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Neuer Betreiber für Dresdner Margon-Arena

Bislang war der Stadtsportbund für das Geschäft verantwortlich. Warum die Stadt das nun selbst übernehmen will und was das für die Vereine bedeutet.

Noch betreibt der Stadtsportbund die Margon-Arena an der Bodenbacher Straße. Das soll sich allerdings im kommenden Jahr ändern.
Noch betreibt der Stadtsportbund die Margon-Arena an der Bodenbacher Straße. Das soll sich allerdings im kommenden Jahr ändern. © Marion Doering

Dresden. Die Stadt Dresden wird die Margon-Arena im Dresdner Osten ab kommendem Jahr selbst betreiben. Der Vertrag mit dem Stadtsportbund (SSB), der sich bislang unter anderem um die Vermietung der Hallenflächen gekümmert hat, läuft Ende dieses Jahres aus. Eine Verlängerung des Mietvertrages komme aus rechtlichen Gründen nicht in Betracht. Das teilte Dresdens Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) den Stadträten jetzt in einer Beschlusskontrolle mit. Die Sportanlage an der Bodenbacher Straße soll in das Sondervermögen des städtischen Eigenbetriebs Sportstätten übertragen werden.

Derzeit wird dazu eine Vorlage erarbeitet, die dann in den entsprechenden Gremien besprochen und entschieden wird. Die jetzigen Mitarbeiter sollen vom Eigenbetrieb Sportstätten übernommen werden. Das neue Betriebskonzept werde in enger Abstimmung mit dem Stadtsportbund erarbeitet, so Lames weiter. "Zum einen sind dafür die Übergabe aller betreibungsrelevanten Unterlagen wie auch Kenntnisse über die derzeitigen Belegungspläne sowie die Vertrags- und Preisgestaltung erforderlich." Denn: Für die Vereine, aber auch für sonstige Nutzer, solle der Betreiberwechsel für die Margon-Arena ab 2021 nicht zu Einschränkungen in der Nutzung führen.

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Die Stadt will die Anlage vergrößern. So soll die neue Margon-Arena aussehen: Sie wird zusätzlichen 600 Gästen Platz bieten, in einem Anbau sind weitere Trainingsflächen geplant.
Die Stadt will die Anlage vergrößern. So soll die neue Margon-Arena aussehen: Sie wird zusätzlichen 600 Gästen Platz bieten, in einem Anbau sind weitere Trainingsflächen geplant. ©  SZ-Grafik

Nach jetzigem Erkenntnisstand wären damit auch keine Mehrkosten verbunden, führt Lames in der Beschlusskontrolle aus. Betroffen wären lediglich die Personalkosten, denn  die übernommenen Mitarbeiter werden dann tariflich entlohnt. 

Für die Nutzer bleibt bis Ende dieses Jahres der SSB der Ansprechpartner. Sollte der Stadtrat der Übertragung an den Sportstättenbetrieb zustimmen, wird dieser dann ab 2021 die Vermietung der Hallenzeiten übernehmen. Und zwar auf Grundlage der Gebührensatzung und des Entgeltkataloges.

Der SSB muss sich für seine Geschäftsstelle nun neue Räumlichkeiten suchen. Derzeit ist diese in der Margon-Arena untergebracht, die Stadt benötigt diese Räume dann aber selbst. Die Verwaltung habe dem SSB aber sanierte Räume im Verwaltungsgebäude des Eigenbetriebs an der Freiberger Straße angeboten. Dort könnten auch Konferenzräume und Lagermöglichkeiten genutzt werden. 

Dieses Angebot sei vom SSB abgelehnt worden, heißt es in der Beschlusskontrolle weiter. "Selbstverständlich bleibt es dem SSB überlassen, Angebote anderer Vermieter anzunehmen. Auf Wunsch unterstützt der Eigenbetrieb Sportstätten bei der Suche gern." Auch bestehe weiterhin die Möglichkeit, dass der SSB Sportflächen in der Margon-Arena beantragt und nutzt.

Stadt will Margon-Arena sanieren und erweitern

In der Beschlusskontrolle sollte die Stadtverwaltung auch beantworten, warum es bislang keine Ausschreibung für einen neuen Betreiber gegeben habe. Diese sei, so Lames, zu keinem Zeitpunkt vorgesehen gewesen oder angekündigt worden. Das habe mehrere Gründe: Zum einen habe die Immobilie erhebliche bauliche Mängel, sodass "Regressforderungen und rechtliche Auseinandersetzungen nahezu sicher" gewesen wären. Künftige Baumaßnahmen würden damit ebenfalls erschwert. 

Zum anderen habe die Stadt mit einem externen Betreiber weniger Einfluss auf die Vergabe von Hallenzeiten für die sportliche Nutzung. Bei einer offenen Ausschreibung würde es viele Interessenten geben, ist sich Lames sicher. "Ob der SSB am Ende eines langwierigen Wettbewerbsverfahrens den Zuschlag erhalten würde, ist vollkommen offen."

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Für die Margon-Arena gibt es bereits Erweiterungspläne. Für den neuen Sport- und Bildungscampus hatte die Stadt eine Entwicklungsstudie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse mit fünf Varianten Ende Juni vorgestellt wurden. Die Stadt favorisiert eine Variante, bei der die Arena für rund 32 Millionen Euro saniert und in Richtung Süden erweitert wird. Auch darüber muss der Stadtrat entscheiden. Sollte er in seiner Sitzung am 24. September zustimmen, ist der Start der Umbauarbeiten für 2023 geplant. Neben der Margon-Arena soll auch das bereits gegründete Gymnasium Linkselbisch-Ost (LEO) einen Neubau bekommen.

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