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Diebe haben es auf die Kirche abgesehen

Die Polizeistatistik in Dürrröhrsdorf-Dittersbach fällt eher mager aus. Das könnte sich aber schlagartig ändern.

Die Kirche in Dittersbach soll auch weiter geöffnet bleiben.
Die Kirche in Dittersbach soll auch weiter geöffnet bleiben. © Daniel Schäfer

Seit ein paar Tagen gibt es in Dürrröhrsdorf-Dittersbach ein neues Gesprächsthema: Vandalismus und Diebstahl an der evangelisch-lutherischen Kirche in Dittersbach. Die Mitglieder der Kirchgemeinde sind empört. An ihrem Gotteshaus hatten sich Buntmetall-Diebe zu schaffen gemacht. Regenrinnen aus begehrtem Kupfer und einige Meter Blitzableiter wurden aus ihren Verankerungen gerissen und mitgenommen. 

Sofort erstattete der Kirchenvorstand Anzeige bei der Polizei. Auch bei der Versicherung wurde der Schaden gemeldet. Die Diebe gingen mit ziemlich roher Gewalt den ehrwürdigen Mauern an den Putz. Der weist an einigen Stellen nun Löcher auf.  Die Tat sorgt für Kopfschütteln im Ort. Außer einigen Unfällen hat die Polizeistatistik nichts weiter Nennenswertes aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach zu berichten. Die Gemeinde gilt als beschaulich. Bislang. Denn nicht nur in der Kirchgemeinde wird nun befürchtet, dass die Diebe wiederkommen - und sich zum Beispiel auch an Privathäusern vergreifen und dort mehr als Kupfer stehlen könnten. Noch gut sind die zahlreichen Einbrüche vor einiger Zeit im Nachbarort Stolpen in Erinnerung. Allerdings konnte ein Teil der Taten damals aufgeklärt werden. 

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Ob man den Dieben von der Dittersbacher Kirche auf die Schliche kommen wird, ist noch ungewiss. Inzwischen haben freiwillige Helfer mit der Schadensbeseitigung begonnen. Und der ist hoch. "Der angerichtete Sachschaden übersteigt, wie so oft, den wirtschaftlichen Wert des Gestohlenen. Neben dem damit einhergehenden bürokratischen Aufwand mit Polizeianzeige, Versicherungsmeldung, Schadensbeseitigung und so weiter bleibt der bittere Beigeschmack, dass sich das wiederholen könnte", sagt Armin Stettinius, Ortsvorsteher von Dürrröhrsdorf-Dittersbach und Kirchgemeindevertreter. 

Kirche bleibt offen für Besucher

In dem Gremium hat man sich nun auch Gedanken über die Zukunft gemacht. Das Gotteshaus ist zum Beispiel immer an den Wochenenden innerhalb des Projektes "Offene Kirch" für Interessierte begehbar. Ob sich das die Diebe zunutze gemacht und alles vorher ausgekundschaftet haben, weiß man nicht.  Auch der Kirchplatz selbst ist öffentlich. Damit könnte jeder rein und raus, ohne dass man einen Verdacht hegt. Inzwischen hat man sich im Kirchenvorstand geeinigt, dass es keine Einschränkungen im freien Betretungsrecht des Kirchplatzes geben wird und auch nicht für das Projekt "Offene Kirche". Über technischen Diebstahlschutz wie Alarmanlagen oder mehr Beleuchtung zum Beispiel werde derzeit noch diskutiert.

"Die beste Prävention ist allerdings die Aufmerksamkeit der Menschen im Ort. Kirchgemeinde und Ortschaftsrat rufen daher gemeinsam zu mehr Wachsamkeit auf", sagt Armin Stettinius. Fast jeder habe heute ein Handy mit Fotofunktion. "Vor allem das bewusste Hinschauen könnte eine abschreckende Wirkung gegen Diebstahl und Vandalismus haben", hofft der Ortsvorsteher. 

Metalldiebe übrigens werden, so die Erfahrungen von Experten, immer dreister. Für das Kilo Kupfer liegen die Preise derzeit zwischen vier und sechs Euro, je nach Zustand und Beschaffenheit. Und nur schwer ist für den Schrotthändler nachvollziehbar, ob das zum Kauf angebotene Kupfer gestohlen wurde oder nicht. Fachhändler vermuten generell, dass ein Großteil der gestohlenen Metalle im Ausland geschmolzen und weiterverarbeitet wird. Am Ende wird das Kupfer zu neuen Kabeln oder Rohren - manchmal auch zu Schmuck - weiterverarbeitet. Wie lange die Kupferpreise noch steigen und Diebe locken, hängt von der Konjunktur ab. 

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