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Letzter Schlauch für Dresdner Elbtunnel

Der alte Abwassertunnel an der Flügelwegbrücke wird saniert. Worauf es bei der letzten Großaktion ankommt.

Der erste Schlauch ist im Abwassertunnel. Die Kanalsanierer Frank Grüssing (vorn) und Eric Ulrich begutachten die 113 Jahre alte Röhre, bevor die Schläuche mit Wasserdruck gegen die Wand gepresst werden.
Der erste Schlauch ist im Abwassertunnel. Die Kanalsanierer Frank Grüssing (vorn) und Eric Ulrich begutachten die 113 Jahre alte Röhre, bevor die Schläuche mit Wasserdruck gegen die Wand gepresst werden. © Marion Doering

Dresden. Bei den Kanalsanierern der Firma Aarsleff geht es jetzt Schlag auf Schlag. An diesem Mittwoch haben sie den letzten Teil einer Großaktion am 340 Meter langen Abwassertunnel elbaufwärts der Flügelwegbrücke bewältigt. Die Stadtentwässerung lässt den 340 Meter langen Abwassertunnel sanieren. Solche Röhren werden in der Fachsprache Düker genannt. Das kommt aus dem Holländischen und heißt Taucher.

Der große Doppel-Düker quert elbaufwärts der Flügelwegbrücke den Fluss. Er wurde 1907 gebaut, um den großen Altstädter Abfangkanal, in dem das gesamte Abwasser von dieser Elbseite gesammelt wird, mit dem Klärwerk Kaditz zu verbinden. Durch ein 1,10 Meter hohes Stahlrohr fließt das Abwasser bei trockenem Wetter. Das wurde bereits 1992 saniert, indem ein harzgetränkter Nadelfilzschlauch in das Rohr eingestülpt wurde und es somit wieder abdichtete.

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Jetzt ist die größere, zwei Meter hohe Nachbarleitung an der Reihe, durch die bei Starkregen das Abwasser unter der Elbe hindurchfließt. Denn in diesem Fall reicht das kleinere Rohr nicht mehr aus.

Über dieses Gerüst mit einem Förderband kamen die Schläuche durch die gewaltige Baugrube in den Abwassertunnel.
Über dieses Gerüst mit einem Förderband kamen die Schläuche durch die gewaltige Baugrube in den Abwassertunnel. © Marion Doering

In der vergangenen Woche sind zwei mit Polyesterharz getränkte Nadelfilzschläuche bei einer Großaktion ins 224 Meter lange Mittelteil gekommen. Zum Auftakt wurde ein 53 Tonnen schwerer Schlauch an einer Seilwinde über ein Förderband eingezogen. Dann folgte die knapp 100 Tonnen schwere zweite Hülle, die mit Wasser befüllt und so eingekrempelt wurde. Heizanlagen haben es bis auf 87 Grad erhitzt. Dadurch ist die neue Hülle für den Abwassertunnel ausgehärtet.

An diesem Mittwoch folgte der Schlussakt am Neustädter Anschluss. Das 44 Meter lange Stück der Betonröhre wurde ebenfalls mit solchen Schläuchen abgedichtet, erklärt Projektleiter Heiko Nytsch von der Stadtentwässerung. Das geschah mit der gleichen Technologie wie beim langen Mittelteil.

Bauleiter Martin Lehmann inspiziert in der Baugrube, wie der erste Schlauch in die zwei Meter hohe Betonröhre kommt.
Bauleiter Martin Lehmann inspiziert in der Baugrube, wie der erste Schlauch in die zwei Meter hohe Betonröhre kommt. © Marion Doering

Am Vormittag wurde der äußere Schlauch mit einer Seilwinde von der großen Baugrube bis ans Neustädter Ende des Dükers gezogen. Am Nachmittag folgte der innere Schlauch, der mit Wasser befüllt und so eingekrempelt wurde. Beide Schläuche bringen insgesamt 35 Tonnen auf die Waage. Bis zum Freitag wird die neue Hülle durch das heiße Wasser aushärten, erklärt Bauleiter Martin Lehmann.

Allerdings ist dann noch nicht alles geschafft. So sind drei Wochen nötig, um die Anschlüsse herzustellen. Dabei müssen Schächte installiert werden, die für künftige Inspektionen nötig sind, erläutert der Bauleiter. Die Restarbeiten bis hin zum Verfüllen der beiden großen Baugruben an der Neustädter und der Altstädter Seite der Flügelwegbrücke werden noch bis Juni dauern. Für die Sanierung des Abwassertunnels investiert die Stadtentwässerung rund 4,8 Millionen Euro.

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