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Damals im Sachsenbad

Ein Käufer will das Denkmal sanieren. Als Schwimmhalle wird es wohl nicht öffnen. Dabei erinnern sich viel Dresdner gerne ans Baden - eine Zeitreise.

Diese historische Postkarte zeigt das Sachsenbad kurz nach der Eröffnung um
1930.
Diese historische Postkarte zeigt das Sachsenbad kurz nach der Eröffnung um 1930. © Foto: Sammlung Holger Naumann

Dresden. Nach Jahrzehnten des Stillstands könnte sich am Sachsenbad nun bald etwas bewegen. Doch ausgerechnet bei der Bürgerinitiative "Endlich Wasser ins Sachsenbad", die sich bereits seit Jahren für eine Wiedereröffnung des Denkmals an der Ecke Wurzener/Rehefelder Straße einsetzt, sorgte das für Unmut.

Denn die Stadt plant einen Verkauf des Gebäudes. Sie hat sich mittlerweile für einen Investor entschieden, dessen Pläne demnächst den Stadträten vorgestellt werden soll. Eine Sanierung als Schwimmbad ist in diesen aber scheinbar nicht vorgesehen. Aus Sicht der Initiative widerspricht das dem Willen der Allgemeinheit.

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"Die Bürgerinitiative hat ein Nutzungskonzept für das Sachsenbad als Bürgerbad erarbeitet. Über 4.000 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben Ende 2016 die Petition zum Erhalt des Sachsenbades als städtisches Bad mit dem Profil Gesundheitsbad", schreiben die Mitglieder der Initiative in einem offenen Brief an die Stadträte. "Das Sachsenbad ist noch tief im Gedächtnis der Bürger verankert." 

Das zeigt auch eine Zeitzeugen-Ausstellung, welche die Initiative bereits 2018 auf die Beine gestellt hat. Sie ist noch bis zum 3. April in der Bibliothek Pieschen auf der Bürgerstraße zu sehen. Die SZ begibt sich mithilfe von drei Erinnerungen auf Zeitreise.

Waschtag im Sachsenbad

Für Horst Pfab war das Sachsenbad ein besonderer Segen. Konnte er so doch seine Privatsphäre besser schützen. Im ärmlichen Elternhaus in Trachenberge musste der Heranwachsende sein Bad in einer mobilen Wanne in der Küche nehmen - neben der Mutter am Herd. Mit zehn Jahren wurde es dem heutigen Rentner zu indiskret. Ein Glück, dass seine Eltern ihm den immerhin zwei Kilometer langen Fußmarsch an die Wurzener Straße erlaubten. Für wenige Groschen bekam er dort nicht nur eine warme Dusche, sondern konnte auch gleich noch seine spärlichen Schwimmkünste trainieren - ohne eine kochende Mutter in der Nähe.

Eine Rettungsschwimmerin auf dem Trockenen

Helga Schönberg liebte es früher, ihre Bahnen zu ziehen. Die Dresdnerin war als Schwimmerin im Sportverein Aufbau Dresden-Mitte, trainiert wurde im Sachsenbad auf der Wurzener Straße. Sogar ihren Rettungsschwimmer-Schein hat Schönberg gemacht. Bis in die 1970er-Jahre kraulte sie sich durch das Denkmal in Pieschen. Seitdem sitzt die einst passionierte Schwimmerin auf dem Trockenen. "Therapieschwimmen, das wärs", so Schönberg. Doch die Angebote in Dresden fehlen. Eine Wiedereröffnung des Sachsenbads könnte da vielleicht helfen...

Der Weihnachtsmann geht baden

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Eine Bescherung im Wasser erlebt man eher selten. Für Gabriele Francke bleibt dieser Anblick deshalb bis heute unvergessen. In den Weihnachtsferien war sie im Denkmal auf der Wurzener Straße schwimmen. Plötzlich tauchte der Weihnachtsmann in voller Montur auf dem Springturm auf. Seinen Sack leerte er kurzerhand über dem Becken aus. Äpfel und Nüsse dümpelten im Wasser vor sich hin. Doch nur kurz: Schnell sprangen die Badegäste ins kühle Nass und angelten sich ihre Präsente. Sie sollten Gesellschaft vom Bescherer bekommen. Denn der Weihnachtsmann hüpfte kurzerhand samt Mantel und Sack selber ins Schwimmbecken.

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