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Sachsen

Das Azubi-Ticket kommt

Lehrlinge und Chefs loben das Angebot als ersten Schritt. Alle Preise und Bedingungen im Überblick.

Ab dem 1. August soll es ein verbundweit gültiges Azubiticket geben.
Ab dem 1. August soll es ein verbundweit gültiges Azubiticket geben. © Sebastian Schultz/Symbolfoto

Dresden. Kurz vor Ende ihrer Amtszeit löst Sachsens schwarz-rote Regierungskoalition doch noch ein Wahlversprechen ein – zumindest halb: Am 1. August startet das Azubi-Ticket. 

Mit ihm können Schüler berufsbildender Schulen für 48 Euro pro Monat in einem Verkehrsverbund mit Bus und Bahn unterwegs sein. Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) und Burkhard Ehlen, Chef des VVO, namens aller fünf Verbünde, haben am Donnerstag in Riesa Details zum lange infrage gestellten Projekt vorgestellt.

Demnach gibt es das Ticket im Jahresabo. Lehrlinge, die über eine Tarifzone hinaus mobil sein wollen, können für je fünf Euro Verbünde zukaufen, also für 68 Euro ganz Sachsen und den MDV-Verbundraum bereisen. Der Freistaat bezuschusst dieses Angebot jährlich mit 14 Millionen Euro.

„Damit stärken wir in Zeiten des Arbeitskräftemangels den Ausbildungsstandort Sachsen“, sagt Dulig. Zu einem „echten Bildungsticket“ müssten weitere Schritte folgen. Im August werde auch ein verbundweites, ab 14 Uhr – am Wochenende und in den Ferien auch ganztags – gültiges Schülerfreizeitticket für monatlich zehn Euro eingeführt. Und in einem Jahr soll es das versprochene, ganztags gültige Bildungsticket für alle Schüler geben – so der Plan.

„Endlich ist der Einstieg in ein bezahlbares Azubi-Ticket geschafft“, sagt Marlen Schröder, Bezirksjugendsekretärin des DGB Sachsen. „Wir begrüßen den Schritt, erwarten aber, dass das Ticket bald deutlich günstiger wird. Die Lebenshaltungskosten steigen schließlich weiter“, so Schröder.

„Schlimm genug, dass es so lange gedauert hat“, erklärt Klaus Bertram, Sprecher der Geschäftsführung des Sächsischen Handwerkstags. Das Angebot helfe vor allem Lehrlingen im ländlichen Raum, zwischen Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und Wohnort mobiler zu sein und den eigenen Geldbeutel zu schonen, so der Vertreter jener Dachorganisation der Handwerkskammern und -verbände.

Für Lars Fiehler, Sprecher der IHK Dresden, werden die Fahrten „nicht nur günstiger, sondern auch einfacher, da die Mobilität sachsenweit über die starren Grenzen der Verkehrsverbünde hinweg gesteigert wird“. Um die duale Ausbildung attraktiv zu halten, brauche es weitere Schritte.

„Das Azubi-Ticket zeigt, dass die Verbünde an einem Strang ziehen und Projekte erfolgreich umsetzen können“, sagt VVO-Chef Ehlen. Jene Träger des öffentlichen Nahverkehrs in Sachsen hatte Minister Dulig wegen des Gezerres um besagte Projekte infrage gestellt und die Rückkehr zu einer Landesverkehrsgesellschaft angekündigt. Das Thema sei trotz der Einigung nicht vom Tisch, heißt es auf SZ-Anfrage.

Weitere Infos unter www.deine-jugendtickets.de

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