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Striezelmarkt soll früher starten

In der Diskussion um die Verlängerung des Weihnachtsmarktes scheint ein Kompromiss gefunden. Am Donnerstag entscheidet der Dresdner Stadtrat.

Der Striezelmarkt soll in diesem Jahr länger gehen.
Der Striezelmarkt soll in diesem Jahr länger gehen. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Um einen früheren Start des Striezelmarktes wird in Dresden seit einer Weile gestritten. Nun soll der Stadtrat entscheiden. Zuvor plädieren Wirtschaft und Tourismus noch einmal für eine Verlängerung. Denn es winken zwölf Millionen Euro Umsatz pro Woche. 

Eigentlich sollte der Dresdner Striezelmarkt am 26. November starten und Heiligabend schließen. Da wegen der Corona-Krise Händler, Gastronomen und Hotelbetreiber massive Einnahmeeinbrüche verzeichnen, hatte die FDP beantragt, den Besuchermagneten bereits am 19. November zu öffnen.

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Doch es gab Streit um die Verlängerung. Ein Konfliktpunkt war der Totensonntag. Traditionell öffnet der Markt immer nach dem Gedenktag. Nach dem FDP-Plan würde der Markt vor dem Totensonntag öffnen und an diesem Tag geschlossen bleiben.  

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Sachsen, der Tourismusverband Dresden, die Dresdner Hotel-Allianz, das City Management Dresden und der Förderverein historischer Altmarkt Dresden sprechen sich für eine Verlängerung des Striezelmarktes aus.

Sie verweisen auf die blanken Zahlen. Demnach liegt der Gesamtumsatz des Striezelmarktes in den vier Wochen bei rund 48 Millionen Euro - für Gastgewerbe, Einzelhandel, Handwerk, Schausteller und weitere Dienstleister. Es sei eines der wichtigsten Ereignisse des Geschäftsjahres. Dies ergab eine Studie der IHK Studie zur "Wirtschaftlichen Bedeutung tourismusrelevanter Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Großevents im Kammerbezirk Dresden." Sie wurde wegen der Debatte erstellt. 

Beim Striezelmarkt zählt jeder Tag

Die Vereinigungen sprechen von "dramatischen Auswirkungen auf viele Unternehmen" durch die Corona-Krise. "Gerade für das Gastgewerbe waren die Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Frühjahr einschneidend und die Folgen bis heute existenzgefährdend", so Marc Arendt, Dresdner Hotelier und Vorsitzender des IHK-Fachausschusses Tourismus. "Wir brauchen deshalb dringend zusätzliche Reiseanlässe. Gerade beim Dresdner Striezelmarkt zählt jeder Tag, um uns vor einer weiteren Durststrecke zu bewahren."

Das bestätigt auch IHK-Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann: "Natürlich wissen wir, dass die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr unter anderen Bedingungen stattfinden müssen. Dennoch werden die Einnahmen in allen Branchen dringend gebraucht, um das verlorengegangene Geschäft zumindest teilweise wettzumachen und die noch kommende Saure-Gurken-Zeit im Januar und Februar zu überbrücken." Da würde eine Verlängerung des Striezelmarktes enorm helfen. "Schließlich sprechen wir in Normalzeiten von einem Umsatzpotenzial in Höhe von zwölf Millionen Euro pro Woche", so Hamann.

Start erst nach Totensonntag

Katrin Weiß-Hantsche verkauft Pulsnitzer Pfefferkuchen und Pfefferkuchen-Punsch auf den Weihnachtsmärkten in Dresden, Chemnitz und Leipzig. Der Striezelmarkt habe eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Rund 90 Prozent des Jahresumsatzes generiert Hantsche auf den Weihnachtsmärkten. "Ein Ausfall der Märkte oder ein Stattfinden in stark eingeschränkter Form würde des Aus für mein über 30 Jahre lang aufgebautes Unternehmen bedeuten."

Das betreffe auch Zulieferer und Produzenten wie die Pulsnitzer Pfefferküchler, Getränkelieferanten, Fleischereien oder Tischlereien. "Dabei wäre gerade jetzt Planungssicherheit das Gebot der Stunde", so Weiß-Hantsche. "Schließlich müssen Waren langfristig bestellt und Mitarbeiter organisiert werden."

Am Donnerstag soll die endgültige Entscheidung fallen. Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung haben die Stadträte allerdings den FDP-Antrag verändert. Statt am 19. November soll der Striezelmarkt erst am 23. November öffnen. Das wäre drei Tage früher als geplant.

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