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Schuppige Bewohner in Hirschbach

Das Bestücken eines Teiches ist nicht so einfach. Die Ortswehr hatte damit ihre liebe Mühe.

So ähnlich sehen die neuen Bewohner des Hirschbacher Oberteichs aus.
So ähnlich sehen die neuen Bewohner des Hirschbacher Oberteichs aus. © Symbolbild: Patrick Pleul/dpa

Der sanierte Oberteich in Hirschbach hat neue Bewohner bekommen. Seit einigen Tagen schwimmen dort Graskarpfen. Eigentlich sollten die erst im Frühjahr eingesetzt werden. Nun ist es ganz anders gekommen. Und das sorgte für einigen Stress.

Dass im Teich nun Karpfen schwimmen, liegt an der Ortsfeuerwehr. Diese wollte verhindern, dass der eben sanierte Oberteich wieder zuwächst. Deshalb befragte die Wehrleitung mehrere Experten. Aus deren Sicht gab es zwei gängige Methoden, dem vorzubeugen, berichtet Ortswehrleiter Jörg Paulusch. Die eine: Der Teich müsste mindestens fünf weitere Jahre leer stehen. Danach würden die Pflanzen sterben. Die andere Methode: Karpfen einsetzen. Diese würden die Pflanzen klein halten. 

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Die Feuerwehr entschied sich für die zweite Methode. Denn nur so könnte abgesichert werden, dass bei einem Brandfall genügend Löschwasser im Dorf bereitsteht. Andernfalls müsste die Wehr auf Wasser aus den Hydranten zurückgreifen. Doch das würde hohe Kosten verursachen, weil die Feuerwehr bei einem Brand so viel Wasser aus dem Netz entnehmen würde, dass sich die Fließgeschwindigkeit erhöhen würde und sich dadurch Sedimente in den Leitungen lösen würden. Viele Abnehmer hätten dann trübes Wasser und der Wasserversorger müsste seine Leitungen spülen. "Deshalb ist es besser, volle Löschteiche zu haben", so Paulusch. 

Der obere Dorfteich Hirschbach (250 Kubikmeter Fassungsvermögen) wurde 2019/2020 von der Stadt saniert. Nun wartet die Feuerwehr auf Regen.
Der obere Dorfteich Hirschbach (250 Kubikmeter Fassungsvermögen) wurde 2019/2020 von der Stadt saniert. Nun wartet die Feuerwehr auf Regen. © Egbert Kamprath
Am mittleren Dorfteich hat die Stadt Glashütte im Januar kurzfristig den Ablass reparieren lassen. Dieser Teich kann 150 Kubikmeter Wasser fassen.
Am mittleren Dorfteich hat die Stadt Glashütte im Januar kurzfristig den Ablass reparieren lassen. Dieser Teich kann 150 Kubikmeter Wasser fassen. © Egbert Kamprath
Der untere Dorfteich gehört zum Vorwerk Hirschbach. Dessen Besitzer hatte ihn im vorigen Jahr repariert. Der Teich fasst 200 Kubikmeter Wasser.
Der untere Dorfteich gehört zum Vorwerk Hirschbach. Dessen Besitzer hatte ihn im vorigen Jahr repariert. Der Teich fasst 200 Kubikmeter Wasser. © Egbert Kamprath

Eigentlich sollten die Karpfen im Frühjahr eingesetzt werden. Doch es kam anders. Ende Dezember hatte ein Züchter den Hirschbachern angeboten, ihnen all die Karpfen abzugeben, die er vor Silvester nicht verkauft. Die Hirschbacher willigten ein, eine Familie aus dem Ort übernahm die Kosten. Am Silvestertag brachte der Züchter nicht zehn Karpfen - wie zunächst angenommen - , sondern 35 Karpfen vorbei. Da der sanierte Oberteich zu diesem Zeitpunkt noch leer war, wurden die Fische in den Mittelteich gesetzt. Zeit zum Eingewöhnen hatten die Karpfen aber nicht. 

Am 9. Januar informierte das Glashütter Bauamt die Hirschbacher, dass eine Firma einen Tag später mit dem Abdichten des sanierungsbedürftigen Mittelteichs beginnen werde. "Da wir darauf schon lange warten, haben wir den Mittelteich abgelassen", so Paulusch. Die Karpfen mussten gefangen und in den Oberteich gesetzt werden. Feuerwehrleute holten die Fische bei Regen und einem Wasserstand von 50 Zentimetern bei einem gut zweistündigen Einsatz aus dem Mittelteich und brachten sie zum Oberteich. Doch damit war die Aktion noch nicht vorbei.

Hilfe vom Trinkwasserverband

Im Oberteich stand inzwischen Wasser, aber nicht sehr viel. Bei einem Kälteeinbruch hätten sich die Karpfen nicht in die frostsicheren Bereiche des Teiches nach unten zurückziehen können. Deshalb musste mehr Wasser her. "Wir hofften auf weitere Niederschläge", so Paulusch. Die stellten sich aber nicht ein. Deshalb baten die Hirschbacher die Weißeritzgruppe um 100 Kubikmeter Wasser. Am 21. Januar gab das Unternehmen grünes Licht für die Wasserabgabe aus dem Hydrantennetz. Inzwischen hat die Feuerwehr begonnen, den Teich zu befüllen. Die anfallenden Kosten für das Trinkwasser will die Stadt Glashütte übernehmen, sagt Paulusch. Das habe ihm Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) zugesichert.

Die Feuerwehr bittet nun alle Hirschbacher und Gäste, die Fische nicht zu füttern. Diese müssen nicht hungern, so Paulusch. Ums Füttern kümmern sich Feuerwehrleute. Wenn das Füttern nicht kontrolliert erfolge, fressen die Karpfen nicht wie gewollt die Wasserpflanzen, so der Ortswehrleiter. Im schlimmsten Fall ist zu viel Futter im Teich und dieser kippt bei Wärme um, denn es würde Sauerstoff fehlen. Die Feuerwehr hätte dann zwar immer noch genügend Löschwasser, aber die Fische würden sterben. 

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