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Sachsen

Dresdner Cyber-Mediziner entwickeln OP-Roboter

In einem neuen Forschungszentrum geht es um künftige digitale Behandlungsmethoden - gegen Krebs und bisher unerkannte Krankheiten.

Stefanie Speidel ist  Informatik-Professorin  und Medizinerin. Am OP-Demonstrator zeigt sie, was die Medizin mit virtueller Realität und Assistenzsystemen bei der Krebschirurgie künftig machen könnte.
Stefanie Speidel ist Informatik-Professorin und Medizinerin. Am OP-Demonstrator zeigt sie, was die Medizin mit virtueller Realität und Assistenzsystemen bei der Krebschirurgie künftig machen könnte. © dpa

Dresden. Es ist die größte Instituts-Neugründung seit Jahren in Sachsen: das Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für digitale Gesundheit (EKFZ) der TU Dresden. Am Mittwochmittag hat die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung dazu den Vertrag mit der TU und dem Freistaat unterzeichnet.

Dresden bekommt damit eine Forschungseinrichtung, die bessere, schnellere und überall anwendbare digitale Behandlungen für Patienten entwickelt. Der Arzt wird nicht ersetzt, er bekommt kompetente Unterstützung. Es geht um Roboter für OPs, die auf den Bruchteil eines Millimeters genau arbeiten. 

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Der Arzt schaut mit einer 3-D-Brille in der virtuellen Realität in den Patienten. So kann er bessere Entscheidungen treffen. Automatisierte Bilderkennung kann Zehntausende Zellen in Sekunden auf Bösartigkeit prüfen. Und die individuelle Wirksamkeit neuer Medikamente, die spezielle Auswahl für jeden einzelnen Patienten, wird vorab berechenbar. Bei der Krebsbehandlung bringt dies lebensrettende Zeit und erspart Leid durch wirksamere Substanzen.

100 Millionen Euro und noch mehr

Das neue Forschungszentrum für diese und andere digitale Medizin-Themen entsteht als Teil der TU Dresden direkt im Uni-Klinikum. „Der Nutzen der digitalen Medizin kommt hier direkt beim Patienten an“, sagt Jochen Hampe, Chef des neuen Zentrums für digitale Gesundheit. „Wir bauen die Brücke von den Servern zum Patienten.“ Dort sollen dann Techniker, Informatiker und Mediziner zusammenarbeiten. 

Die Studenten werden unmittelbar mit den Patienten zu tun haben. Sie sind nicht Arzt, nicht Ingenieur, sie sind beides. In Deutschland gibt es so etwas noch nicht, sagt TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen. Der Anspruch ist sogar noch höher: „Wir wollen uns weltweit an die Spitze setzen bei der Entwicklung von Cyber-Medizin.“

Diese Chance sieht auch die Fresenius-Stiftung. Sie gibt dafür 40 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren. 26 Bewerber gab es, sechs davon kamen in die Endrunde. Nur Dresden konnte sich durchsetzen. Es war der bislang härteste Wettbewerb um ein solches Medizinprojekt.

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Die TU bekommt 40 Millionen Euro für digitale Medizin. Nicht nur die Uniklinik wird profitieren, ist SZ-Redakteur Stephan Schön überzeugt.

Insgesamt geht es um Investitionen und Gelder für die TU in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro bis 2029. Denn vom Wirtschaftsministerium Sachsens kommen 20 Millionen Euro für Projekte mit der Industrie dazu, Drittmittel in mehr als der gleichen Höhe werden dies noch ergänzen. Und ein Neubau für mindestens 20 Millionen Euro ist in Planung. 

Im EKFZ werden dann 200 bis 250 Digital-Mediziner forschen. Fünf neue Professoren werden berufen. Nach zehn Jahren wird dieses Institut auf Dauer ein fester Bestandteil der TU bleiben. Auch das steht so im jetzt unterschriebenen Vertrag.

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