merken
PLUS

Dresden

Wohin mit abgelaufenen Lebensmitteln in Dresden?

Im Keller werden Konserven übersehen, das Verfallsdatum ist Jahre überschritten. Aber nicht alles gehört in die Mülltonne, mahnt die Dresdner Stadtverwaltung.

Überlagerte Lebensmittel sind nicht automatisch verdorben und sollten gekostet werden. Was nicht mehr essbar ist, gehört weg - aber wohin?
Überlagerte Lebensmittel sind nicht automatisch verdorben und sollten gekostet werden. Was nicht mehr essbar ist, gehört weg - aber wohin? © Mikhalo Pavlenko/123rf

Es ist mir peinlich, aber in meinem Keller gibt es Ecken, die ich ganz offensichtlich mehrere Jahre ignoriert habe. Nur so ist erklärbar, weshalb ich immer wieder mal Marmeladengläser und Konserven finde, deren Verfallsdaten schon lange zurückliegen. Ich traue mich an diese Lebensmittel ehrlich gesagt nicht mehr heran.  Aber wie entsorge ich sie richtig? Alles in den Restmüll? 

Andrea Mörke, die das Sachgebiet Abfallberatung bei der Dresdner Stadtverwaltung leitet, ist die Fachfrau für das Thema. Im vergangenen Jahr haben sie und ihre Kollegen mehr als 8.700 Bürgeranfragen am Abfall-Info-Telefon beantwortet. Grundsätzlich sollte man den Inhalt der überlagerten Gläser und Dosen erst mal kosten, ob er noch genießbar ist. Wenn nicht, gehört er in die Biotonne oder auf dem Kompost entleert. Eine Ausnahme sind Fleisch- oder Wurstwaren, die in den Restmüll gehören, weil sie auf dem Kompost Ratten oder andere ungebetene Gäste wie Füchse, Waschbären und Mäuse anlocken könnten. Logisch, dass die Verpackungen in den Glascontainer oder die gelbe Tonne kommen. Altes Speiseöl sollte hingegen samt Gefäß im Restmüll entsorgt werden. 

Anzeige
Lust auf neue Kunden?

Wie Sie mit der sz-Auktion gleich doppelt gewinnen und was Sie dafür tun müssen.

Und was ist mit Resten von Flüssigwaschmittel und Weichspüler, die schon lange stehen? "Da diese Mittel keine gefährlichen Stoffe enthalten, gehören die Behälter samt Inhalt in den Restabfall", sagt die Fachberaterin. Gleiches gilt für uralte Schuhcremes. Allerdings müssen Spraydosen, die zum Imprägnieren gedacht waren, als Schadstoffe auf einem Wertstoffhof entsorgt werden. 

Entgegen der landläufigen Auffassung, dass überlagerte Medikamente zurück in Apotheken gebracht werden sollen, verweist Andrea Mörke auf den Restmüll. "Dies ist die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Entsorgung. Wirkstoffe und eventuell enthaltene Schadstoffe werden bei der thermischen Behandlung unschädlich gemacht", sagt sie. Keinesfalls sollten Medikamente über die Toilette ins Abwasser gespült werden. Wer sich nicht sicher ist, könne Altmedikamente immer auch auf dem Wertstoffhof oder zweimal im Jahr bei der Tour des Schadstoffmobils abgeben.

Spielzeug gehört nicht in die gelbe Tonne

Spielzeug aus Plastik hat nicht das ewige Leben, schnell bricht daran etwas ab. Gehört es dann in die gelbe oder die Restmülltonne?  "Definitiv nicht in die gelbe Tonne oder den gelben Sack. Es ist keine Verpackung", sagt Mörke. Kaputtes oder aussortiertes Plastikspielzeug wird auf dem Wertstoffhof im Kunststoff-Container gesammelt.

Und was ist mit abgetragener Kleidung oder Handtüchern? In dem Fall plädiert die Abfallberaterin dafür, sie in Altkleidercontainer zu bringen. Nur stark  verschmutzte oder verölte Alttextilien gehörten in den Restabfall.

Nach solch einer Kellerentrümpelaktion ist die schwarze Restmülltonne schnell voll. Welche Möglichkeiten gibt es, zusätzlich etwas zu entsorgen? Für kurzzeitig größere Restabfallmengen empfiehlt Mörke den 120-Liter-Abfallsack. Ihn gibt es gegen eine Gebühr von 7,50 Euro bei Wertstoffhöfen, in Bürgerbüros, Ortschaftsverwaltungen und bei der Stadtreinigung Dresden. Diese Säcke sind am Entsorgungstag neben die Mülltonne zu stellen. "Fällt öfter mehr an als der Behälter Platz bietet, sollte eine größere oder zusätzliche Restabfalltonne bestellt werden", rät sie.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.