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Großenhain

Kranfahren im Unterricht

Die Patenbrigade ist zurück. Die Genossenschaft nimmt Kinder mit auf ihre Baustelle.

Kinder der dritten Klassen der Bobersbergschule besuchen die Baustelle an der Weßnitzer Straße. Vor allem können sie richtig mit Hand anlegen.
Kinder der dritten Klassen der Bobersbergschule besuchen die Baustelle an der Weßnitzer Straße. Vor allem können sie richtig mit Hand anlegen. © Anne Hübschmann

Großenhain. Kranfahren im Sachkundeunterricht – das ist echt cool. Für die Mädchen und Jungen der beiden dritten Klassen an der Bobersberg-Grundschule ist dieser Traum jetzt wahr geworden. Nicht nur das. Thomas Schippmann, Genossenschaftsvorstand und Bauherr der beiden neuen Mehrfamilienhäuser an der Weßnitzer Straße zeigt den Acht- bis Neunjährigen nicht nur die Baustelle, er lässt sie auch selbst schippen, baggern, mit der Wasserwaage hantieren, Ziegel mauern und natürlich als Krönung den Kran per Fernsteuerung bedienen. 

Natürlich mit den Männern vom Bau, also der Baugesellschaft Großenhain von Christoph Böhme. Der freut sich, wie die Kleinen bei der Sache sind. Mit dem Finger nach oben kreisen, heißt hochziehen. Nach unten kreisen, die Last herunterlassen und die Arme plötzlich weit ausbreiten – stopp. Das klappt schon richtig gut, und der Chef-Kranfahrer kann schon mal konstatieren, da könne er ja jetzt beruhigt in den Urlaub gehen. Nur Spaß ist das Ganze allerdings nicht, auch wenn alle ihre Freude haben.

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Verflixte Wasserwaage

Thomas Schippmann will den Kindern beibringen, dass es gar nicht so einfach ist, etwas „gerade“ zu bauen und anstrengend dazu. Aber am Ende steht ein Haus, und so heißt das Motto des Schulprojektes auch: „Wir bauen ein Haus“. Mia (9) und Elisa (8) staunen. Ein Stein wiegt 50 Kilogramm und ist damit schwerer als sie selbst. Zum Mauern haben die Bauarbeiter deshalb natürlich kleine Ziegelsteine geholt.

Erik und die anderen Jungs sind ganz begeistert beim Kranfahren, keiner gibt die Fernbedienung freiwillig ab. Die Erwachsenen müssen genau auf die Uhr schauen. In knapp zwei Jahren sollen die Häuser fertig, die Außenanlagen gestaltet sein. „Das passt doch prima“, sagt Thomas Schippmann. 

Noch bevor die Kinder aus der Grundschule kommen, können sie Beete und Wege mitgestalten. Auch das gehört zum Hausbau schließlich dazu. Und ordentliche Helme. Die hat Thomas Schippmann zuvor im Unterricht verteilt, alle mit dem Namen der Kinder versehen. Da waren die Ersten schon hippelig auf die echte Baustelle. Auch der Architekt wird den Schülern noch einiges erzählen. Ein Junge kennt den Planer sogar. Die Familie hat selbst gebaut. Lehrerin Heike Magotsch ist sehr zufrieden. Die Kinder gestalten jetzt im Fach Kunst zum Thema Hundertwasserhaus ihr eigenes Wunschhaus.

Thomas Schippmann möchte die Traumhäuser der Drittklässler in einer Straßengalerie am Bauzaun ausstellen. Vielleicht schreiben die Kinder noch auf, was ihnen am besten auf der Baustelle gefällt oder sie sich noch vorstellen. Zur Weihnachtsfeier möchte man sich auf alle Fälle wiedersehen – jetzt hat die Klasse schließlich eine echte Patenbrigade.

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Ob wirklich der ein oder andere später etwas beruflich mit Bauen zu tun hat, ist gar nicht wichtig. Entscheidend ist für Lehrer und Baubetrieb, dass die Kinder etwas mit den Händen tun, gespannt sind, sehen, was Mühe macht und Freude empfinden, wenn etwas fertig wird. Wer dann mit Eltern oder Oma und Opa an der Weßnitzer Straße vorbeispaziert, kann sagen: Das ist unser Haus! Darauf kommt es an, die Freude, etwas mit den Händen zu tun.

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