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Jetzt gibt es fürs Abora-Schilfboot kein Zurück mehr

Zwölf Mann Besatzung sind an Bord  und segeln los. Da zieht auch schon das erste Unwetter übers Meer. Eine Expedition mit ungewissem Ausgang beginnt.

Letzter Test, und dann  ab aufs Meer. Das Schilfboot verlässt den schützenden Hafen von Warna. Der Chemnitzer Experimental-Archäologe Dominique Görlitz leitet die Expedition.
Letzter Test, und dann ab aufs Meer. Das Schilfboot verlässt den schützenden Hafen von Warna. Der Chemnitzer Experimental-Archäologe Dominique Görlitz leitet die Expedition. © Abora-Team

Es ist wie immer, wenn Dominique Görlitz in See sticht. Die Winde sind gegen ihn und der Regen tröpfelt sich aus den Wolken heraus. Wie beim Bau, so beim Start am Freitag in Warna, dem Schwarzmeer-Ort.

 In den letzten sechs Wochen ist dort aus ein paar Bündeln Schilf ein Boot entstanden. Es wiegt jetzt zwölf Tonnen. Zusammengebunden, verzurrt, und mit Holz verplankt. Die Abora 4 ist von Warna aus zu ihrer ersten großen und zugleich letzten Fahrt aufgebrochen.

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Wenige Stunden davor sah es am Kai noch nicht so sehr nach Abreise aus. Konserven mussten noch kistenweise verstaut werden. Zumindest die 1.000 Liter Trinkwasser waren schon gebunkert. Das Packen hat die Crew noch rechtzeitig geschafft. Der Zeitplan ist dennoch komplett aus dem Ruder, berichtet Dominque Görlitz der SZ. 

Vier Tage waren von nun an bis Istanbul eingeplant. In dieser Zeit ist die Metropole am Bosporus jedoch nicht mehr erreichbar. Starke Südwinde fauchen übers Meer. Anders als normalerweise. „Das wird dauern“, sagt Görlitz und meint das Kreuzen gegen den Wind. Prognosen, wie lange der erste Fahrtabschnitt nun dauern könnte, gibt er nicht. Was verständlich ist, wenn man die Reisegeschwindigkeit des Steinzeitseglers kennt. Mit gerade mal ein bis zwei Knoten plätschert er über die Wellen. An Land wäre das Schrittgeschwindigkeit.

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Zwölf Männer und Frauen sind an Bord, ein halbes Dutzend Nationen. Es ist die vierte große Expedition des Chemnitzer Altertumsforschers und Experimental-Archäologen Dominique Görlitz. Die Route führt diesmal durch den Bosporus und entlang der Winddüsen der Kykladen bis nach Zypern. An den Kykladen  wird es für die Crew besonders kritisch. Ein solcher Steinzeitsegler kann nur träge um Klippen und in enge Naturhäfen manövrieren.  An Segeln und Seitenschwertern wird dann die ganze Crew   gebraucht, sagt Görlitz. „Wir haben immer nur eine einzige Chance, in den Hafen hineinzukommen.“ 

Vor wenigen Tagen noch befand sich die Abora 4 im Bau.
Vor wenigen Tagen noch befand sich die Abora 4 im Bau. © Abora-Team

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