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So will Dresden Schulplätze schaffen

Damit genug Platz für alle Schüler ist, muss im Eiltempo gebaut werden. Wie das in der Altstadt gelingen und wo ein Parkplatz dafür weichen soll.

Das Bertolt-Brecht-Gymnasium in der Johannstadt soll abgerissen werden. Das steht in der Kritik, auch, weil die Stadt sechs Millionen Euro in dessen Sanierung investiert hat.
Das Bertolt-Brecht-Gymnasium in der Johannstadt soll abgerissen werden. Das steht in der Kritik, auch, weil die Stadt sechs Millionen Euro in dessen Sanierung investiert hat. © Sven Ellger

Dresden. Schulen sanieren und neu bauen - das ist eine der Hauptaufgaben des neuen Dresdner Bildungsbürgermeisters Jan Donhauser (CDU). Zwei von zahlreichen Großbauprojekten sind das Bertolt-Brecht-Gymnasium in der Johannstadt und ein neuer Schulcampus auf der Cockerwiese. Diese beiden Standorte in der Dresdner Innenstadt spielen auch bei der Zukunft der 101. Oberschule eine Rolle, denn auf einem von ihnen soll sie einen Neubau bekommen.

Weil auf der Cockerwiese zu wenig Platz für eine große Grund- und eine Oberschule ist, so die Stadt, soll die 101. Oberschule mit auf das Grundstück des Bertolt-Brecht-Gymnasiums an die Lortzingstraße ziehen. Dafür müsste dort das Schulhaus Typ Dresden, das zu DDR-Zeiten gebaut wurde, abgerissen werden. Das wiederum sorgte zuletzt für Kritik, weil die Stadt in den vergangenen Jahren rund sechs Millionen Euro in dessen Sanierung investiert hat. Donhauser rechnet mit Kosten von knapp 90 Millionen Euro für die beiden Neubauten an der Lortzingstraße, sollte die 101. Oberschule ihren neuen Standort dort bekommen.

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Der neue Campus wäre allerdings erst zum Schuljahr 2027/28 fertig. Weil das zu lange dauert, wird nun geprüft, ob und wie das schneller gehen könnte. Zuletzt war die städtische Tochtergesellschaft Stesad im Gespräch, die künftig Schulbauvorhaben übernehmen soll. Beim Schulcampus Tolkewitz, auf dem eine Oberschule und ein Gymnasium sowie zwei Sporthallen entstanden sind, hatte sich gezeigt, wie zügig es gehen kann: Von der Grundsteinlegung bis zur Fertigstellung hat es nur eineinhalb Jahre gedauert. Um jedem Dresdner Schüler einen Platz anbieten zu können, müsse auch in den kommenden Jahren in hohem Tempo weitergebaut werden. Das hatte Donhauser kürzlich im Gespräch mit der SZ noch einmal betont. 

Parkplatz muss Grundschulplätzen weichen

Das soll auch mit einem Neubau für das Bertolt-Brecht-Gymnasium gelingen, das dann fünfzügig wäre. Derzeit lernen in der Lortzingstraße gut 1.000 Schüler, das entspricht 4,5 Zügen. Mit der neuen vierzügigen Grundschule, die auf der Cockerwiese an der Lennéstraße entstehen soll, kann Dresden knapp 450 Erst- bis Viertklässlern einen neuen, zentral gelegenen Standort anbieten. Wie beliebt bei Dresdner Eltern moderne Schulen in der Innenstadt sind, zeigen jedes Jahr aufs Neue die hohen Anmeldezahlen für das Gymnasiun Bürgerwiese und das Marie-Curie-Gymnasium. 

Bis die neue Grundschule fertig ist, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Denn für das Areal muss zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Kosten für den Neubau der Grundschule - und auch den möglichen Neubau für die 101. Oberschule - werden derzeit ermittelt. Um die benötigten Grundschulplätze bis dahin zu sichern, soll nun zunächst die 10. Grundschule, die sich mit ihrem Standort an der Struvestraße ebenfalls in der Innenstadt befindet, erweitert werden. Und zwar mittels sogenannter mobiler Raumeinheiten. Mit dieser Bauweise wurde zuletzt etwa der für Dresden so wichtige Auslagerungsstandort am Terrassenufer vergrößert. 

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Ab Sommer 2022 können dann mit knapp 340 Schülern rund 100 Kinder zusätzlich an der 10. Grundschule mit Sportprofil lernen. Rund 3 Millionen Euro investiert die Stadt in die Erweiterung. Allerdings soll das nur eine vorübergehende Lösung sein, denn der geplante Standort für die mobilen Raumeinheiten ist eigentlich ein öffentlicher Parkplatz. Dieser muss nun zunächst - befristet auf fünf Jahre - umgewidmet werden. Das bedeutet auch Änderungen im Parkleitsystem und der Parkplatzbewirtschaftung. Wenn die neue Grundschule auf der Cockerwiese fertig ist, soll der Parkplatz wieder als solcher genutzt werden. 

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