merken
PLUS

Dippoldiswalde

Der Hausarzt, der sich mit Corona ansteckte

Der Schmiedeberger Arzt Michael Grundmann musste seine Praxis schließen und in Quarantäne bleiben. Jetzt brachten aber zwei Tests Entwarnung.

Als dieses Archivbild mit dem Schmiedeberger Hausarzt Michael Grundmann entstand, war Corona noch kein Thema. Vor einigen Tagen hat er sich mit dem Virus angesteckt. Er ist inzwischen aber geheilt und hat die Praxis wieder geöffnet.
Als dieses Archivbild mit dem Schmiedeberger Hausarzt Michael Grundmann entstand, war Corona noch kein Thema. Vor einigen Tagen hat er sich mit dem Virus angesteckt. Er ist inzwischen aber geheilt und hat die Praxis wieder geöffnet. © Archiv: Egbert Kamprath

Seit Montag ist der Schmiedeberger Allgemeinarzt Michael Grundmann wieder in seiner Praxis. Nach Ostern musste er eine viertägige Zwangspause einlegen -  wegen einer Corona-Infektion. Der Arzt hatte sich vorsorglich testen lassen, weil er mit einer infizierten Patientin Kontakt hatte. Und zu Ostern hat er die Nachricht bekommen, dass er ebenfalls den Virus hat, wie er im Gespräch mit Sächsische.de berichtet.

Das bedeutete für den Mediziner, dass er sofort seine Praxis auf null fahren musste. Das war ein Riesenberg Arbeit für den 53-Jährigen und sein Team. Er musste sich ja kümmern, wie seine Patienten weiter versorgt werden. "Ich saß den ganzen Tag am Telefon." Er hat sich mit Pflegediensten, Kollegen und Ämtern abgestimmt. Eine Nacht hat er damit verbracht, aus den Tageslisten alle Kontakte der letzten Tage aufzuschreiben, damit das Gesundheitsamt diese Menschen informieren und die nötigen Tests veranlassen konnte. In dieser Zeit ging es ihm auch selbst ein wenig schlechter. Damals hat er auch noch nicht gewusst, wie lange die Schließung wegen der Corona-Infektion dauern wird. Es hätte auch die doppelte Zeit werden können.

Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Arzt zu Hause in Quarantäne

Schließlich war die Praxis geschlossen und der Arzt zu Hause in Quarantäne. "In dieser Zeit habe ich gesehen, was meine Frau seit Wochen leistet. Wir haben vier schulpflichtige Kinder, die alle jeden Tag motiviert sein wollen, um ihre Aufgaben für die Schule zu machen", sagt er. Kurzzeitig hat er dabei mitgeholfen. Und er wurde dann wiederholt getestet. Ein erster Test war negativ, und diesen Sonntag kam die Nachricht, dass auch ein zweiter kein Virus mehr angezeigt hat. Grundmann gilt als genesen. Mit den nötigen Schutzvorkehrungen kann er wieder seine Arbeit als Arzt aufnehmen.

Er hat eine Idee, wie er sich angesteckt hat. Es lief über eine Familie, die in Italien Urlaub gemacht hat, vermutet er. Davon hat er aber erst einmal nichts mitbekommen. Dass er sich nach dem Kontakt mit der infizierten Patientin testen ließ, war eine reine Vorsichtsmaßnahme, die aber die Infektion zu Tage gebracht hat. Grundmann vermutet aber, dass nicht die Patientin es war, die ihn angesteckt hat. Wahrscheinlich hatte er die Infektion schon einige Tage zuvor.

Vorsichtsmaßnahmen haben Leben gerettet

Auch wenn bei ihm die Erkrankung glimpflich vorübergegangen ist, sieht er dennoch allen Grund, weiter vorsichtig zu bleiben. „Ich gehe davon aus, dass die Vorsichtsmaßnahmen vielen älteren Leuten das Leben gerettet haben“ sagt er. „Gerade die häusliche Quarantäne muss man schon ernst nehmen.“ Dabei ist ihm aber auch klar, dass die Voraussetzungen dafür sehr unterschiedlich sind. Er bewohnt ein Anwesen auf dem Land, wo die Kinder ein Grundstück am Haus haben und so auch mal ins Freie gehen können und in der großen Familie immer auch Kontakt untereinander haben. Das sieht in einer engen Stadtwohnung oder für ein Einzelkind anders aus. Aber auch in diesem Rahmen gilt es, Acht zu geben. „Zu meiner Mutter habe ich seit dem Beginn der Corona-Epidemie keinen direkten Kontakt mehr“, berichtet er.

Weiterführende Artikel

Corona: Vierter Todesfall im Landkreis

Corona: Vierter Todesfall im Landkreis

In Freital ist eine 80-jährige Frau, die an Covid-19 erkrankt war, gestorben. Die Entwicklung im Ticker.

Einen Vorteil sieht er für sich als Arzt, nachdem er einmal eine Corona-Ansteckung überstanden hat. „Ich kann jetzt in die Vollen gehen. Ich muss keine Sorge mehr haben, dass ich mich anstecken werde“, sagt er.  

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Dippoldiswalde