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Dresden

Dealer-Trio kassiert Drogen-Millionen

Ihr legales Geschäft lief nicht gut genug. Deshalb ließen die Männer das Putzen sein und machten eine Karriere mit Rauschgift.

Bis zu einem Zentner Marihuana, versteckt in den Hohlräumen von Autos, transportierte das kriminelle Trio pro Tour nach Dresden. Bis es aufflog.
Bis zu einem Zentner Marihuana, versteckt in den Hohlräumen von Autos, transportierte das kriminelle Trio pro Tour nach Dresden. Bis es aufflog. © Daniel Karmann/dpa

Sie waren „keine kleinen Dealer“. Sie haben zentnerweise Drogen geschmuggelt und verkauft, es war ein Millionengeschäft. Außerdem besaß das Trio einige Zeit eine Kalaschnikow. Die Waffe deponierten die Drogenhändler im April 2016 in einem „Geschäft“ an der Alaunstraße und verkauften sie später für 4.000 Euro weiter.

Ugur C., Eren B. und Mustafa K. haben in Dresden einen Drogenhandel betrieben. Im Mittelpunkt stand dabei das „Geschäft“, das der Türke C. und K, der die türkische und die deutsche Staatsbürgerschaft hat, eigentlich als Zentrale eines Reinigungsunternehmens angemietet hatten. Das Geschäft lief gut, doch als sie vergeblich auf Tausende Euro für einen Auftrag warten mussten, ließen sie das Putzen sein und starteten das Rauschgift-Geschäft.

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C. war der Kopf der Bande, der in Dresden geborene Türke Eren B. und Mustafa K. seine Helfer. Das Rauschgift beschafften sie unter anderem in Hannover, Wiesbaden und in der Nähe von Göttingen. Sie transportierten es nach Dresden, pro Tour bis zu einem Zentner Marihuana, versteckt in den Hohlräumen von Autos. 

Das ging gut, bis im Mai 2018 ein Paar aufflog, das als Kurier arbeitete. Es hatte Drogen aus Holland geholt und wurde an der Raststätte Dresdner Tor erwischt. Das Paar packte aus. Einen Monat später stellte eine Spezialeinheit den Kopf der Bande, ebenfalls an einer Raststätte. Noch einen Monat später nahm die Polizei auch seine zwei Komplizen fest.

Waffenbesitz fällt gar nicht ins Gewicht

Das Trio hat die Taten gestanden. C. hat darüber hinaus auch Taten eingeräumt, von denen die Ermittler noch gar nichts wussten. Dabei nannte er Namen von Dealern, Tatzeiten, Mengen und Preise. 21-mal wurde allein er verhört. Auch seine zwei Komplizen packten aus. Zwar widersprachen sich einige Tatdetails, sagte Richter Andreas Ziegel. Dennoch wertete die Kammer des Landgerichts diese Kooperation zugunsten der Angeklagten. „Sie haben uns damit eine umfangreiche und schwierige Beweisaufnahme erspart“, sagte Ziegel.

C. habe außerdem über seine Tatbeiträge hinaus zur Aufklärung weiterer Taten beigetragen. Deshalb blieb es für ihn bei den vorab mit der Staatsanwaltschaft abgesprochenen vier Jahren Gefängnis.

Auch Eren B. muss ins hinter Gitter. Er hatte auf eine Bewährungsstrafe gehofft. Doch die Drogengeschäfte, an denen er beteiligt war, wogen trotz seines Geständnisses zu schwer, um ihn auf freiem Fuß zu lassen. Nur der Dritte im Bunde, Mustafa K., bekam eine Bewährungsstrafe. Zwei Jahre Haft, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, urteilte die Kammer unter Vorsitz von Andreas Ziegel. 

K. hatte den geringsten Tatanteil und lebt in sozial sicheren Verhältnissen. Der gebürtige Dresdner wohnt nicht mehr in der Stadt und arbeitet im Dönerladen seines Vaters. Das Gericht ist davon überzeugt, dass K. künftig keinen Anlass mehr für kriminelle Geschäfte hat.

Darüber hinaus müssen die Verurteilten ihre Gewinne zurückzahlen. Allein bei Ugur C. sind das für die erwiesenen Taten fast 220.000 Euro.

Um die Kalaschnikow ging es nicht mehr. Der Waffenbesitz fiel angesichts der umfangreichen Drogengeschäfte nicht ins Gewicht, erklärte die Kammer.

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