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Dresden: Ein gutes Jahr keine Straßenbahn

Ein 315 Meter langes Stück der Bautzner Straße in Dresden muss erneuert werden. Was das für Autofahrer und Nahverkehrskunden heißt.

Diese Haltestelle an der Wilhelminenstraße stadteinwärts rückt weiter Richtung Fischhausstraße.
Diese Haltestelle an der Wilhelminenstraße stadteinwärts rückt weiter Richtung Fischhausstraße. © Sven Ellger

Dresden. Das wird die mit Abstand längste Baustelle der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und der Stadt. Doch nicht die Meter machen's, es ist die Bauzeit, die überrascht: Mehr als ein Jahr lang wird gebaut. Beginn ist am Montag und bis zum 30. Oktober 2021 soll gebaut werden. 14 Monate lang für rund 315 Meter Straßen- und Gleisbau auf der Bautzner Straße zwischen der Fischhausstraße und der Brockhausstraße. Die Arbeiten kosten knapp fünf Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro davon steuert der Freistaat bei.

Der Verkehr muss rollen

Das Problem sind die Autos. Die Bautzner Straße ist eine Bundesstraße, rund 26.000 befahren täglich den Abschnitt, der jetzt erneuert werden soll. Das hat eine Untersuchung im Jahr 2016 ergeben. Diese Autos können nicht einfach umgeleitet werden, sagt Guther Hentschelmann, stellvertretender Chef des Straßen- und Tiefbauamtes. Deshalb wurde auch nicht geprüft, wie lang die Bauzeit bei einer Komplettsperrung der Bautzner Straße wäre. Nun ist geplant, dass die Autos jederzeit auf einer Spur pro Richtung an der Baustelle vorbeifahren können. Die Straßenbahnen der Linie 11 werden ab dem Waldschlößchen durch Busse ersetzt.

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Neue Schienen und neue Haltestelle

Vor allem für die DVB ist die Baustelle wichtig. Dort werden die Schienen erneuert, die vor zehn Jahren eingebaut wurden. Damals setzten die DVB auf Gebrauchtware, weil klar war, dass eine grundlegende Sanierung nötig wird. Nun werden die Gleise weiter auseinandergelegt, damit künftig auch breitere Straßenbahnen Platz haben. Die Haltestelle Wilhelminenstraße, an der die Richtung Zentrum fahrenden Bahnen halten, wird verlegt. Jetzt befindet sie sich zwischen der Brockhausstraße und der Wilhelminenstraße. Die neue Haltestelle entsteht hinter der Mündung der Wilhelminenstraße, genau gegenüber der aktuellen Haltestelle an der Strecke Richtung Bühlau. Vorbild ist die Haltestelle Bautzner Straße/Rothenburger Straße. Das heißt, künftig fahren die Autos dort über eine etwas höher gelegte Straße, die Straßenbahnkunden können dann ebenerdig ein- und aussteigen.

Eine neue Fußgängerinsel

Die Fußgängerampel an der Wilhelminenstraße bleibt, dazu kommt etwa in Höhe der Brockhausstraße noch eine kleine Fußgängerinsel. Sie soll künftig helfen, die Bautzner dort zu überqueren, wo man auf der anderen Seite der Bundesstraße direkt in die Heide hineinlaufen kann.

Umbau für den Eisenbornbach

Der knapp vier Kilometer lange Bach entspringt in der Heide, unterquert die Bautzner Straße nahe der Brockhausstraße und fließt in die Elbe. Unter der Bundesstraße fließt er durch einen unterirdischen Kanal aus Natursteinen. Dieser Kanal bleibt erhalten, wird aber erneuert. Er wird 3,80 Meter breit und 1,90 Meter hoch.

Gleisbau auch zwischen Weißem Hirsch und Bühlau

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