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Dippoldiswalde fehlt ein Radwegkonzept

Verschiedene Planungen wollen den Zweiradverkehr voranbringen. Bisher machen sie den Eindruck von Stückwerk. Doch das soll sich bessern.

Wolfgang Bartzsch aus Paulsdorf fährt auf der Rabenauer Straße in Dipps. Einen Radweg gibt es hier wie auch an den meisten anderen Straßen in der Stadt nicht. Jetzt ist ein Konzept gefordert.
Wolfgang Bartzsch aus Paulsdorf fährt auf der Rabenauer Straße in Dipps. Einen Radweg gibt es hier wie auch an den meisten anderen Straßen in der Stadt nicht. Jetzt ist ein Konzept gefordert. © Egbert Kamprath

Wie ist eigentlich der Stand der Radwegplanung in der Stadt? Mit dieser Frage hatte sich der Ortschaftsrat Dippoldiswalde an die Stadtverwaltung gewandt und eine Antwort bekommen, mit der die Räte nicht zufrieden waren. Sächsische.de fasst die Situation einmal zusammen.

Bisher sind ganze zwei Radwege vorhanden

Um die bestehenden Radwege in Dippoldiswalde aufzuzählen, brauchen die Radfahrer nicht mal eine Hand. Am Gewerbegebiet in Reinholdshain ist ein kurzer Abschnitt als gemeinsamer Rad- und Gehweg angelegt. Und an der B 170 ist von der Tankstelle bis Ulberndorf auch ein Radweg ausgewiesen. Der führt dann auf Nebenwegen weiter Richtung Schmiedeberg, aber nicht mehr als ausgewiesener Radweg.

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Der Freistaat hat mehrere Planungen laufen

Es gibt aber Planungen, die großen Straßenverbindungen rings um Dippoldiswalde auch für Radfahrer auszubauen, wie die Stadtverwaltung den Ortschaftsrat informierte. So plant der Freistaat Sachsen einen durchgängigen Radweg entlang der B170 von Dresden bis Dippoldiswalde. Hier laufen im Moment erste Vermessungsarbeiten. Damit kann die Planung dann beginnen. Dafür ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr zuständig.

Dasselbe Amt bereitet ebenfalls einen Radwegbau vom Ortsausgang Dippoldiswalde bis Ortseingang Reichstädt vor. Hier sind die Arbeiten schon weiter gediehen. Mehrere Varianten wurden untersucht. Favorit ist dabei eine Wegeführung direkt entlang der Staatsstraße. Das hält auch die Stadtverwaltung für eine gute Variante. „Damit ist auch eine Anbindung für Berreuth möglich. An derselben Straße gibt es auch in der anderen Richtung erste Planungen für einen Radweg zwischen Dippoldiswalde und Glashütte.

Ein Dauerbrenner in der Dippser Diskussion ist der Malter-Radweg. Hier gibt es seit 2013 eine Vorplanung für den Abschnitt von Dippoldiswalde bis Paulsdorf. Bevor hier die Ersten auf einem sicheren Radweg in die Pedale treten können, müssen allerdings noch zwei Brücken saniert und fahrradgerecht ausgebaut werden. Am Lämmergrund in Paulsdorf soll der Radverkehr sogar eine eigene Brücke bekommen. Das sei für 2021 vorgesehen. Und am Tännichtgrund muss die vorhandene Brücke saniert und erweitert werden, was 2022 oder 23 in der Planung enthalten sei. Dies sind Aufgaben, die beim Landkreis liegen. Dessen Beigeordneter Heiko Weigel sollte die Pläne eigentlich im Frühjahr im Stadtrat vorstellen. Das ist aber wegen Corona vertagt worden.

Radverkehrsachse in Dipps ist noch Zukunftsmusik

Im Flächennutzungsplan, den Dippoldiswalde 2011 beschlossen hat, ist auch ein Radweg durch die Stadt vorgesehen. Wie es mit diesem Projekt weitergeht, darüber hat die Stadtverwaltung dem Ortschaftsrat keine Auskunft gegeben. Der neun Jahre alte Plan sieht vor: Dort, wo auf Höhe der Tankstelle jetzt der Radweg aus Ulberndorf endet, soll der innerstädtische Abschnitt beginnen, entlang der Kleinbahn durch die Stadt führen und schließlich an den Malter-Radweg anschließen. Bei Bauvorhaben achtet die Stadt darauf, dass dieser Weg nicht verstellt wird. Aber um ihn endgültig zu bauen, müsste sie auch noch Grundstücke kaufen, hieß es im Ortschaftsrat. Das ist also noch Zukunftsmusik.

„Insgesamt heißt das, wir haben kein durchgängiges Radwegkonzept in der Bauverwaltung der Stadt. Es ist eher Stückwerk“, stellte Ortsvorsteher Dirk Massi (Freie Wähler) fest. „Uns muss ja niemand versprechen, dass alles in zwei Jahren gebaut ist, aber es geht um ein Konzept, um eine Planung“, sagt Uwe Sparmann (Freie Wähler). 

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Dabei soll es aber nicht bleiben. Linda Knetsch, Büroleiterin von Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU), antwortete auf Nachfrage von sächsische.de: „Die Stadtverwaltung Dippoldiswalde plant, ein durchgängiges Radwegekonzept für das Stadtgebiet zu erstellen.“ Dies soll ermöglichen, dass verschiedene Einzelvorhaben in einem Gesamtzusammenhang betrachtet werden können. Sie sollen dann auch insgesamt in der Finanzplanung betrachtet werden und, wenn es denn einmal soweit ist, auch für die touristische und überregionale Vermarkung genutzt werden. Hier liegt noch ein Stück Arbeit vor den Dippser Bau- und Verkehrsplanern. 

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