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Dieser Einblick hat Perspektiven verändert

Durch den Bundesfreiwilligendienst hat sich bei Elisa Clauß ein Berufswunsch manifestiert.

Für ein Jahr ist die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek Arbeitsplatz von Elisa Clauß. Diese Zeit neigt sich dem Ende zu. Zuletzt hat sie sich intensiv mit dem Thema Wolf befasst. Lektüre hat sie in den Regalen genug gefunden.
Für ein Jahr ist die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek Arbeitsplatz von Elisa Clauß. Diese Zeit neigt sich dem Ende zu. Zuletzt hat sie sich intensiv mit dem Thema Wolf befasst. Lektüre hat sie in den Regalen genug gefunden. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Bisher war Elisa Clauß die Stadt Hoyerswerda nur „vom Durchfahren“ bekannt, wie sie selber sagt. Aber mittlerweile hat sie sich hier eingelebt und ein Zuhause gefunden. Doch das wird nicht von Dauer sein. Die junge Frau, die in Lauchhammer aufgewachsen und zuletzt in Schwarzheide das Oberstufenzentrum Lausitz besucht hat, ist derzeit als Freiwillige in der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek Hoyerswerda tätig. Dafür ist sie hierhergezogen. Das Ende dieser einjährigen Tätigkeit steht bevor.

„Ich würde es empfehlen“

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Nach dem Abschluss der Schule hat Elisa Clauß zunächst verschiedene Vorstellungen, welche Richtung sie jetzt einschlagen möchte. Zum einen kann sie sich vorstellen, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste zu werden oder Altertumswissenschaften bzw. Ägyptologie zu studieren. Diese Pläne hat sie inzwischen verworfen. Jetzt soll es das Studium der Bibliothekswissenschaften werden. Das vergangene Jahr hat sie darin bestärkt.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) hat ihr die Möglichkeit eröffnet, für die Dauer von einem Jahr Einblick in einen Bereich zu erhalten, der ihr sonst vermutlich verwehrt geblieben wäre.

„Ich würde es empfehlen“, kann die 20-Jährige ihre Entscheidung zum BFD untermauern. Zum einen sieht sie ihre persönliche Entwicklung in dieser Zeit und des Weiteren ergeben sich nun andere berufliche Möglichkeiten. Sie nennt es eine Bereicherung. „Es hat mir für mein späteres Leben weitergeholfen.“

Nach einem ersten Kennenlerngespräch im letzten Sommer war klar, dass Elisa Clauß nicht hauptsächlich für Ausleihen, Buchen und Einstellen verantwortlich sein wird, sondern Veranstaltungen für Kindergruppen – hauptsächlich aus Kitas – im Vordergrund stehen. Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren sind schnell zu begeistern, so die Erkenntnis aus den letzten Monaten. Ältere Kinder hingegen haben zunehmend mehr Ausdauer und eine höhere Aufnahmefähigkeit. Dennoch gibt es gravierende Unterschiede, wie Themen altersgerecht für Grundschüler, Fünft- und Sechstklässler sowie Jugendliche aufbereitet und präsentiert werden müssen. Zuerst hat sie Veranstaltungen nur helfend unterstützt, dann mehr Aufgaben und Verantwortung übernommen und letztendlich selbst geplant und durchgeführt. Einmal wurde zum Beispiel das Sonnensystem zur Veranschaulichung mit Kindern in einem maßstabsgerechten Abstand zueinander nachgestellt. Beliebt ist auch das sogenannte Bilderbuchkino, wobei die bildlichen Darstellungen per Beamer an die Wand gebracht werden und die Geschichte vorgelesen wird. Heike Lehmann, Kommisarische Leiterin der Stadtbibliothek, sieht es auch als Ziel dieser Arbeit an, Kinder frühzeitig an die Bibliothek heranzuführen und einen Wiedererkennungseffekt zu schaffen.

Neben der täglichen Arbeit gehören zu dem BFD auch vier begleitende Seminarwochen, die in diesem Fall vom Verein Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Sachsen als Träger organisiert werden. Dort konnte sich Elisa Clauß mit anderen Freiwilligen über ihre Erfahrungen in den jeweiligen Einsatzstellen austauschen. „Es war zwar kein Urlaub, aber etwas anderes als der Arbeitsalltag.“ Zuletzt mussten die Bildungstage ausfallen, aber konnten durch Onlineangebote kompensiert werden. Ebenfalls gehört ein Jahresprojekt zu den Pflichtaufgaben während des BFD.

Anfang des Jahres hat Elisa Clauß sich für ein Thema und Format entschieden: eine Kinderveranstaltung zum Thema Wolf. Sie findet die Tiere selbst sehr faszinierend und sieht ein Potenzial in diesem Thema. „Kinder hören es immer nur im Märchen als böse Figur. Das lässt sich mit Fakten und Wissen verknüpfen.“ Diesen Ansatz verfolgt Elisa Clauß bei der Vorbereitung. Sie meint, dass die Wölfe mehr Bereicherung als Gefahr sind.

Die Veranstaltung wird vermutlich nicht durchgeführt werden können, aber zumindest ihren Betreuern präsentiert. Vielleicht kann zu einem späteren Zeitpunkt eine ähnliche Veranstaltung durchgeführt werden – auch wenn Elisa Clauß dann nicht mehr in der Bibliothek arbeitet. Sie wünscht sich in Berlin, Leipzig oder Potsdam studieren zu können. Erst der BFD hat sie auf diesen Weg geführt.

Und dafür ist sie dankbar und stolz, sich das getraut zu haben, trotz einiger Bedenken im Vorfeld.

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