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Meißen

Drei Damen für den sächsischen Wein

Erstmals präsentieren sich die Kandidatinnen für das Amt der 32. Sächsischen Weinkönigin – und müssen ihr Wissen beweisen.

Jenny Zumpe, Ann-Kathrin Schatzl und Katja Böhme (v.l.) heißen die drei Kandidatinnen zur Wahl der 32. Sächsischen Weinkönigin. Am Donnerstag präsentierten sie sich erstmals auf Schloss Proschwitz einer Fachjury.
Jenny Zumpe, Ann-Kathrin Schatzl und Katja Böhme (v.l.) heißen die drei Kandidatinnen zur Wahl der 32. Sächsischen Weinkönigin. Am Donnerstag präsentierten sie sich erstmals auf Schloss Proschwitz einer Fachjury. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Das Ambiente könnte kaum passender sein: helle Stuckdecke, pompöse Kronleuchter, unzählige Weingläser – und mittendrin die drei Kandidatinnen zur Wahl der 32. Sächsischen Weinkönigin. 

Katja Böhme, Ann-Kathrin Schatzl und Jenny Zumpe präsentieren sich am vergangenen Donnerstag im Festsaal von Schloss Proschwitz erstmals als potenzielle Nachfolgerinnen der amtierenden Königin Lisa Leinemann. Doch bei der Vorstellung allein soll es an diesem Abend nicht bleiben.

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Denn wer das laut Weinbauverband genussvollste Ehrenamt Sachsens erobern will, muss besonders eines können: den Weingenuss mit Fachwissen untermauern. „Deshalb müssen sich die Kandidatinnen zunächst einer Fachbefragung stellen“, erklärt Michael Thomas, Vorstandsvorsitzender des Weinbauverbandes Sachsen. 

„Die Wertung der 40-köpfigen Jury aus Winzern und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geht dann zu 50 Prozent in das Ergebnis ein.“ Die anderen 50 Prozent macht die Abstimmung der Zuschauer bei der Galaveranstaltung kommenden Freitag in Weinböhla aus.

Stolperstein Fachbefragung

Die weiteste Anreise hat Jenny Zumpe. Die 32-jährige Erzieherin ist amtierende Jessener Weinprinzessin und hält den sächsischen Wein für „eine Liebe fürs Leben“. Zwar liegt Jessen im östlichen Teil von Sachsen-Anhalt, die Jessener Weinberge aber gehören zum Weinbaugebiet Sachsen. 

„Einen Teil der Weinberge kenne ich also schon, nun möchte ich gern das gesamte Gebiet kennenlernen“, verkündet Jenny Zumpe, die in ihrer Freizeit unter anderem Fußball spielt. Bei den Fachfragen kommt die 32-Jährige dann etwas ins Schlingern, manövriert sich aber charmant aus der Bredouille. „Das Amt der Weinkönigin wird mein Fachwissen sicher voranbringen.“

Ann-Kathrin Schatzl aus Diesbar-Seußlitz legt hierfür gleich den perfekten Beweis aufs Parkett. Als amtierende sächsische Weinprinzessin hat die 28-Jährige schon zahlreiche Termine hinter sich – und dabei reichlich Wissen angesammelt. Nahezu spielerisch bewegt sie sich unter den Augen von Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) durch die Fachbefragung, kann die Größe des 507 Hektar umfassenden sächsischen Weinbaugebiets exakt benennen und referiert über die Säure im Wein. 

„Mein Jahr als Weinprinzessin war fantastisch“, sagt Schatzl. „Es hat mich berührt und bewegt.“ Für die studierte Labor- und Verfahrenstechnikerin Grund genug, dieses Jahr erneut zur Wahl anzutreten und nun nach der Goldkrone zu greifen.

Doch auch Katja Böhme hätte den Schmuck gern im Haar stecken. Die gelernte Floristin arbeitet als Gärtnerin in Dresden. Ihre Leidenschaft für den sächsischen Wein entdeckte sie vor rund acht Jahren, damals legte ihr Mann einen Weinberg oberhalb des Zschoner Grunds an. „Seither schätze ich vor allem den Weißburgunder“, sagt die 36-Jährige. 

Katja Böhme wäre aber nicht die erste Weinhoheit in ihrer Familie. Tochter Lilly hat als 1. Sächsische Mostprinzessin bereits Erfahrung gesammelt. Die will sie auch gern weitergeben. „Meine Tochter hat gesagt: ‚Mama, wenn du Weinkönigin wirst, dann zeige ich dir, wie alles geht‘“, verrät Katja Böhme. Bei der Fachbefragung muss die Floristin dann allerdings bei zwei von vier Fragen passen. Wie schon Jenny Zumpe verspricht auch sie, demnächst noch an Wissen zuzulegen.

Ob das die Fachjury überzeugt hat? Die 40 Mitglieder zücken ihre Stimmzettel, setzen ihre Kreuze und lassen das Papier in der Urne verschwinden. Nun liegt die Wahl zur 32. Sächsischen Weinkönigin in der Hand des Publikums.

Die Wahl der 32. Sächsischen Weinhoheiten findet am Freitag, 13. September, 19 Uhr, im Zentralgasthof Weinböhla statt. Karten gibt es für 52 Euro pro Person, entweder direkt vor Ort oder über das Ticketportal reservix.de.

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