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Mitplanen am Fritz-Foerster-Platz

Dresdner können die Zukunft des Areals selbst mitgestalten. Was die Bürger sich wünschen und was 3D-Drucker, VR-Brillen und Styropor damit zu tun haben.

Am Dresdner Fritz-Foerster-Platz besteht Verbesserungsbedarf. Wie das Areal nach der Umgestaltung aussehen soll, dürfen auch die Bürger mitentscheiden.
Am Dresdner Fritz-Foerster-Platz besteht Verbesserungsbedarf. Wie das Areal nach der Umgestaltung aussehen soll, dürfen auch die Bürger mitentscheiden. © René Meinig

Dresden. Die Zukunft des Fritz-Foerster-Platzes interessiert viele Dresdner. Das haben sowohl das Stadtplanungsamt als auch die Technische Universität Dresden rasch bemerkt. Die Umgestaltung des Platzes ist bereits beschlossen. Doch bei der Entscheidung, wie er am Ende aussehen soll, dürfen die Dresdner mitreden. Deshalb finden ab 31. August Gruppen-Workshops statt. In diesen können Interessierte ihre Ideen einbringen und gemeinsam mit Vertretern des Stadtplanungsamts diskutieren.

Die Workshops sind die dritte Phase einer Bürgerbeteiligung zur Zukunft des  Fritz-Foerster-Platzes. In der ersten Phase gab es eine Online-Befragung, in der Bürger ihre Wünsche für den Platz äußern konnten. In der zweiten Phase hatten Dresdner die Möglichkeit, auf einem virtuellen Spielplatz ein 3D-Modell zu bauen, das der eigenen Vorstellung von einem schöneren Fritz-Foerster-Platz entspricht. Andere Teilnehmer konnten die Entwürfe bewerten und kommentieren. In beiden Projektphasen haben sich überraschend viele Dresdner beteiligt. "Insgesamt wurden 1.165 Designs für den Platz gestaltet. Davon haben sich 76 Personen dazu entschieden, ihren Entwurf zu veröffentlichen", so das Stadtplanungsamt.

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Am Computer planen, dann drucken und begehen

Bei der Online-Beteiligung handelt es sich um ein EU-Projekt mit dem Namen  „U_CODE". Es wurde vom Wissensarchitektur Laboratory of Knowledge Architecture an der Fakultät Architektur der TU Dresden entwickelt. Das Verfahren ermöglicht, verschiedene Interessensgruppen bei der Gestaltung städtischer Räume und Gebäude einzubeziehen.

In der dritten Phase treffen sich die Teilnehmer nun vor Ort. Allerdings nutzen sie beim Austausch digitale Hilfsmittel. So können sich die Gruppen bereits existierende Modelle ansehen und auch selbst eigene entwerfen. Wem die Ansicht auf dem Bildschirm nicht ausreicht, der kann sein Modell anschließend im 3D-Drucker ausdrucken oder es mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille begehen. Für weniger digital-affine Bürger besteht zudem die Option, ihre Entwürfe aus Pappe und Styropor selbst zu bauen. Experten der Wissensarchitektur und des Stadtplanungsamtes begleiten die Workshops mit ihrem Fachwissen und stehen als Diskussionspartner zur Verfügung.

Dresdner wollen Cafés, Grünflächen und Lärmschutz

Außerdem werden vor Ort auch die Ergebnisse der vorherigen Phasen präsentiert. So sind beispielsweise die am besten bewerteten Entwürfe ausgehängt. Zu den Erkenntnissen sagte Jörg Noennig, Leiter des verantwortlichen Instituts: "Die Dresdner haben eine erstaunliche Vielfalt und Bandbreite an Gestaltungsvorschlägen erarbeitet. Die Ideen wurden oft sehr konsequent und ganzheitlich ausformuliert."  

Zwar seien viele der Teilnehmer Bewohner der Studentenwohnheime oder Mitarbeiter der Universität gewesen, jedoch hätten sich auch ältere Mitbürger an der Befragung und mit Modellen beteiligt: "Uns hat gefreut, dass es offenbar wenig Einstiegshürden gab und das Design-Spiel intuitiv für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich war", so Noenning. 

Hier können neue Ideen für den Fritz-Foerster-Platz enstehen. 
Hier können neue Ideen für den Fritz-Foerster-Platz enstehen.  © SZ/Angelina Sortino
Anschließend können die Modelle ausgedruckt werden. 
Anschließend können die Modelle ausgedruckt werden.  © SZ/Angelina Sortino
Wer lieber mit den eigenen Händen bastelt, kann das auch tun. Pappe und Styropor stehen zur Verfügung. 
Wer lieber mit den eigenen Händen bastelt, kann das auch tun. Pappe und Styropor stehen zur Verfügung.  © SZ/Angelina Sortino

Bei der Umgestaltung des  Fritz-Foerster-Platzes werden die Anregungen der Bürger wohl vor allem bei der Nutzung der neuen Gebäude miteinbezogen werden. Die Verkehrsplanung für das Areal ist nämlich bereits abgeschlossen. Laut Noenning hätte die Auswertung der Befragung ergeben, dass die Dresdner sich vor allem eine neue Mensa, Grünflächen, Cafés und einen besseren Lärmschutz für den Bereich rund um den Platz wünschen.

Wer sich im Rahmen eines Workshops weiter bei der Gestaltung einbringen möchte, wird gebeten, sich vorab online anzumelden. Am 19. September wird es zwei Workshops geben, bei denen speziell Familien zu Wort kommen sollen.

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