. Dort sind nur alte Pappschindeln drauf.
Blick aus der Dachluke der Friedenskirche. Das steile Dach sieht eigentlich noch ordentlich aus. Richtig problematisch ist das von unten nicht einsehbare Seitendach. Dort sind nur alte Pappschindeln drauf. © Norbert Millauer

Radebeul. Der Turm der Friedenskirche sieht richtig gut aus. Er wurde in den letzten zwei Jahren saniert. Fast 200.000 Euro gab es dafür aus den Denkmalschutzprogrammen des Bundes. Der Meißner Bundestagsabgeordnete Thomas de Maizière (CDU) hat sich dafür eingesetzt, die Landeskirche hat gehörige Mittel aufgebracht und auch die Friedenskirchgemeinde. Mehr als das Doppelte haben die Gesamtkosten ausgemacht, weil beim Bau noch viele Mängel - etwa am Sandstein - entdeckt wurden. 

Das seit dem 13. Jahrhundert am Elbufer über die Landschaft ragende Bauwerk erlangte Berühmtheit, weil hier im Dreißigjährigen Krieg 1645 zwischen Sachsen und Schweden der erste Waffenstillstand in Europa geschlossen wurde.

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 Deshalb der Name Friedenskirche - das Dokument des Friedensschlusses und der Tisch, worauf die Unterschriften geschrieben wurden, sind in der Kirche zu besichtigen.Doch neben dem Turm gehört das Kirchenschiff zum Wesentlichen des Gotteshauses der rund 3.700 Glieder zählenden Gemeinde. 

Jetzt muss das Dach in Ordnung gebracht werden. Wer von unten nach oben schaut, kann auf den ersten Blick nichts Dramatisches entdecken. Die schwarzgrauen Schiefer sehen ordentlich aus. Doch das Dilemma liegt außen wie innen darunter.

So sieht es auf dem Dachboden der Friedenskirche aus. Die Steine sind die Reste vom Absturz einer Sandsteinfigur vom Turm vor sieben Jahren. Diese hatte bei Sturm das Dach durchschlagen und einen Balken zertrennt. 
So sieht es auf dem Dachboden der Friedenskirche aus. Die Steine sind die Reste vom Absturz einer Sandsteinfigur vom Turm vor sieben Jahren. Diese hatte bei Sturm das Dach durchschlagen und einen Balken zertrennt.  © Norbert Millauer
Der Turm der Kirche ist in den letzten beiden Jahren saniert worden, was deutlich am hellen Putz zu erkennen ist. Jetzt soll noch das Dach des Kirchenschiffes drankommen. 
Der Turm der Kirche ist in den letzten beiden Jahren saniert worden, was deutlich am hellen Putz zu erkennen ist. Jetzt soll noch das Dach des Kirchenschiffes drankommen.  © Norbert Millauer
Pfarrerin Annegret Fischer vor dem Portal – auch das Dach dieses kleinen Gebäudes muss erneuert werden.
Pfarrerin Annegret Fischer vor dem Portal – auch das Dach dieses kleinen Gebäudes muss erneuert werden. © Norbert Millauer

Mit Pfarrerin Annegret Fischer und Kirchner Toralf Bretschner sind wir über die Turmtreppen auf den Dachboden gestiegen. Bretschner öffnet eine kleine Dachluke. Der Blick nicht nur in die weite Elbaue wird frei, auch der auf das Seitendach. Dessen Deckung ist von unten nicht zu erkennen. In den 1970er-Jahren wurden hier Pappdachschindeln aufgeklebt. 

Was die nicht mehr abhalten, war in den letzten immer wieder im Innern der Kirche zu sehen: Wasserschäden von eindringendem Regen. Toralf Bretschner musste weiße Laken vor die Wände im Obergeschoss, der Empore, hängen. „Das geht so nicht weiter und muss in Ordnung gebracht werden“, sagt Pfarrerin Fischer.

Weil aber nur die Seitendächer reparieren eine halbe Sache wäre. Und alles zusammen ja wieder für Generationen halten soll, haben sich Gemeinde und Pfarrer entschieden: Wir ziehen jetzt alles durch. Die Schalung unter den Schiefern des Steildaches ist nämlich auch nicht mehr die beste. Der Kirchner sagte, „neue Nägel finden hier kaum noch Halt“.

Wieder hat sich die Gemeinde an ihre Unterstützer in Berlin gewandt. Und diesmal gab es sogar parteiübergreifend große Einigkeit. „In diesem Jahr gibt es Unterstützung für zwei große Projekte in meinem Wahlkreis“, freut sich der Meißner Bundestagsabgeordnete Thomas de Maizière, der sich in den vergangenen Wochen und Monaten in Verhandlungen mit Haushaltspolitikern und in Abstimmung mit Susann Rüthrich, der SPD Bundestagsabgeordneten, intensiv dafür eingesetzt hatte.

„In diesen Zeiten sind die Mittel des Bundes begrenzt. Mit Frau Rüthrich habe ich vereinbart, dass wir das jeweilige Projekt des anderen mit befürworten, sodass wir möglichst viele Fördermittel in den Landkreis Meißen holen können.“ Die Sanierung des Schlosses Jahnishausen wird mit 215.000,00 Euro gefördert. Und für die Dachreparatur der Friedenskirche gibt es insgesamt die Zusage für 275.000 Euro.

„Ich bin begeistert, dass dieser wichtige weitere Schritt bei der Sanierung der Friedenskirche mit diesem großen Zuschuss möglich wird. Angesichts des 75. Jahrestages des Kriegsendes und der längsten Friedenszeit für unser Land ist uns die Kirche ein Ort der Mahnung und der Friedensarbeit zugleich“, sagt de Maizière. 

Jetzt soll auf die Seitendächer lange haltbares Titanblech kommen. Das Spitzdach wird wieder mit Schiefer gedeckt. An die Traufsteine muss eine Dachrinne angebaut werden. Und auch das kleine neogotische Eingangsportal zur Friedenskirche soll ein neues Dach bekommen. 

Bauexperte und Planungsingenieur Nikolaus Wagner, der sich bereits um den Turm gekümmert hatte, untersuchte bereits das Kirchendach. Diesmal soll ausgeschlossen werden, dass große finanzielle Überraschungen durch vorher nicht kalkulierte Schäden und Kosten auftreten. Die aktuelle Rechnung, so Pfarrerin Annegret Fischer, geht von rund 350.000 Euro Gesamtkosten aus.

In diesem Jahr sollen die Planungsunterlagen vervollständigt und die gesamte Finanzierung mit der Landeskirche abgesprochen und festgezurrt werden. Die Pfarrerin: „Wenn wir das so wie vorgesehen hinkriegen, dann soll nächstes Jahr nach dem Frost das Dach erneuert werden.“ Durchziehen lasse sich das in einem Jahr.

www.friedenskirchgemeinde-radebeul.de

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