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Dampfschifffahrt schöpft Hoffnung

Die Dresdner Flotte ist noch weit entfernt von den Ergebnissen aus den vergangenen Jahren. Doch nach dem Corona-Lockdown stimmen die aktuellen Zahlen optimistisch.

Die Tour zum Blauen Wunder und zurück gehört zu den besonders erfolgreichen Angeboten der Flotte.
Die Tour zum Blauen Wunder und zurück gehört zu den besonders erfolgreichen Angeboten der Flotte. © Archiv/Marion Doering

Dresden. Der Juni war auf dem Weg zum Rekordmonat. Genau genommen war er sogar ein Rekordmonat, bedenkt man, dass auch für die Ausflugsschiffe Corona-Einschränkungen gelten und zuvor wochenlang nichts oder fast nichts ging auf der Elbe. Jetzt ist die Flotte unterwegs und das Monatsergebnis entspricht nicht nur den Hoffnungen der Mitarbeiter. Es entspricht auch den Planungen, die Sanierungsgeschäftsführer Burkhard Jung gemeinsam mit den Chefs Karin Hildebrand und Jeffrey Pötzsch definiert hat: Das Geschäft läuft auch unter Corona-Bedingungen gut genug, um alle aktuellen Kosten aus den Einnahmen der Flotte zu bezahlen.

32.040 Passagiere sind im Juni auf den Schiffen mitgefahren. Platz gewesen wäre trotz der Corona-Einschränkungen für 56.020. Einerseits entspricht diese Zahl im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren etwa der Hälfte der jeweils im Juni gezählten Schiffsgäste. 2019 war in dieser Zeit das beste Jahr mit 78.971, das Jahr 2015 vergleichsweise schlecht mit "nur" 72.154. Andererseits mussten die Kapitäne keinen potenziellen Fahrgast am Ufer stehen lassen, weil die Schiffskapazität wegen der Corona-Einschränkungen ausgereizt war.

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"Wir sind über die Entwicklung sehr glücklich", kommentiert Flottensprecher Robert Körner die Juni-Zahl. "Der Tourismus, wie wir ihn kannten, befindet sich zwar trotz guter Zahlen noch immer im Entstehen" und eine "gewisse Zurückhaltung" sei wegen der Pandemie immer noch spürbar. Trotzdem passten die Zahlen.

Nachdem es am Anfang langsam losgegangen war und nur das Salonschiff Gräfin Cosel und der Dampfer Leipzig fuhren, ist inzwischen wieder weit über die Hälfte der Flotte im Einsatz. Richtung Meißen fährt der Dampfer Diesbar,  im Elbsandsteingebirge sind die Dampfer Meissen und Pillnitz im Einsatz. Zwischen dem Terrassenufer, Blaswewitz und Pillnitz fahren die "Gräfin Cosel", "August der Starke", die Dresden und die Leipzig. Und ab Sonnabend wird auch wieder eine Tour von Dresden bis ins Elbsandsteingebirge angeboten. Den Auftakt macht der Dampfer Leipzig.

Die am besten ausgelasteten Touren waren im Juni die Vormittagsfahrt ab Pirna in die Sächsische Schweiz, die Mittagstour ab dem Terrassenufer bis Pillnitz und die Stadtfahrt zu Wasser am frühen Nachmittag. Dabei fährt das Schiff vom Terrassenufer bis zum Blauen Wunder und zurück. Viel Platz ist vor allem noch auf den Schiffen in der Sächsischen Schweiz und nach Meißen. Dort fahren maximal 132 Personen mit. Es gibt sie seit dem 13. und dem 19. Juni. "Für den Start ist das in Ordnung", ordnet Robert Körner die Fahrgastzahlen ein.

Doch es läuft noch nicht alles so, wie es sich die Verantwortlichen der Unternehmensgruppe wünschen. Charterfahrten, Touren, bei denen Firmen oder Privatleute ganze Schiffe mieten, fehlen weiter. Sie sind eine wichtige Einnahmequelle für die Flotte. Auch sind noch nicht alle Schiffe wieder im Einsatz. Der Dampfer Pirna liegt zum Beispiel noch an der Werft in Laubegast, der Dampfer Meissen musste am Mittwoch in Pirna pausieren. Ein Defekt verhinderte den planmäßigen Einsatz im Elbsandsteingebirge. Am Donnerstag soll das Schiff wieder flott sein, kündigt Robert Körner an.

Auch die Firma Elbezeit, die für die Speisen und Getränke an Bord, die Gastronomie im Zoo und im Flughafen verantwortlich ist, kommt laut Körner langsam wieder in Tritt. "Derzeit kann man sagen, dass sich der Standort im Zoo ganz gut wieder zurückgekämpft hat und wir gegen Ende Juni fast wieder auf Normalstand sind", sagt Körner. Die Prognosen für Juli und August seien sehr gut. Nur im Flughafen warten die Verantwortlichen noch ab, bevor sie dort wieder das Gastro-Vollprogramm starten.

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