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Der Döbelner Mundschutz-Manager

Der Döbelner Rico Kretschel organisiert die Fertigung der Masken. Unterstützung erhält er von vielen Seiten.

Rico Kretschel organisiert das Nähen von Mundschutzmasken.
Rico Kretschel organisiert das Nähen von Mundschutzmasken. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Die Hilferufe reißen nicht ab. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bestehen Lieferengpässe für Mundschutzmasken. Das hat eine beispiellose Hilfsaktion ins Leben gerufen. Überall finden sich Menschen, die selbst Masken nähen.

Ein Aufruf des Uniklinikums Dresden ist mit dafür ausschlaggebend gewesen, dass der Döbelner Rico Kretschel die Produktion von Mundschutzmasken organisiert. In Dresden ist die Situation dank ehrenamtlicher Helfer etwas entspannter, doch auch in der Region Döbeln werden Mundschutzmasken gebraucht.

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Rico Kretschel war jahrelang hauptberuflich im Rettungsdienst aktiv und organisiert sich dort auch heute noch ehrenamtlich. Für ihn war es keine Frage, dass er die Produktion der Masken in Angriff nimmt. Über das soziale Netzwerk Facebook hat er Unterstützer gesucht. Dabei erhält er Hilfe von Freunden, Bekannten, Nachbarn, die sich als Näher zur Verfügung stellen. „Die Beschaffung der notwendigen Materialien habe ich übernommen. Aber auch hier bekomme ich wertvolle Unterstützung. Zum Beispiel von der Firma Werbung KIZ in Knobelsdorf und vom Nähweißchen und Fadenrot in Döbeln“, sagt Rico Kretschel.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Zusammen mit weiteren Unterstützern hat er Produktionspakete gepackt, die in diesen Tagen verteilt werden sollen. „Im Paket sind Schnittmuster für Kindermasken und Erwachsene, Anleitung mit Video und Material zum Nähen. Die Masken sind vorerst hauptsächlich für Mitarbeiter und Patienten aus dem Gesundheitswesen im Raum Döbeln gedacht. Wer noch Stoff und Nähmaschine zu Hause hat, kann unser Projekt gern unterstützen. Danke an alle Unterstützer“, schreibt Kretschel auf seiner Facebook-Seite.

Um einen reibungslosen Ablauf organisieren zu können, benötigt Kretschel nicht nur das Material zum Ausliefern, sondern auch Daten, wohin es geliefert werden soll. „Es handelt sich um freiwillige Angaben und diese werden natürlich nur für das Projekt Mundschutz verwendet. Nach Abschluss des Projektes oder auf Wunsch der Teilnehmer werden alle Daten gelöscht“, versichert er. Das Schnittmuster für die Mundschutzmasken hat Kretschel den Vorgaben des Uniklinikums Dresden entnommen. Die fertigen Masken werden zum Schluss gewaschen und in Folien eingeschweißt.

Simone und Daniel Heinrich vom Döbelner Geschäft Nähweißchen und Fadenrot haben ihre Unterstützung für das Projekt sofort zugesagt. Auch zuvor sind die Ladeninhaber schon aktiv geworden. „Wir haben Stoff für Mundschutzmasken für eine Kinder-Krebs-Station in Dresden abgegeben und auch Masken für das Pflegeheim in Technitz und eine Physiotherapiepraxis genäht“, berichtet Daniel Heinrich. 

Das Geschäft bekommt auch Aufträge zum Nähen von Schutzmasken, berechnet die Stoffe dafür aber nur zum Selbstkostenpreis. Aus Sicht von Daniel Heinrich ist es sinnvoll, wenn die Herstellung von Mundschutzmasken bedarfsorientiert erfolgt. „Es nützt nichts, wenn eine große Anzahl davon produziert wird, und dann irgendwie verteilt wird. Nur wo die Masken wirklich gebraucht werden, sollen sie auch ankommen“, so Heinrich.

Kein Platz im Theater

Während anderenorts auch in den Theaterwerkstätten fleißig an Mundschutz und Schutzanzügen genäht wird, ist das Mittelsächsische Theater an solchen Aktionen nicht beteiligt. Pressedramaturg Christoph Nieder erklärt den Grund: „In unserer Schneiderei zum Beispiel geht es so eng zu, dass wir dort schon am vergangenen Donnerstag die Arbeit einstellen mussten, um die Mitarbeiterinnen nicht zu gefährden. Um dort unter den jetzigen Verhältnissen einigermaßen sicher zu arbeiten, wären Umbauarbeiten erforderlich, die zumindest im Moment nicht zu leisten sind.“

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