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Unangenehme Arbeit nach dem Großbrand

Hilfe beim Strohbrand in Ruppendorf kam bis aus Dresden, Oberbobritzsch und Glashütte. Der Schaden liegt bei einer halben Million Euro.

Mit Teleskopladern packen die Landwirte das Stroh auf Hänger, um es dann in sicherer Entfernung auf dem Acker abzukippen.
Mit Teleskopladern packen die Landwirte das Stroh auf Hänger, um es dann in sicherer Entfernung auf dem Acker abzukippen. © Franz Herz

Nun geht es wieder genau andersrum. Vor sechs Wochen haben die Landwirte in Ruppendorf das Stroh vom Feld in das Lager an der Milchviehanlage gefahren. Sie waren froh, dass es trocken und sauber war. Jetzt ist es durchnässt und schmutzig vom Löschwasser. Sie laden es in aller Hektik wieder auf Hänger,  und fahren es auf einen Acker, wo die Feuerwehr nochmal mit Wasser drübergeht, damit es ja nicht wieder Feuer fängt.

Damit geht der Riesenlöscheinsatz in die Endphase, der am frühen Mittwochnachmittag begonnen hat, als in der gut gefüllten Strohscheune an der Milchviehanlage ein Brand ausgebrochen ist. Die Feuerwehren sind anfangs stark gefordert, weil ein böiger Wind die Flammen immer wieder anfacht. Jens Glöckner, der Ortswehrleiter von Ruppendorf, leitet tagsüber den Löscheinsatz. In der Nacht übernimmt Rico Menzer von der Ortswehr Röthenbach diese Aufgabe, ehe am Morgen Glöckner wieder einsteigt.

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Die Löschaktion reicht über die Grenzen des Landkreises hinaus. Die Feuerwehr benötigt viele Helfer mit Atemschutzgeräten, damit sie in der Qualmwolke stehend den Brand löschen können. Die Einsatzleiter holen Hilfe von allen Klingenberger Feuerwehren, aus den benachbarten Ortsteilen der Stadt Dippoldiswalde, aus Dorfhain, Glashütte und Oberbobritzsch. Von der Berufsfeuerwehr in Dresden kommt ein Container mit Atemschutztechnik, weil auch diese Ausrüstung knapp wird. In der Nacht kam das Technische Hilfswerk und hat die Brandstelle ausgeleuchtet. 

180 Feuerwehrleute im Einsatz

Nachdem im ersten Einsatz das Feuer eingedämmt ist, beginnen Mitarbeiter der Agrargesellschaft am Mittwochabend das Strohlager zu räumen. Vier Radlader organisiert der Betrieb, die laufend Hänger mit dem Stroh beladen, das aber oft noch qualmt. Immer wieder flackern auch Flammen auf, wenn eine Ladung herausgezogen wird. Sofort spritzen die Feuerwehrleute diese Brände nieder. Auch die qualmenden Ladungen auf den Hängern benetzen sie mit Wasser. Vier Traktoren fahren damit einer nach dem anderen auf einen Acker hinter der Anlage und kippen ihre Ladung dort ab. Und auch hier steht wieder die Feuerwehr bereit, um weiter zu löschen.

So läuft das die Nacht und den ganzen Tag. „Gegen 18, 19 Uhr müssten wir alles abgefahren haben“, schätzt Peter Baling, der Vorstand der Agrargesellschaft, am Donnerstag um die Mittagszeit. Er hat auch eine Gulaschkanone organisiert, aus der die Feuerwehrleute warme Bockwürste bekommen.

Rund 80 Feuerwehrleute sind am Mittwochnachmittag im Einsatz, 50 die Nacht über und ebenfalls am Donnerstag im Wechsel. Dann werden sie schrittweise abgelöst, und die eigenen Mitarbeiter des Betriebs übernehmen die weiteren Aufräumarbeiten. Die Straße zwischen Ruppendorf und Reichstädt ist auch am Donnerstag noch gesperrt, weil die Löschwasserschläuche darüber verlegt sind.

Brandursache ist noch unklar

Ein Brandursachenermittler der Polizei ist schon am Mittwoch und erneut am Donnerstag vor Ort. Er dokumentiert, wie die Radlader das Strohlager auseinandernehmen. Die Auswertung seiner Erkenntnisse wird jetzt noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Ecke, wo das erste Feuer entdeckt wurde, lag ganz oben hinter einem Blechdach, wo eigentlich niemand hinkommt. „Wie es dort zu dem Brand gekommen ist, kann ich mir auch nicht erklären“, sagt Einsatzleiter Glöckner.

Der Schaden ist schon eher einzuschätzen. „Das Stroh ist rund 90.000 Euro wert. Die Halle vielleicht 300.000 Euro bis 400.000 Euro. Aber hier muss ein Gutachter entscheiden, ob es ein Totalschaden ist oder noch repariert werden kann“, sagt Baling. Seine größte Sorge ging in Richtung des Kuhstalls. „Wenn dort etwas passiert wäre, die Technik beschädigt oder wir einen Stromausfall gehabt hätten, dann hätten wir tausend Kühe nicht mehr melken können. Das wäre eine Katastrophe geworden“, sagt Baling. Die ist zum Glück nicht eingetreten.

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Das durchnässte und angekokelte Stroh hat keinerlei Nutzen mehr. Es bringt nur noch Arbeit, eine davon ist recht unangenehm. Die Mitarbeiter müssen das Stroh auseinander nehmen und die Bänder, welche die Ballen zusammengehalten haben, herausziehen. „Das sind starke Plastikschnüre. Die machen sonst unsere Maschinen kaputt“, sagt Baling. 

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