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Neuer Investor für Hotel am Terrassenufer

Der Eigentümer will das Dresdner Gebäude sanieren und holt sich einen zweiten Geldgeber ins Boot. Doch die Forderung nach einem Rückbau bleibt.

Die Höhe des Hotels am Terrassenufer ist umstritten.
Die Höhe des Hotels am Terrassenufer ist umstritten. © Sven Ellger

Dresden. Ob und wann das Hotel am Terrassenufer neu gestaltet wird, ist derzeit angesichts der Corona-Krise und geschlossener Hotels ohnehin offen. Dennoch hat Eigentümer Max Trapp einen Wettbewerb zur Fassadengestaltung des markanten Zwölfgeschossers in bester Innenstadtlage ausgeschrieben. Und sich dafür einen zweiten Investor ins Boot geholt. 

Demnach soll nicht nur die energetische Sanierung der Außenfassade in Zusammenarbeit mit der Revitalis Real Estate AG umgesetzt werden. Revitalis hat in Dresden bereits mehrere große Bauprojekte realisiert, etwa mit dem Wohnkomplex am Wiener Platz. Auf SZ-Nachfrage bestätigt Revitalis-Sprecherin Daniela Börger, dass das Unternehmen eine Sanierung und damit eine Neupositionierung des Hotels geplant hat. 

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Umfassende Sanierung geplant

Dazu soll das Gebäude innen und außen umfassend erneuert werden. "Eine freiwillige Mehrfachbeauftragung von mehreren namhaften Architekturbüros zur Neugestaltung der Fassade ist ebenfalls in Vorbereitung", teilt Daniela Börger weiter mit. Max Trapp war für eine Stellungnahme am Mittwoch nicht erreichbar.

Zur geplanten Neugestaltung des Gebäudes am Terrassenufer meldet sich nun auch die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) zu Wort. Der Verein fordert, dass das Hotel zum Teil zurückgebaut, das heißt, um einige Stockwerke gekürzt werden soll. Und beruft sich dabei auf einen Rahmenplan für den östlichen Altstadtring, der Anfang der 1990er-Jahre erarbeitet und 1996 vom Stadtrat beschlossen wurde.

Daraufhin gab es einen städtebaulichen Wettbewerb mit verschiedenen Entwürfen - alle hatten zum Ziel, dass die Zwölfgeschosser am Terrassenufer und der achtgeschossige Wohnriegel an der St.-Petersburger-Straße abgerissen werden sollen. Im seit 2006 gültigen Bebauungsplan für das Gebiet ist festgelegt, dass die Gebäude die Höhe der Synagoge nicht überschreiten sollen.

Rückbau und Hotelerweiterung an anderer Stelle

Die Stadt selbst hatte das Hochhaus neben dem Hotelgebäude aus städtebaulichen Gründe abreißen lassen, scheiterte 2014 allerdings mit einer Klage gegen den Hoteleigentümer. Sie berief sich auf einen 1993 geschlossenen Vertrag, der den Abriss vorsah. Das Dresdner Verwaltungsgericht urteilte aber, der Vertrag sei "schwammig formuliert".

Auch die GHND erinnert nun an den fast 30-jährigen Planungsprozess, weil jetzt die neue Ausschreibung zur Fassadengestaltung bekannt geworden ist. Der Rückbau sei nötig, weil das Hotelgebäude die verschiedenen Blickbeziehungen auf die besonders geschützte Silhouette der Altstadt zu stark beeinträchtige. Auch das städtische Hochhausleitbild, das zuletzt erarbeitet wurde, sieht an dieser Stelle zumindest einen Rückbau vor.

Wie zuletzt auch Grüne-Stadtrat Thomas Löser fordert die GHND, dass die Stadt und der Hoteleigentümer sich auf eine Lösung verständigen. "Diese könnte darin liegen, dass das Gebäude um vier Etagen gekürzt wird." Als Ausgleich für die nicht unerheblichen Verluste an Grundfläche könnte die Trapp Real Estate von der Stadt "ein naheliegendes Grundstück kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommt, um eine Hotelerweiterung vorzunehmen". Damit würden die Geschäftsführer der Dresdner Stadtsilhouette einen großen Dienst erweisen, so der GHND-Vorstand. 

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