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Die versteckten Schätze von Sebnitz

Das städtische Museum in Sebnitz hat viele Exponate und wenig Platz. Dafür gibt es bald eine Lösung. Das Rathaus plant aber noch mehr.

Museumschefin Andrea Bigge zwischen historischen Bänden, die in einer Kammer des Sebnitzer Museums aufbewahrt werden. Im neuen Depot sollen die Bücher künftig bei konstanter Temperatur und Luftfeuchte lagern.
Museumschefin Andrea Bigge zwischen historischen Bänden, die in einer Kammer des Sebnitzer Museums aufbewahrt werden. Im neuen Depot sollen die Bücher künftig bei konstanter Temperatur und Luftfeuchte lagern. © Foto: Dirk Zschiedrich

Ein Rundgang durch das Sebnitzer Museum und das angeschlossene Afrikahaus kann je nach Motivation des Besuchers schnell einen halben Tag in Anspruch nehmen. Dabei ist in der öffentlich zugänglichen Dauerausstellung nur ein Bruchteil der eigentlichen Sammlung zu sehen. Ungefähr ein Viertel, schätzt Museumsleiterin Andrea Bigge. Der große Rest des Bestandes schlummert in Schränken, Regalen und Schubladen und wird nur punktuell zu thematischen Sonderausstellungen hervorgeholt.

Dazu gehört ein ganzes Depot mit Bildern und Gemälden regionaler Künstler, ein Fotoarchiv, das unter anderem historische Glasplattenfotos aus der Zeit um 1900 beinhaltet, ordnerweise Schriftstücke der Sebnitzer Kunstblumenindustrie oder Nachlässe von Persönlichkeiten wie Alfred Meiche. „Es sind unglaubliche Schätze, die die Stadt hier besitzt“, sagt Andrea Bigge und zieht mal eben ein Rezeptbuch aus dem Jahr 1692 aus dem Regal. Das Problem: Es ist einfach zu wenig Platz. Das Museumsgebäude selbst ist vollgestopft bis unters Dach. Große Teile der Sammlung lagern schon lange an verschiedenen Standorten verteilt über die halbe Stadt.

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Nach langer Planung beginnt Sebnitz nun mit der Einrichtung eines neuen Museumsdepots. In der städtischen Immobilie an der Schandauer Straße 8a werden dafür umfangreiche Sanierungsarbeiten stattfinden, rund 246 000 Euro stehen dafür inklusive Fördermitteln zur Verfügung. Die ersten Aufträge sind bereits vergeben, noch im Februar sollen die Bauarbeiten beginnen, teilt das Rathaus mit. Museumsleiterin Andrea Bigge und ihre Helfer haben dafür in den vergangenen Wochen jede Menge Kisten geschleppt, denn die auch bisher schon als Depot genutzten Räume mussten für die Bauarbeiten erst einmal leer geräumt werden.

Die wertvollen Schätze der Städtischen Sammlungen sollen in dem neuen Depot so gelagert werden, dass sie für die Nachwelt erhalten bleiben und wie es fachlich geboten ist: vor Lichteinfall geschützt, bei konstanter Temperatur und Luftfeuchte.

Für die Stadt ist der für das laufende Jahr vorgesehene Bau des Depots der Auftakt eines größeren Projekts. Für 2020/21 ist die Sanierung der Museumsgebäude an der Hertigswalder Straße geplant. Sie soll längerfristig mit einer Neukonzeption der Ausstellung einhergehen, wie Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) ankündigt. Die Ausstellungsteile zur Geschichte der Kunstblumenindustrie könnten demnach im Gebäude der Kunstblumenmanufaktur konzentriert werden. Durch einen Umzug der Museumsbibliothek könnte zudem mehr Platz werden für Sonderausstellungen. Das neue Konzept wird derzeit noch mit dem Freundeskreis der Städtischen Sammlungen abgestimmt.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/sebnitz vorbei.

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