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Politologe Patzelt sieht sich diffamiert

Für die CDU arbeitet der Dresdner Wissenschaftler jetzt am Wahlprogramm mit. Doch seine Äußerungen zum Umgang mit der AfD lösen heftige Kritik aus. 

© Foto: Ronald Bonß

Dresden. Die Mitarbeit des Dresdner Politologen Werner Patzelt am Landtagswahlprogramm der sächsischen Union ruft geteilte Reaktionen hervor. In sozialen Netzwerken meldeten sich Kritiker zu Wort. Der Dresdner Grünenstadtrat und frühere Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi schrieb auf Twitter, er hoffe, dass nun auch dem Letzten klar sei, dass eine schwarz-blaue Koalition nach der Wahl im September „kein Hirngespinst“ sei.

Auch Linkenfraktionschef Rico Gebhardt wies per Twitter auf frühere Aussagen Patzelts zu einem Bündnis aus CDU und AfD hin. Der Wissenschaftler könne diese Koalition „inhaltlich gleich selber vorbereiten. Ist das jetzt Dummheit oder cleverer Schachzug der @cdusachsen?“

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Die meisten Kritiker nahmen Bezug auf ein Interview Patzelts vom Sommer, dessen Aussagen der Politologe in einem Blogeintrag vom Juni vertiefte: „Wenn also die AfD nicht mehr vom politischen Spielfeld zu vertreiben ist, weil sie allzu viele Wähler inzwischen als Korrektiv oder ,Stachel im Fleisch der Etablierten‘ schätzen, dann es ist es wohl klüger, sie ins System zu integrieren, statt sie zu einer dauerhaft systemablehnenden und radikal-demagogischen Partei verkommen zu lassen.“

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Am Wochenende hatte die SZ darüber berichtet, dass CDU-Generalsekretär Alexander Dierks Patzelt als Co-Chef der Wahlprogrammkommission berufen hat. Der Politologe bezeichnete im Gespräch mit der SZ die AfD als Hauptgegner. Ministerpräsident und CDU-Chef Michael Kretschmer hatte zum Jahresauftakt ein Bündnis mit der AfD zum wiederholten Mal ausgeschlossen. Am Montag äußerte sich Patzelt via Facebook. Er sehe es mit „einigem Verdruss“, dass man ihn ohne „jeglichen sachlichen Grund“ als „Rechtsradikalen oder als Sympathisanten von Rechtsradikalen verleumdet“. Patzelt ergänzte: „Insofern ist es auch ein Akt der Befreiung, durch meine Tätigkeit für die CDU an hervorgehobener Stelle solche Verleumdungen um ihre Glaubwürdigkeit zu bringen.“ (SZ/ale)