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Ist Autofahren in Dresden zu billig?

Dresden will nach 14 Jahren die Parkpreise erhöhen. Ist der Protest der Autofahrer gerechtfertigt? Ein Vergleich, was Pkw-Besitzer und Bus-Fahrgäste zahlen.

Fast jeder zweite Dresdner Haushalt besitzt ein Auto.
Fast jeder zweite Dresdner Haushalt besitzt ein Auto. © Sven Ellger

Dresden. Ein internes Papier der Stadtverwaltung sorgt derzeit für mächtig Wirbel in Dresden. Demnach könnten die Parkgebühren in der sächsischen Landeshauptstadt drastisch steigen. Für die City ist eine Verdopplung auf drei Euro pro Stunde im Gespräch. Nur eine Woche, bevor die Pläne bekannt wurden, verglich Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) die Ausgaben, die Autofahrer haben, und was Dresdner für Bus und Bahn-Fahrten zahlen müssen. War das schon die Einstimmung auf höhere Parkpreise?

Fast 14 Jahre hat sich an der Höhe der Parkgebühren nichts geändert. Direkt in der Innenstadt können Autofahrer ihren Wagen für 1,50 Euro die Stunde abstellen. Rabatt gibt es für diejenigen, die einen ganzen Tag parken wollen. Das kostet nur sechs Euro. Ab dem Abend ist das Parken sogar kostenfrei. Außerdem hat sich der Spritpreis auf Zehn-Jahres-Sicht kaum verändert.

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Demgegenüber rechnet die Stadtverwaltung vor, dass die Stundenfahrt für S-Bahnen, Straßenbahnen und Busse in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Zahlten die Dresdner vor zehn Jahren noch 1,90 Euro für die Einzelfahrt, kostet das Ticket heute bereits 2,40. Für August hat der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) die nächste Preiserhöhung angekündigt. Dann werden 2,50 Euro für die Fahrkarte fällig. Höhere Gehälter bei den Beschäftigten der Verkehrsunternehmen sowie Taktverdichtungen lassen die Kosten steigen, so die Begründung.

1,41 Euro für einen Liter Benzin und 1,50 Euro für eine Stunde Parken. Damit wäre eine Fahrt ins Zentrum und zurück nur unwesentlich teurer als eine Fahrt mit der Straßenbahn. Was in der Rechnung der Stadt allerdings nicht auftaucht, sind beispielsweise die Kosten für Kfz-Versicherung, Reparatur- und Ersatzteilkosten sowie die Preise für private Pkw-Stellplätze am Haus. Damit hat sich das statistische Landesamt beschäftigt. Demnach haben sich die Kosten für die Kfz-Versicherung von 2015 auf 2019 um gut einen Prozentpunkt erhöht. Die Pkw-Reparatur kostet im Schnitt sogar 15 Prozentpunkte mehr. Für Ersatzteile, Zubehör und Pflegemittel werden reichlich drei Prozentpunkte mehr fällig.

Dass die Parkgebühren steigen werden, ist einigermaßen sicher. Die Höhe der Preise dürfte allerdings noch zum Gegenstand von Debatten im Stadtrat werden. Sollte die Stadt die Mehreinnahmen in den Ausbau von Straßen stecken oder in den Öffentlichen Personennahverkehr, damit dort die Ticketpreise stabil bleiben? Diese Frage hat Sächsische.de auf Facebook gestellt. An der nicht repräsentativen Umfrage haben sich bis Dienstagmittag mehr als 920 Leser beteiligt. Das Ergebnis: 59 Prozent würden das Geld nutzen, um den ÖPNV zu stützen. Für Dresdens Straßen würden 41 Prozent der Teilnehmer das Geld nutzen. 

Wird die Stadt wirklich mehr Geld einnehmen?

"Ein dichteres ÖPNV-Netz, zeitlich und örtlich, und dazu eine gute und sichere Rad-Infrastruktur wären mal super, anstatt weiterhin größtenteils den Autoverkehr zu fördern", schreibt Zsolt Kövesi unter der Umfrage. Quasi für einen Kompromiss spricht sich Rico Wenzel aus. Er fordert größere Park-und-Ride-Plätze am Stadtrand. Dann könnten Autofahrer dort ihr Auto stehen lassen und die restliche Strecke ins Stadtzentrum mit Bus, Straßenbahn oder Zug zurücklegen.

Mit drei bis vier Millionen Euro mehr Einnahmen rechnet die Stadtverwaltung im Jahr, sollte die Gebührenerhöhung kommen, wie sie im aktuellen Entwurf steht. Dass überhaupt zusätzliche Einnahmen zustande komme, sei aber gar nicht sicher, sagt Linke-Stadtrat Tilo Wirtz. "Denn wenn die Preisschraube überdreht wird, bleiben die Leute fern und es entstehen Mindereinnahmen." Es sei paradox, mit einer "völlig überzogenen Gebührenerhöhung" eine Verkehrswende herbeiführen zu wollen.

Gründe für die geplante Gebührenerhöhung sind der Parkdruck in der Innenstadt, aber auch das Ziel, die Luftqualität in der Stadt zu verbessern, was weniger Autos voraussetzen würde. Zwar legen die Dresdner immer weniger ihrer Wege mit dem Auto zurück, wie die Stadt durch eine groß angelegte Mobilitätsumfrage herausgefunden hat. Durch die steigende Zahl an Einwohnern, aber auch an Pendlern habe jedoch die Gesamtmenge des Kfz-Verkehrs in den letzten Jahren zugenommen.

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Noch muss der Entwurf innerhalb der Stadtverwaltung abgestimmt werden, auch mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Anschließend will Schmidt-Lamontain seinen - bis dahin möglicherweise überarbeiteten - Plan der Öffentlichkeit vorstellen.

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