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Elbepark: Höhere Umsätze als im Vorjahr

Die lange Corona-Shoppingabstinenz beschert manchen Geschäften jetzt einen regelrechten Ansturm. Was bei den Kunden besonders gefragt ist.

Gordon Knabe managt das Einkaufszentrum Elbepark.
Gordon Knabe managt das Einkaufszentrum Elbepark. © Sven Ellger

Dresden. Anfangs war es ein vorsichtiges Herantasten von beiden Seiten. Als die Geschäfte im Elbepark Mitte Mai wieder unter strengen Hygieneauflagen öffneten, kamen die Besucher erst zögerlich, auch die Mitarbeiter der Läden mussten sich an die besonderen Umstände gewöhnen.

"Es hat etwa 14 Tage gedauert, bis sich alles eingespielt hatte", sagt Centermanager Gordon Knabe. Seine Zahlen bestätigen die Zurückhaltung der Kunden: Von Mitte bis Ende Mai kamen zwischen 20 bis 30 Prozent weniger Gäste in den Elbepark als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Gekauft wurde aber schon ganz ordentlich, die Umsätze blieben nur drei bis vier Prozent zurück.

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"Doch im Juni haben unsere Kunden wieder vollstes Vertrauen in uns gefasst", schätzt Knabe ein und untermauert das mit der Besucherfrequenz, die schon vier Prozent über der vom Juni 2019 liegt. Das liege aber auch an Feiertagen, die jedes Jahr auf andere Daten fallen, sagt er.

Allerdings blieben die Kunden kürzer im Einkaufscenter. Von früheren Zeiten, wo ein Einkaufsbummel drei oder vier Stunden dauerte, sei man noch weit entfernt. "Aber das ist auch ganz klar, denn das Einkaufen mit Mund-Nasen-Schutz ist anstrengend", sagt Knabe. Trotzdem würden sich fast alle Kunden an die Maskentragepflicht halten. Wenn nicht, würden sie freundlich darauf hingewiesen und reagierten meist auch einsichtig.

Kaufbedürfnisse haben sich aufgestaut

Knabe zieht ein interessantes Fazit zu dem, was gekauft wird. Dazu hat er mit 20 seiner Mieter gesprochen. "Es zeigen sich klare Effekte aufgestauter Bedürfnisse", sagt er. Dies trifft vor allem auf die Bereiche Unterhaltungselektronik und Spiele zu, wo die Umsätze über dem Vorjahresniveau liegen. Auch Schuhläden verkauften besonders gut. 

Anders sieht es bei den Bekleidungsanbietern aus. "Die konnten im März und April ihre Frühjahrs- und Sommerware nicht verkaufen und müssen jetzt schon mit radikalen Preisnachlässen arbeiten, um die Sommerkollektionen noch loszuwerden", erklärt der Centermanager. Dennoch liege der Umsatz bei den Textilern, wie er sie nennt, nur bei 50 bis 80 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. Auch die Anbieter von Glas, Porzellan und Keramik erreichten im Center erst 70 bis 80 Prozent der Vorjahresumsätze. 

Mitarbeiter weiterhin in Kurzarbeit trotz vieler Kunden

Noch immer seien Mitarbeiter vor allem von Filialen größerer Anbieter in Kurzarbeit, obwohl die Kundenfrequenz hoch sei, sagt Knabe. Mit Rücksicht auf die Mietpartner hat sich der Elbepark entschieden, die Öffnungszeiten montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr beizubehalten. "Aber es gibt einzelne Händler, die eher öffnen oder auch länger geöffnet haben. Wenn die Kunden kommen, will man doch keinen vor die Tür setzen", sagt Knabe.    

Insgesamt zieht er ein sehr positives Fazit für das Einkaufcenter an der Autobahn. "Kundenfrequenzen und Umsätze liegen über unseren Erwartungen. Wichtig ist  weiterhin, dass wir durch höchste Hygieneansprüche und Abstandsregeln das Vertrauen der Kunden erhalten."

Ganz klar sei jedoch, dass bei all den positiv stimmenden Zahlen die fehlenden Umsätze von zwei Monaten kaum ausgeglichen werden könnten. Das Minus werde sich lange durchziehen, prognostiziert der Centermananger.

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