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Das Kollmer Känguru hat sich gut eingelebt

Das Findeltier fühlt sich wohl im Zoo Weißwasser. Auch Jungtiere sind beim Tierparkfest am 25. August zu bestaunen.

Das Bennett-Känguru hat es sich bequem gemacht. Im Mai verließ das Tier den schützenden Beutel der Mutter.
Das Bennett-Känguru hat es sich bequem gemacht. Im Mai verließ das Tier den schützenden Beutel der Mutter. © Foto: Constanze Knappe

Weißwasser. Prächtig macht er sich, der Neuzugang: Ende voriger Woche zog ein Känguru in den Tierpark Weißwasser ein. Das an sich ist nicht spektakulär, die Umstände hingegen schon. Das Känguru war bei Kollm gefunden worden. Trotz intensiver Suche war der Besitzer nicht zu ermitteln. Das Tier kam zunächst in Quarantäne in den Tierpark Görlitz, wo es nicht bleiben konnte. 

So musste für das schätzungsweise zwei bis drei Jahre alte männliche Känguru ein neues Zuhause gefunden werden. Im Tierpark Weißwasser hat es das jetzt. „Die anderen haben ganz entspannt reagiert“, weiß Gert Emmrich, der beim Einzug des neuen Kängurus selber gar nicht da war, von seinen Mitarbeitern. Die anderen Bennetts hätten den Neuzugang zwar neugierig beäugt, aber es sei alles ruhig geblieben. Kritisch sei die Frage, ob der Neue tatsächlich von seinem männlichen Artgenossen akzeptiert werde oder ob es Streit um die Mädels gibt. Dann müsste er wieder weg. „Es sieht aber nicht so aus, als sei das zu befürchten“, sagt der Tierparkchef.

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So viel wie in diesem Jahr war bei den Kängurus im Zoo Weißwasser wohl noch nie los. Im Februar hatte ein Fuchs drei Tiere gerissen. Zum Glück nicht jenes Muttertier, welches Nachwuchs in seinem Beutel trug. Nach sieben Monaten Tragzeit hüpft das Kängurumädchen seit Mai selbstständig draußen herum. Um nach den Fuchsrissen den Bestand wieder aufzustocken, hatte Gert Emmrich ein männliches Tier aus dem Affen-Zoo Jocksdorf geholt. Mit dem Neuzugang aus der vorigen Woche sind es jetzt fünf Bennett-Kängurus: zwei Jungs und drei Mädels. Noch ein weiteres weibliches Tier soll die Gruppe ergänzen.

In ihrem begehbaren Gehege werden die Tiere per Elektrozaun geschützt. Drei Jahre hatte die Anlage bestens funktioniert, im letzten Winter aber offensichtlich einen Defekt. Sie lief zwar, was man am Summen hörte, doch nicht auf voller Leistung, so dass der Fuchs mit seinem dichten Winterfell die Stromstöße vermutlich nur als Kitzeln wahrgenommen hat. Um die Kängurus noch besser zu schützen, wurde der Elektrozaun inzwischen aufgerüstet.

Noch sind die Kitze scheu. Der Nachwuchs der Damhirsche hält in dem begehbaren Gehege lieber gehörigen Abstand zu den Besuchern. 
Noch sind die Kitze scheu. Der Nachwuchs der Damhirsche hält in dem begehbaren Gehege lieber gehörigen Abstand zu den Besuchern.  © Foto: Constanze Knappe

Zuwachs ist auch bei anderen Tierarten zu verzeichnen. Mufflons und Uhus zum Beispiel haben Nachwuchs. Die Damhirsche ebenso. In deren ebenfalls begehbarem Gehege wurde erst Anfang Juli ein neuer Unterstand fertig. An der Voliere der Aras wurde im Frühjahr das Dach erneuert. Und im Streichelgehege wird ein Stall für Hühner gebaut. Pünktlich zum Tierparkfest am 25. August soll der fertig sein.

Weitaus größer sind die Baumaßnahmen im ehemaligen Zebragehege. Die Stute war, altersschwach, gestorben. Statt neuer Zebras werden Maras dort einziehen, auch Pampashasen genannt. Optisch erinnern sie an ein Mittelding zwischen Reh und Hase. Beheimatet sind die imposanten Nager in Südamerika. Ihr Bestand ist rückläufig, weil ihr natürlicher Lebensraum immer kleiner wird.

Ganz neu für Weißwasser sind die Maras nicht: Vor reichlich 15 Jahren lebten schon einmal solche Tiere am Teich des Zoos. Weil ihre Anlage nicht fuchssicher war, musste man sie seinerzeit notgedrungen abgeben. Jetzt soll die Tierart ein Comeback in Weißwasser erfahren. Denn die Pampashasen passen gut zu den benachbarten Alpakas. Geplant ist, aus beiden Gehegen eins zu machen, welches obendrein noch begehbar wird. Allerdings brauchen die Maras einen Untergrabungsschutz, damit sie nicht ausbüxen. Die Bauarbeiten werden sich noch ein bisschen hinziehen. Denn die drei Handwerker des Tierparks haben unabhängig davon auch sonst alle Hände voll zu tun. Oftmals geht es um Kleinigkeiten, die aber meist sehr zeitaufwendig sind. Die Pampashasen werden deshalb wohl erst im nächsten Jahr einziehen. Gedacht sei an einen Anfangsbestand von drei bis vier Maras. Auch hoffe man auf Nachwuchs.

Apropos Nachwuchs. Dem der Alpakas geht es derweil richtig gut. Die beiden im Juli 2018 geborenen Jungtiere werden aber Ende des Jahres den Tierpark Weißwasser verlassen müssen. Gert Emmrich möchte dann noch ein weibliches Tier holen.

Im Zoo hat schon der Laubfall eingesetzt. Auch da müssen die Mitarbeiter noch ran, damit zum Tierparkfest am 25. August alles hübsch ist. Die Vorbereitungen darauf sind jedenfalls in vollem Gange.

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