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Dippoldiswalde

Die Einkaufshelferin von Dippoldiswalde

Saskia Behrendt bietet an, für andere Besorgungen zu übernehmen. Darauf gibt es Echo, aber nicht von denen, die sie eigentlich erreichen will.

Saskia Behrendt aus Malter will Menschen helfen, die wegen Corona nicht selbst einkaufen können.
Saskia Behrendt aus Malter will Menschen helfen, die wegen Corona nicht selbst einkaufen können. © Egbert Kamprath

Saskia Behrendt aus dem Dippoldiswalder Ortsteil Malter will unter die Einkaufshelden gehen, aber bislang hat sie damit noch ein Problem. Die 16-Jährige, die in Dippoldiswalde die Oberschule besucht, hat sich auf Facebook einem deutschlandweiten Aufruf angeschlossen, der von der Jungen Union gestartet wurde mit dem Titel „Ich bin Ihr Einkaufsheld“. Da Saskia Behrendt in der Jungen Union, der Jugendorganisation der CDU aktiv ist, kam sie darauf. Sie will vor allem älteren Menschen Hilfe bei den täglichen Einkäufen oder anderen Besorgungen anbieten, die derzeit wegen der Corona-Epidemie nicht außer Haus gehen wollen oder können. „Rufen Sie mich einfach an oder schreiben Sie einen Einkaufszettel“, heißt es in ihrem Aufruf. Weil derzeit die Schule geschlossen ist, hat Saskia Zeit, obwohl sie eigentlich in der Prüfungsvorbereitung steckt. 

Bisher hat der Aufruf zwar Echo gefunden, jedoch noch nicht von Hilfsbedürftigen, sondern nur von Unterstützern, welche die Aktion gut finden oder auch selbst mit anpacken und Besorgungen übernehmen wollen. „Es wendet sich doch eher an Ältere und die sind nicht mehr so viel auf Facebook unterwegs“, vermutet Saskia Behrendt als Erklärung. Sie geht aber durchaus davon aus, dass es Bedarf gibt für ihre Unterstützung. Sie hatte auch schon Kontakt zur Mitarbeiterin eines Lebensmittelmarkts aus Dippoldiswalde, die ihr das bestätigte. Dann müssten nämlich ältere Menschen, die besonders vom Coronavirus gefährdet sind, nicht mehr selbst einkaufen gehen und sich dadurch einem Risiko aussetzen.

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Wie so eine Besorgungsaktion dann im Einzelnen aussieht, das weiß sie noch nicht. „Man müsste auf jeden Fall erst einmal telefonisch Kontakt aufnehmen und dann die Einzelheiten absprechen, wie die Bezahlung läuft und so“, sagt sie. Sie bietet ihre Hilfe kostenlos an, aber die Kosten für den Einkauf müssten natürlich die bezahlen, die ihn auch bekommen.

Nun hat Saskia Behrendt einen eingeschränkten Radius. Die Schülerin würde Besorgungen in Malter oder Dippoldiswalde mit dem Fahrrad erledigen können. Wenn das nicht mehr reicht, bietet auch ihre Mutter, Ulrike Behrendt, Unterstützung mit dem Auto an.

Nachbarschaftshilfe funktioniert

Insgesamt funktioniert bisher die Betreuung der Menschen, die in Dippoldiswalde und seinen Ortsteilen in Quarantäne leben müssen, noch durchweg in Nachbarschaftshilfe oder durch die Familie, informierte Dippoldiswaldes Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU). Aber sie ist froh über jedes Hilfsangebot. „Wir wissen ja nicht, wie sich alles noch entwickelt, welche Kräfte wir noch benötigen in den kommenden Wochen“, sagt Körner. Sie bittet momentan alle, die der Stadt Hilfe anbieten, sich auf der zentralen Internetseite „Team Sachsen“ zu registrieren. Die haben die Hilfsorganisationen gemeinsamen gestaltet. Wer sich dort anmeldet, bekommt online eine Hygiene-Schulung. Das ist schon mal eine wichtige Grundlage, um in der jetzigen Krisensituation aktiv zu werden. Außerdem werden wichtige Informationen wie Führerschein, Pflegeausbildung oder Sprachkenntnisse abgefragt. Wenn die Stadt dann Unterstützung benötigt, kann sie auf die Menschen zurückgreifen, die dort erfasst sind. Es kann auch sein, dass die Hilfe, die jetzt noch funktioniert, nicht über längere Zeit möglich ist, dann ist es auch wichtig, dass weitere Unterstützung bereit steht.

Unabhängig davon steht das Angebot von Saskia Behrendt, die auch schon in Kontakt mit anderen steht, die ebenfalls bei Einkäufen und Besorgungen mithelfen wollen. Sollten also zu viele Anfragen eingehen, dann könnte sie diese auch an andere weitergeben. 

Kontakt zu Saskia Behrendt: Tel. 0172 9143863 oder per mail: [email protected]

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