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Dresden

Der Bachelor wechselt jetzt Windeln

Statt Rosen an schöne Damen zu verteilen, spielt Daniel Völz in der Dresdner Comödie. So war er noch nie zu erleben. 

Dresden kannte Daniel Völz schon von früheren Besuchen. Für Proben und Vorstellungen ist er nun häufiger hier.
Dresden kannte Daniel Völz schon von früheren Besuchen. Für Proben und Vorstellungen ist er nun häufiger hier. © Sven Ellger

Dieser Mann bewirbt sich als „Bachelor“, um die Liebe seines Lebens zu finden, und nimmt eine Rolle an der Comödie an, um als Schauspieler Fuß zu fassen. Muss nicht klappen – kann aber. Vielleicht ist es die besondere Leichtigkeit seines Herangehens, die Daniel Völz genau dorthin bringt, wo er sein will. Immer nach dem Motto: möglich, aber nicht nötig. Letztlich wurde es in der Fernsehshow „Der Bachelor“ nichts mit der Frau seines Herzens, eine kurze Liaison zerbrach rasch.

Aber seit etlichen Monaten ist der 34-Jährige sehr verliebt. Seine Lisa hat er „im ganz normalen Leben“ gefunden, sagt Daniel Völz und bedauert den Umweg über das RTL-Format trotzdem nicht. „Ich lebte damals in Florida und war dort nicht besonders glücklich“, erzählt er. Nach 20 Jahren in den Staaten habe er sich nach Deutschland zurückgesehnt und gedacht: Wenn ich mich da verliebe, habe ich einen Grund, ein neues Lebens anzufangen. „Mein Freund riet mir, mich für die 8. Staffel des Bachelors zu bewerben, das habe ich gemacht und wurde angenommen.“

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Zwischen Bau und Bühne

Wie es mit der Schauspielerei weitergeht, wird sich noch zeigen. Das entsprechende Gen trägt Daniel Völz jedenfalls in sich. Als Sohn der Schauspielerin und Synchronsprecherin Rebecca Völz, Enkel des Volksschauspielers Wolfgang Völz und Neffe des Künstlers Benjamin Völz hatte er reichlich Gelegenheit, sich im Kreis darstellerischer Talente zu behaupten. „Schon als Kind habe ich gelernt, mir Aufmerksamkeit zu verschaffen.“ Sich bei Familientreffen dezent zurückzuhalten, wäre da kontraproduktiv gewesen.

Nun bekommt er Gelegenheit, sich zum ersten Mal im Theater zu behaupten. Zumindest als Profi und noch dazu singend. An der Highschool habe er schon in Musicals mitgewirkt, erzählt er, und außerdem Kurz- und Werbefilme gedreht. Das alles jedoch eher zum Spaß. Seit seinem Studium der Betriebswirtschaft in den USA verdient Daniel Völz sein Geld in der Immobilienbranche und folgt damit beruflich seinem Vater. „Es ist klasse, dass ich beides gut organisieren kann – meine Termine in Florida und die Proben hier.“

Gerade laufen die Vorbereitungen für die neue Inszenierung „Spielplatzhirsche“ an der Comödie Dresden, die dafür bekannt ist, immer wieder Promis auf die Bühne zu holen. Im Stück verteilt der Bachelor keine Rosen, sondern Windelhosen. Und zwar als Florian an seinen Zögling, für den er gern der Superdaddy wäre. Aber das ist gar nicht so leicht, denn der Schlafentzug macht ihm zu schaffen. Unter einem Vorwand schleicht sich der geschlauchte Papa eines Abends von zu Hause weg zu einem Spielplatz. Dort hofft er, endlich mal wieder eine Nacht durchschlafen zu können. Doch es kommt anders.

„So etwas erlebe ich in den Staaten nie.“

„Ich habe zwar noch keine Kinder, aber viele meiner Freunde sind Familienväter. Dadurch kann ich mir gut vorstellen, wie sich der Florian im Stück fühlt und was er erlebt.“ Immerhin bleibt ihm noch Kraft genug, um zu singen. „Spielplatzhirsche“ ist als „Karaokeshow“ angekündigt, und Daniel Völz bemüht erstmals seine Stimme außerhalb der heimischen Dusche.

Freundin, Bühne, Wohnung in Berlin – ist der Bachelor zurück in der alten Heimat, in der er als Kind lebte? „Ich bin froh, beides zu haben“, sagt er, „Deutschland und die USA.“ Dort nervt ihn die Oberflächlichkeit im Umgang vieler Leute, hier verstört ihn, dass sich die Menschen gegenseitig nichts zu gönnen scheinen. „Ich liebe zum Beispiel tolle Autos und werde damit ständig schräg angesehen.“ Erfolg und Luxus rufe ständig Skeptiker auf den Plan. „So etwas erlebe ich in den Staaten nie.“ Seinen amerikanischen Traum jedenfalls trägt Daniel Völz immer bei sich, egal wo er gerade lebt und welches Experiment er startet.

„Spielplatzhirsche“: Premiere am 6. September, nächste Vorstellungen täglich bis 15. September. Tickets unter 1866410 und Montag bis Sonnabend, 10 bis 18 Uhr an der Theaterkasse. www.comoedie-dresden.de

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